Tating : Warten auf die Umgehungsstraße

Im Sommer haben besonders die Anwohner an der engen Dorfstraße unter dem Autoverkehr zu leiden.
Im Sommer haben besonders die Anwohner an der engen Dorfstraße unter dem Autoverkehr zu leiden.

Einmal mehr verzögert sich das Planungsverfahren für die neue B 202-Trasse um Tating herum. Der Planfeststellungsbeschluss wird nicht vor 2019 gefasst werden.

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24. Mai 2018, 15:00 Uhr

Viel Geduld ist weiterhin bei den Tatingern und allen, die nach St. Peter-Ording wollen, gefragt: Das Planungsverfahren für die Umgehungsstraße bei Tating verzögert sich. Noch im November vergangenen Jahres hatte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz angekündigt, dass der Planfeststellungsbeschluss vor Ende 2018 gefasst werden würde. Jetzt musste er allerdings einen Rückzieher machen. Auf Anfrage von Tatings Bürgermeister Hans Jacob Peters erklärte Buchholz, dass sich die Bearbeitung der Planänderungsunterlagen verzögere. Es seien Unterlagen für den landschaftspflegerischen Begleitplan nicht fristgerecht geliefert worden. „Ich bedauere, dass ich mit meiner Aussage, einen Beschluss womöglich noch vor Ende 2018 zu erreichen, zu zuversichtlich war“, so Buchholz in seinem Antwortbrief. Er versichert, dass die Planungen forciert fortgesetzt werden sollen, um frühestmöglich einen Planfeststellungsbeschluss und Baurecht zu erhalten. Bürgermeister Peters nennt die Situation unbefriedigend. „Wir müssen uns halt in Geduld fassen.“

Und darin haben die Tatinger schon viel Übung. Denn das Thema Umgehungsstraße beschäftigt sie bereits seit Jahrzehnten. Erste Anregungen gab es in den 1960er Jahren. Doch immer wieder gab es Verzögerungen. So dauerte es einige Zeit, bis man sich auf den Trassenverlauf geeinigt hatte. 2009 wurde dann endlich mit der Planfeststellung begonnen. Zum Schrecken aller Beteiligten wurde das Projekt im März 2016 allerdings aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen. Die Entscheidung von Minister Alexander Dobrindt (CSU) beruhte auf einem Missverständnis: Es war als unwirtschaftlich disqualifiziert worden, weil im Ministerium fälschlicherweise von einer Umgehung für Garding und Tating ausgegangen worden war, die in der Region aber gar nicht gefordert war (wir berichteten). Nach der Intervention von Lokal-, Regional- und Landespolitik gab es im Juli dann doch noch grünes Licht.

Die Umgehung wird dringend benötigt, denn mit dem Tourismus-Boom in St. Peter-Ording fahren jedes Jahr mehr Autos durch Tating, um in den Badeort zu gelangen. Die Umgehung soll in Höhe des Bauernhofes Gravert östlich von Tating beginnen, nördlich um den Ort herumführen und westlich Tatings dann beim Golfplatz und in Höhe des Medfeldwegs wieder auf die alte B 202 treffen. Die Strecke ist knapp vier Kilometer lang, 2016 waren dafür rund sieben Millionen Euro veranschlagt worden.

Auch für die Entwicklung des Dorfkerns von Tating ist die Umgehung wichtig. Denn diese würde bei einer Verkehrsentlastung deutlich an Attraktivität für Einheimische wie Urlauber gewinnen. Man könne dann Fahrradrouten wieder durch den Ort führen, so Peters. Und auch Geschäfte könnten sich ansiedeln.

Ebenso sehnsüchtig wartet man in St. Peter-Ording auf die Umgehung. So kann derzeit der gesamte Lkw- und Busverkehr nur durch die Wittendüner Allee in das Nordseebad hineingelangen, da die Tatinger Ortsdurchfahrt für diesen gesperrt ist.

Allerdings sind sich alle Beteiligten darüber im Klaren, dass es nach dem Planfeststellungsbeschluss noch Jahre bis zur Realisierung der
Umgehungsstraße dauern wird.

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