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Umbau beim Multimar : Warten auf die Ankunft der Würmer

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im Multimar Wattforum in Tönning laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Sämtliche Aquarien und Schaubecken werden auf Vordermann gebracht. Das Nationalpark-Zentrum hat dennoch zwischen den Jahren geöffnet.

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erstellt am 23.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Etwas noch nie Dagewesenes wird ab Frühjahr in Tönning präsentiert: der Bäumchenröhrenwurm. Auf ihn freuen sich der Leiter des Multimar Wattforums, Dr. Gerd Meurs, und sein Stellvertreter Eckehard Bockwoldt nämlich ganz besonders. Zwar ist der bis zu neun Zentimeter lange Ringelwurm nicht sonderlich außergewöhnlich, aber im Nationalpark-Zentrum ist er bislang noch nicht beheimatet. Das soll sich aber ändern. Nach Abschluss des vierten Bauabschnitts (wir berichteten) sollen die etwa 100 Tentakel am Kopfende des Wurms die Besucher begeistern.

Schon zur Eröffnung des Multimar Wattforums im Jahr 1999 stand fest, dass die Einrichtung etwa alle fünf Jahr mit Neuheiten ausgestattet werden soll, um die Attraktivität der Ausstellung zu halten. Dem Konzept folgend wurde die Einrichtung dann 2003 mit dem Walhaus und fünf Jahre später dann durch den Bau des Großaquariums mit der Ausstellung „Wasserland“ erweitert. Der jetzige vierte Bauabschnitt umfasst die Umgestaltung der ursprünglichen Ausstellung zum Nationalpark Wattenmeer. In deren Mittelpunkt stehen die mehr als 30 Aquarien, die allesamt technisch aufgerüstet, mit neuen Scheiben versehen und teilweise neu gestaltet. So werden in den Becken aktuelle Themen umgesetzt; beispielsweise Offshore-Windparks in der Nordsee, in denen auch neue Lebensräume entstehen.

Die Gesamtinvestition für den vierten Abschnitt beläuft sich auf 494 000 Euro. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung finanziert den Ausstellungsumbau mit 290 000 Euro aus dem Investitionsprogramm nationale Unesco-Welterbestätten. Die Nationalpark-Service GmbH steuert 204 000 Euro für den Aquarienumbau bei.

Umgestaltet werden neben dem Eingangsbereich unterhalb der Wendeltreppe auch die drei großen Becken; wobei das hohe Turmbecken komplett verschwindet und durch ein Schwallbecken ersetzt wird. In das Tidebecken bauen die Multimar-Mitarbeiter derzeit einen Priel ein, und das Brandungsbecken bekommt einen 80 Zentimeter hohen Tunnel durch den Kinder krabbeln können. „Wir wollen andere Perspektiven schaffen“, erläutert Bockwoldt – und das gilt auch für die Besucher, die das Multimar Wattforum während der Bauphase besuchen. „Der Umbau soll zugleich ein Event sein“, betont Meurs. Ähnlich wie vor zehn Jahren bei der Installation des Wal-Skeletts können die Gäste auch diesmal den Handwerkern über die Schulter schauen und schon mal einen Blick hinter die Kulissen der Einrichtung werfen.

Bis Jahresende sollen die ersten sechs Aquarien fertiggestellt sein – und bislang verläuft auch alles nach Plan. Parallel wird die Nationalpark-Ausstellung überarbeitet. Das Hauptthema wird dann nicht mehr die wissenschaftliche Umweltbeobachtung (Monitoring) sein, sondern die Hervorhebung der Einzigartigkeit des Wattenmeers, das seit dessen Anerkennung zum Weltnaturerbe im Jahr 2009 für die Besucher „viel spannender“ geworden ist, hat Eckehard Bockwoldt festgestellt.

Apropos Spannung: Meurs und Bockwoldt setzen bei allen Umgestaltungsprojekten auf ihre Beobachtungen, die sie seit der Eröffnung gemacht haben. „Mittlerweile wissen wir, was unsere Besucher mögen, was sie genießen und welche Erwartungen sie haben“, sagt Multimar-Leiter Meurs. Nicht zuletzt deswegen bekommen die Quallen ein größeres Aquarium. „Für unsere Besucher sind das noch immer exotische Wesen“, weiß Bockwoldt, der sich nicht nur auf den Bäumchenröhrenwurm, sondern auch auf die Ankunft der zahlreichen Lippfische freut, die demnächst im Multimar Wattforum Einzug halten werden.

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