Oster-Ohrstedt : Warten auf den Gemeinderat

Auch Kontakt zu Tieren sollen die Kleinsten im Backensholzer Kindergarten erleben.
Auch Kontakt zu Tieren sollen die Kleinsten im Backensholzer Kindergarten erleben.

Familie Metzger-Petersen möchte im August einen Hof- und Waldkindergarten eröffnen – doch das grüne Licht aus der Politik fehlt noch.

shz.de von
09. März 2018, 11:00 Uhr

Mit den Planungen für einen Hof- und Wald-Kindergarten mit 15 Plätzen auf Hof Backensholz ist Familie Metzger-Petersen so gut wie durch. Nach dem ersten Bericht über ihr Vorhaben in den Husumer Nachrichten vom 15. Dezember ist ein Trägerverein gegründet und eine Vielzahl von Eltern gefunden worden, die ihre Kinder nach den Sommerferien in Backensholz unterbringen möchten. Zum anderen sind mit Kathrin Rudolph und Maren Hachmann zwei Pädagoginnen mit im Boot, die am liebsten sofort loslegen würden.

Die Familie ist finanziell bereits in Vorleistung getreten und möchte die im Wald und auf dem Hof notwendigen Baumaßnahmen weitgehend mit eigenem Personal stemmen, um die Kosten gering zu halten. „Der Kreis hat grünes Licht gegeben, das Amt Viöl ebenfalls, nun brauchen wir nur noch das ‚Go‘ der Gemeinde Oster-Ohrstedt. Und das so schnell wie möglich, damit wir den Eltern ein klares Signal geben können, dass es tatsächlich im August losgehen kann“, machte Vereinsvorsitzender Jasper Metzger-Petersen in der jüngsten Sitzung des Rates deutlich. Unterstützt von seiner Frau Lena und den beiden Erzieherinnen beschrieb er noch einmal in groben Zügen die Idee des Kindergartens, in dem die Lütten ganz nah an der Natur groß werden sollen, umgeben von Landwirtschaft und vielen Tieren.

Dass es ein Herzensprojekt ist, war deutlich zu spüren, und auch ein Großteil der Gemeindevertreter fand lobende Worte für das Vorhaben. Es meldeten sich aber auch einige Kritiker, die sich wegen der laufenden Finanzierung der Einrichtung Sorgen machen und am bisher vorliegenden Zahlenwerk einiges zu bemängeln hatten. Um deren Bedenken auszuräumen, versprach Metzger-Petersen, noch genauere und vor allem belastbarere Zahlen vorzulegen.

Die aus dem Gremium geäußerte Befürchtung, der neue Kindergarten könnte aufgrund seines besonderen Personalschlüssels die Gemeinde am Ende deutlich mehr kosten, als der evangelische Kindergarten in Wester-Ohrstedt, teilt der Initiator allerdings nicht: „Eine unserer Grundvoraussetzungen war von Anfang an, dass für die Unterbringung von Kindern aus anderen Kommunen keine Kosten auf die Gemeinde Oster-Ohrstedt zukommen dürfen“, betonte Jasper Metzger-Petersen. Zudem sei der kalkulierte Elternbeitrag mit etwa 200 Euro im Monat nicht höher als in vergleichbaren Einrichtungen, außerdem rechnet er mit einem hohen Spendenaufkommen aus dem betrieblichen Umfeld des Hofes.

„Mit so einem Wald- und Hofkindergarten würden wir uns als Gemeinde auch ein Alleinstellungsmerkmal schaffen“, warb Bürgermeister Michael Bartels für Zustimmung. Doch die gab es an diesem Abend trotz aller Bemühungen der Projektbeteiligten noch nicht. „Wir brauchen jetzt eine Entscheidung und nicht erst in ein paar Monaten“, unterstrich Jasper Metzger-Petersen nachdrücklich.

Ein weiteres Thema an deisem Abend war dann die 18. Änderung des Flächennutzungsplans, um die Errichtung einer Photovoltaik-Freiflächenanlage östlich und ostsüdöstlich von Oster-Ohrstedt an der Bahnstrecke Husum-Schleswig zu ermöglichen. Dazu war auch eine Änderung des Bebauungsplans 13 „Solar“ erforderlich. Beide Beschlüsse wurden einstimmig gefasst, ebenso wie die Benennung von Hans Hansen für die Vorschlagsliste zur Wahl der Schöffen für die Geschäftsjahre 2019 bis 2023.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen