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Husumer Nachrichten

23. September 2017 | 16:52 Uhr

Stillstand : Warten auf das Ende der Buckelpiste

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Seit mehr als einem Jahr tut sich nichts an der wegen Baumängeln gesperrten Verbindungsstraße zwischen der Bundesstraße 5 und dem Husumer Außenhafen.

von
erstellt am 30.Mai.2016 | 15:00 Uhr

Still ruht der See, beziehungsweise in diesem Fall: der Asphalt. Vor gut einem Jahr wurde die neue Straße, die den Ortsteil Rödemis und die Bundesstraße 5 in gerader Linie mit dem Außenhafen verbindet, wegen baulicher Mängel für den Verkehr voll gesperrt. Und das ist sie heute noch.

Zwar gehört die Straße dem Kreis, aber gebaut wurde sie schließlich, um den Verkehr in Rödemis zu entlasten und zugleich das Gewerbegebiet am Hafen an die B  5 anzubinden. Und deswegen ärgern sich besonders die Husumer über die Sperrung: „Wir brauchen die Straße dringend“, sagt CDU-Fraktionschef Christian Czock. Und beklagt zugleich, dass die Stadtpolitiker nicht sehr viel über den Stand der Dinge wüssten. „Wir wurden über die Eröffnung der Straße informiert.“ Das war im Herbst 2013. „Und über deren Schließung. Das war’s auch schon.“

Zwischendurch war die Höchstgeschwindigkeit auf der absackenden Fahrbahn stufenweise heruntergesetzt worden: Im August 2014 zunächst auf Tempo 70, im März 2015 auf Tempo 50 und im weiteren Verlauf auf nur noch 30 Kilometer pro Stunde. Bis Mitarbeiter der Straßenmeisterei am 29. April 2015 mit der Aufstellung der Durchfahrtsverbot-Schilder an beiden Enden die Strecke endgültig dem Verkehr entzogen: „Die Gefahr, dass etwas passiert, ist einfach zu groß geworden“, hatte der Leiter des Fachdienstes Liegenschaften des Kreises Nordfriesland, Bernd Petersen, damals gesagt.

Eigentlich war die 1040 Meter lange und 7,50 Meter breite Straße für 40 Tonnen schwere Fahrzeuge ausgelegt worden. Ein Jahr nach der Eröffnung begann die Fahrbahn jedoch auf der Hälfte der Strecke wellenförmig abzusacken – ein Planungsfehler der Baufirma, wie sich herausstellte. Was als leichte Unebenheit begann, wurde bald zum Waschbrett und gefährdete die Verkehrssicherheit: Tiefliegende Autos konnten aufsetzen. „Weil das Risiko, dass Menschen zu Schaden kommen, zu groß wurde, hat sich der Kreis als Verkehrsbehörde mit dem Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr als zuständigem Straßenbaulastträger für die Vollsperrung entschieden“, begründete Petersen die Maßnahme.

Damals hatte er noch damit gerechnet, dass die Straße bis Herbst 2015 wieder in Ordnung gebracht werden könnte. Ein Trugschluss. Inzwischen wird eine Sanierung gegen Ende dieses Jahres angepeilt – wenn sich denn Baufirmen und Behörden über die bisher nur teilweise gesicherte Finanzierung der immerhin 1,6 Millionen Euro teuren Baumaßnahme einigen können, wie Kreis-Pressesprecher Hans-Martin Slopianka sagt. „Die am Bau der Straße beteiligten Unternehmen haben dem Kreis ein Sanierungskonzept für die Hälfte der Straße vorgelegt, in der die Decke abgesackt ist. Und das sieht vor, diese 500 Meter neu zu bauen.“ Bis zur vergangenen Woche hätten sich die beteiligten Parteien beim Kreis melden und den diesbezüglichen Sachstand vermelden sollen. Da das jedoch nicht geschehen ist, wird es diese Woche ein Treffen von Fachleuten aus dem Bauamt und dem Rechtsamt des Kreises mit dem Landrat geben, auf dem das weitere Vorgehen beraten werden soll.

Dass jetzt bald etwas geschieht, wünschen sich neben Christian Czock auch die Anwohner, an deren Häusern vorbei sich der Schwerlastverkehr seit der Sperrung wieder über die Wilhelmstraße nach Rödemis hinein und von da aus über die Simonsberger Straße zum Außenhafen und zurück quält. Und auf noch eins hofft Czock: „Mehr Transparenz über das, was da so vor sich geht.“

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