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Scheckenfalter in Lütjenholm : Warten auf blühende Landschaften

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Noch ist alles eher karg: Aber bald sollen abgeholzte Flächen in Lütjenholm zu Heidelandschaften werden – und sind dann attraktiv für den Goldenen Scheckenfalter, der auch in Nordfriesland wieder heimisch werden soll.

Noch ist nicht viel zu sehen am Galgenberg und Megelbarg in Lütjenholm. Im Rahmen der Maßnahme „LIFE-Aurinia“ waren dort im vergangenen Jahr zugunsten der Wiederansiedlung des in Schleswig-Holstein als verschollen geltenden Goldenen Scheckenfalters (Euphydryas aurinia) 7000 große Fichten auf insgesamt 18 Hektar abgeholzt und der mit Tannennadeln „durchseuchte“ Boden abgetragen worden. Denn der kleine Schmetterling mag keine Bäume, sondern bevorzugt Borstgrasrasen, Heiden, Magerrasen und Kalkhalbtrockenrasen.

Träger des Projektes ist die landeseigene Stiftung Naturschutz, die die Lebensräume des goldigen Falters in acht Gebieten Schleswig-Holsteins erhalten oder wiederherstellen möchte. So werden für den Schmetterling unter anderem auch in der Geltinger Birk (Schleswig-Flensburg) und am Stadtrand von Flensburg verlockende Lebensbedingungen geschaffen. Das Projekt ist bis zum 31. Dezember 2018 bewilligt und umfasst ein Gesamtbudget von 3,3 Millionen Euro. Finanziert wird es jeweils zu 50 Prozent durch das „LIFE“-Programm „Nature & Biodiversity“ der Europäischen Union sowie durch die Stiftung Naturschutz.

Im künftigen nordfriesischen Zuhause des besonderen Schmetterlings wurde bereits im Januar im Auftrag der Stiftung am Galgenberg sogenanntes Plaggmaterial (abgeschältes Material) von den Löwenstedter Sandbergen mittels Kettenbagger und Miststreuer ausgebracht. „Wir haben zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Denn die Maßnahmen sind sowohl für die Spender- als auch für die Empfängerfläche gut“, erklärt Projektleiterin Antje Walter von der Stiftung Naturschutz.

Zudem sind am Galgenberg mehr als 4000 Bäume zum Schutz der Heide gepflanzt und das Territorium eingezäunt worden. Die jüngst abgeschlossene Maßnahme auf dem Megelbarg gleicht der des Galgenbergs. Der Naturstoff dafür stammt allerdings nicht aus Nordfriesland, sondern von einer 3600 Quadratmeter großen Fläche des Standortübungsplatzes Langwedel, nahe dem Bordesholmer Dreieck. 13 Lkw-Ladungen waren nötig, um es zum Bestimmungsort zu transportieren und dort auf 3,8 Hektar auszustreuen. Aufgrund der Witterungsverhältnisse musste das Material auf dem Gelände der Bundeswehr zwischengelagert werden. „Wir freuen uns sehr darüber, dass die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr sehr gut geklappt hat.“

Mit dem abgeplaggten Material werden nicht nur Heidesaat, sondern auch sehr viele Samen aus der Samenbank übertragen, sodass die Stiftung einen Artenreichtum bei Gräsern und Blütenpflanzen erwartet. „Außerdem werden auch Flechten und für Heideboden typische und notwendige Mikroorganismen übertragen.“

Als weitere Maßnahmen auf beiden Flächen sind Pflanzungen und die Aussaat von gefährdeten Pflanzenarten, wie Teufelsabbiss, sowie die Übertragung von Mähgut aus Feuchtheideflächen geplant. Die noch kaum sichtbare Vegetation wird sich mit den Jahren schließen. Bis es soweit ist, werden die Flächen – inklusive Grünlands des Naturschutzvereins Südtondern – für die Beweidung mit Rindern eingezäunt. „Die fressen gern Heide.“

In den vergangenen Wochen wurden lebende Falter, ausschließlich begattete Weibchen, aus anderen Bundesländern sowie Dänemark nach Schleswig-Holstein verbracht, um in den Projektgebieten ihre Eier abzulegen.

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