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Start im nächsten Jahr : Warnlicht blinkt nur bei Bedarf

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Dirk Ketelsen aus dem Sönke-Nissen-Koog hat eine innovative Befeuerung für hohe Windkraftanlagen entwickelt. Unterstützt wurde er von Fachleuten des Fraunhofer-Instituts für Hochfrequenzphysik und Radartechnik.

Windenergieanlagen genießen an der Westküste eine große Akzeptanz. Das liegt zum einen an dem hohen Anteil an Bürgerenergie-Projekten. Das liegt zum anderen aber auch daran, dass nächtliche Störungen durch blinkende Windmühlen nicht der Fall sind, heißt es vom Bundesverband „WindEnergie“. Zu niedrig seien die Anlagen, um nachts durch rote Hindernisbefeuerung für Flugsicherheit sorgen zu müssen. Eine Untersuchung der Deutschen Windguard hat laut Verband ergeben, dass in Schleswig-Holstein mit einer durchschnittlichen Nabenhöhe von 84 Metern bundesweit die niedrigsten Türme stehen. Im Land Bayern zum Beispiel sollen es gut 50 Meter mehr sein.

Der Nachteil der niedrigen Türme liegt in der nicht optimalen Effizienz. Höhere Windenergieanlagen haben eine höhere Windausbeute und können so gleichmäßiger und mehr Strom produzieren.

Durch eine Innovation des Windkraft-Pioniers und Windmüllers Dirk Ketelsen aus dem Sönke-Nissen-Koog könnten die Schleswig-Holsteiner nun auch von diesem Effizienzgewinn profitieren, ohne auf eine dunkle Nacht verzichten zu müssen. In Zusammenarbeit mit Experten des Fraunhofer-Instituts für Hochfrequenzphysik und Radartechnik hat der Nordfriese ein sogenanntes Passiv-Radar-System entwickelt. Damit ist gewährleistet, dass die Windenergieanlagen nur noch blinken, wenn sich tatsächlich ein Flugkörper nähert. „Ich bin sicher, dass dieses System dafür sorgen kann, die Akzeptanz für höhere Windmühlen zu verbessern“, erklärte Nicole Knudsen, Leiterin des Landesbüros Schleswig-Holstein des Bundesverbandes „WindEnergie“. Knudsen: „Bei diesem Passiv-Radar gibt es keine zusätzlichen Emissionen. Es nutzt vorhandene Fernseh- und Mobilfunk-Wellen von DVB-T, DAB plus oder LTE.“

Der engagierte Windmüller Ketelsen hat inzwischen die einjährige Pilotphase erfolgreich abgeschlossen und will im kommenden Jahr durchstarten – er wartet nur noch auf eine entsprechende Gesetzesänderung.

Doch schon jetzt ist mit Hilfe von Einzelgenehmigungen eine Ausstattung bestehender Windparks mit dieser neuen Technologie möglich. In der Regel reichen drei Sensoren pro Windpark aus, um die Echos der möglichen Flugobjekte zu orten, die nachts über den Luftraum der blinkenden Windparks fliegen. „Alle reden von der Weiterentwicklung der Windenergie im Rahmen der Energiewende – wir fangen schon mal an“, kommentierte Dirk Ketelsen die Erfindung.

Rückendeckung aus dem schleswig-holsteinischen Energiewende-Ministerium hat er schon mal. Von der Funktion und der Leistungsfähigkeit der Sensoren überzeugte sich Tobias Goldschmidt, Leiter der Stabsstelle Energiepolitik im Ministerium. „Innovationen, die helfen, Störungen zu verringern und Anwohner zu entlasten, sind enorm wichtig. Gut, dass in Schleswig-Holstein so ein zupackender Erfindergeist herrscht. Eine bedarfsgerechte Befeuerung ist ein ganz entscheidender Schritt, dass auch in Schleswig-Holstein die Energiewende ein Mitmach-Projekt bleibt und anderswo hoffentlich zu einem solchen wird“, sagte Goldschmidt.

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erstellt am 23.Okt.2014 | 17:30 Uhr

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