zur Navigation springen

Deichschau auf Hooge : Warfterhöhung oder Ringdeich?

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Halligbewohner sollen beim Thema Küstenschutz mitreden. Ein Forschungsprojekt der Universität Aachen beschäftigt sich mit dem Thema „Klimawarft“.

„Sie müssen sich überlegen, wollen sie nur 20 Jahre vorausplanen oder wollen sie auch an ihre Enkel denken“, appellierte Dr. Jacobus Hofstede im Rahmen der Deich- und Warftschau an die Bewohner der Hanswarft auf der Hallig Hooge. Im Zuge des Pilotprojekts „Klimawarft“ müssten die Halligbewohner selbst entscheiden, wie hoch die Warftverstärkung ausfallen soll, erklärte der wissenschaftliche Direktor beim Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. Im Projekt sind vier Warften vorgesehen. Neben der Hanswarft, die Warften Treuberg auf Langeneß, Knudts- und Schulwarft auf Gröde sowie Halber Weg auf Nordstrandischmoor. Für jede Hallig muss der Wasserstand ermittelt werden. Das wird derzeit in einem Forschungsprojekt der Universität Aachen ermittelt. „Wie der Küstenschutz dann mit den Empfehlungen der Uni umgehen kann, müssen wir sehen“, so Hofstede.

Ob Warfterhöhung oder Ringdeich, ob vielleicht sogar der Abriss einiger Häuser auf der Hanswarft erforderlich sind – das alles ist noch offen. „Die 17 Hauseigentümer auf der Warft müssen sich einigen und einen gemeinsamen Beschluss fassen“, machte Hofstede deutlich. Vom Konzept eines Ringdeiches allerdings riet er ab. Das könnte bei extremem Hochwasser zum Überlauf führen. „Bei jeder Lösung ist die Gemeinschaft wichtig“, appellierte auch Hooges Bürgermeister Matthias Piepgras an den Zusammenhalt der Hallig-Gemeinschaft.

Vor der abschließenden Besprechung auf der Warft hatten die Mitarbeiter des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) mögliche „Problemzonen“ auf der Hallig gesichtet. Im Blocksteinwerk vor dem Fähranleger ist die Verklammerung zwischen den Steinen nicht mehr optimal. Das kann zu Auswaschungen und zur Instabilität der Steine führen. „Hier und an der gesamten Nordküste müssen in den kommenden Jahren weitere Sicherungsarbeiten erfolgen“, kündigte LKN-Baubetriebsleiter Dieter Schultz an.

Auch die Tore des Hafensiels sind nur schwer beweglich, der Schaden soll behoben werden. Nach Vermessungen durch den LKN ist das Watt vor der Westerwarft im Abtrag. Um ein Fortschreiten des Abtrags zu verhindern, erwarten die Halligbewohner vom LKN Konzepte, wie das verhindert werden soll. Am Ende waren die Teilnehmer mit dem allgemeinen Unterhaltungszustand der Hallig aber zufrieden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen