Durchs Watt zur Sitzung : Warften für die Zukunft sichern

Bei gutem Wetter ging es zur Zusammenkunft  auf die Hallig
Bei gutem Wetter ging es zur Zusammenkunft auf die Hallig

Mit der Lore machte sich der Gemeinderat Nordstrand auf den Weg zur Sitzung auf der Hallig Nordstrandischmoor. Dort wurde über den Zustand der Warften debattiert. Zudem steht die Sanierung einiger Gebäude auf der Agenda.

Avatar_shz von
05. Juli 2014, 12:30 Uhr

Einmal im Jahr heißt es für Nordstrands Gemeindevertreter rauf auf die Lore und rüber zur Hallig Nordstrandischmoor. Das Eiland gehört zur Kommune. Dort tagten die Gemeindevertreter in der Gaststätte Glienke. Bestens geeignet war der Ort, um das Zukunftsprojekt Halligen 2050 vorzustellen. Seit 2007 befasst sich eine Arbeitsgruppe damit, wichtige Themen anzustoßen, erläuterte Dr. Johannes Oelerich, Direktor des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN). Ein Thema ist es, die Warften für die Zukunft sicher zu machen. „Die Halligen müssen mit Blick auf den Klimawandel und prognostizierten Meeresspiegelanstieg auch in Zukunft bewohnbar bleiben. Die Bewohner sollen nicht abwandern. Das ist unser Ziel“, erläuterte Dr. Oelerich. Dazu wurden Empfehlungen ausgesprochen, wie beispielsweise eine Bestandsaufnahme der Warften und der Häuser durchzuführen, die Pegelstände der Sturmfluten an allen Warften zu messen und zu analysieren, jegliche Änderungen zu erfassen, den Schutz der Objekte zu erhöhen, und darauf zu achten, dass die Hallig wachsen kann. „Auf Lüttmoor gibt es mit der Ablagerung von Sedimenten keine Probleme, auf anderen Halligen sieht das schon anders aus“, so Dr. Oelerich. Auf Nordstrandischmoor sei eine erste Begehung erfolgt. Es ist festgestellt worden, dass die Amalienwarft und Warft Halber Weg dringend verstärkt werden müssen. Auch die Gebäude sind marode. Hier muss noch im Detail geprüft werden, was nötig ist, möglicherweise sogar Neubauten. Das LKN wird das Vorhaben begleiten. Das Land Schleswig-Holstein gibt Fördermittel. Die Gemeinde muss den Anstoß dazu geben. „Wir reden über Erhalt und Sanierung. Besagte Häuser sind tatsächlich rott. Wir sollten den jungen Familien für ihre Zukunft eine Existenzsicherung möglich machen“, ergänzte Annemarie Lübcke als Vertreterin für die Biospähre Halligen.

Bürgermeister Werner-Peter Paulsen bat das Gremium um ein Votum dafür, damit insbesondere die Fördermöglichkeiten ausgelotet werden können. „Wir müssen die Chance für unsere Halligbewohner nutzen“, erklärte er. Der Gemeinderat segnete bei einer Enthaltung die Grundsatzentscheidung ab, weiter an der Umsetzung zu arbeiten. Eine besorgte Frage aus der Einwohner-Runde ging zum Thema Treibsel an den LKN-Chef. Es wurde um eine Antwort gebeten, ob Treibsel, der in den neuen Deich auf Nordstrand mit eingearbeitet werde, mit Giftstoffen versetzt ist. „Es ist nicht schadstoffhaltig. Plastikmüll wird aussortiert“, so Dr. Oelerich. Treibsel sei biogenes Material und eigne sich hervorragend zum Verarbeiten in der obersten Kleischicht. So wachse das Gras gut an, was sich bereits auf Nordstrand zeige.

Der Bürgermeister berichtete, dass die Wurzelaufbrüche auf dem Radweg im Morsumkoog in den nächsten Tagen ausgebessert werden. Derzeit beschäftigt die Polizei eine Einbruchsserie auf der Halbinsel. Sowohl in der Herrendeichschule, als auch in der Evangelischen Kirche Odenbüll sowie in Privathaushalten wurde eingebrochen. Wertvolle Musikinstrumente sind beispielsweise aus der Schule entwendet worden. Selbst vor dem Abbau des im Osterkoog aufgebauten Geschwindigkeitsmessgerätes wurde nicht zurückgeschreckt. Die Behörden verfolgen derzeit eine „heiße Spur“.
Zu guter Letzt räumte der Gemeindechef mit einem kursierenden Gerücht auf. „Wattführungen nach Lüttmoor sind nach wie vor möglich und werden weiterhin auch regelmäßig gemacht“, so Paulsen.



zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen