Vor Nordstrand : Warft und Deichfuß im Watt entdeckt

Für Laien nicht leicht zu erkennen: Hier könnte ein Teil des Seedeiches der hemaligen Insel Strand zu sehen sein.
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Für Laien nicht leicht zu erkennen: Hier könnte ein Teil des Seedeiches der hemaligen Insel Strand zu sehen sein.

Heimatforscher Robert Brauer fand im trockengefallenen Watt eine bislang verborgene Warft und Relikte eines Seedeichs.

shz.de von
16. April 2018, 14:00 Uhr

Der starke Ostwind der vergangenen Tage trieb nicht nur das Wasser aus dem Watt in die Nordsee, sondern zog auch den Nordstrander Heimat- und Rungholt-Forscher sowie Nationalparkführer Robert Brauer hinaus in das Watt vor dem Trendermarsch-Koog. „Mich machten die trockengefallenen Wattflächen neugierig, die sonst menschliche Augen nicht zu Gesicht bekommen. Die Fläche ist besonders interessant, weil sie seit der Rungholt-Zeit vor 1634 kontinuierlich besiedelt war“, berichtete er. Noch heute lassen sich dort Spuren
der historischen Feldeinteilung aus dem Spätmittelalter finden.

Nach einem beschwerlichen Marsch durch das Watt entdeckte Brauer tatsächlich Spuren des historischen Kooges. Mitten im Priel lag unverkennbar eine Warft. Weiter westlich erspähte er einen fast 200 Meter langen Teil eines Deichfußes. „Dieser große Deich kann ein Teil des Seedeiches der Insel Strand gewesen sein“, so Brauers Analyse.

Die Auswertung der GPS-Daten durch Nationalparkführerin Cornelia Kost, die seit Jahren eng mit Brauer zusammenarbeitet, bestätigte seine Annahme. Damit müsse, so Kost, die historische Karte korrigiert werden, nämlich um 430 Meter in Richtung Süden. „Das ist schon eine kleine Sensation“, so Kost.

Deichfunde seien so wichtig, weil sich an ihnen die überlieferten Karten überprüfen lassen. Auch ein vor einigen Jahren entdecktes, nur wenige Meter langes Stück Deich passe nun von der Lage besser in die Karte. Die Warft wurde inzwischen eingemessen, ebenso eine gut sichtbare und von Brauer gefundene Fischreuse. Ein sehr menschlich aussehendes Stück Knochen wurde für das Archäologische Landesamt geborgen und ein mutmaßlicher Tuffstein war ein Hinweis auf die in der Trendermarsch während der großen Sturmflut verschollenen Kapelle.

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