Breklum : Wappnen gegen Bausünden

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Auch die Koppel hinter der Häuserreihe Drelsdorfer Straße/Ecke Sönnebüller Weg soll bei der Änderung des B-Planes mit einbezogen werden.
Auch die Koppel hinter der Häuserreihe Drelsdorfer Straße/Ecke Sönnebüller Weg soll bei der Änderung des B-Planes mit einbezogen werden.

Der Ortskern in Breklum soll überplant werden. Der Grund: Man will baulichen Wildwuchs verhindern.

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06. Dezember 2018, 17:28 Uhr

Breklum | B-Plan im Dorfkern Breklums – ja oder nein? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses der Gemeinde.

„Wir sollten in Zukunft Wildwuchs durch eine Überplanung vermeiden. Es gibt noch einige Flächen, die nicht im B-Plan berücksichtigt wurden“, stellte der Vorsitzende Thorsten Carstensen fest. Bürgermeister Claus Lass bestätigte: „Ich bekomme in letzter Zeit viele Bauanträge, wo es um Altgebäude geht, die teilweise abgerissen und neu aufgebaut werden sollen. Wenn dann kein Bebauungsplan oder eine Erhaltungssatzung vorliegt, hat die Kommune im Zweifel keine Handhabe.“ Zumindest solle man sich Gedanken machen, ob etwas reglementiert werden soll oder nicht. Liege eine Erhaltungs- oder Ortsentwicklungs-Satzung vor, müsse die Gemeinde zumindest beteiligt werden. Das Gremium war sich schnell einig, dass dem Gemeinderat empfohlen werden soll, den Dorfkern zu überplanen. Dafür sollten Kosten von 10 000 Euro in den Haushalt eingestellt werden.

Weiter ging es um die Pläne eines Anwohners der Drelsdorfer Straße, der auf seinem Grundstück ein zweigeschossiges Wohnhaus mit rund 130 Quadratmeter Grundfläche errichten möchte. Nach Fertigstellung plant er es sowohl an Senioren, als auch junge Leute, zu vermieten. Da der jetzige B-Plan das nicht hergibt, müsste dieser entsprechend geändert werden. Die Kosten würde der Grundstückseigentümer tragen. „Das ist für uns eine Null-Nummer. Da können wir nichts dagegen haben“, stellte der Vorsitzende fest. Das Problem der Zuwegung habe der Eigentümer bereits selbst gelöst. Er dürfe die Auffahrt seines Nachbarn nutzen. Eine Extrazufahrt zum späteren neuen Wohnobjekt würde die Behörde nicht genehmigen, weil die Drelsdorfer Straße eine Landesstraße ist. Die Überlegung, eine Zufahrt vom Sönnebüller Weg her zu schaffen, wurde schnell verworfen. Dort, soLass, laufe ja der Radweg nach Sönnebüll entlang, der dann gekreuzt werden müsse und so die Sicherheit der Radfahrer und Fußgänger gefährde. Das habe die Gemeindevertretung in anderer Sache schon einmal abgelehnt.

Die Empfehlung für den Gemeinderat pro Änderung des B-Plans erging einstimmig. Sie ging sogar noch weiter, nämlich auch in diesem Verfahren gleich die hinter der Häuserreihe liegende Koppel gleich für ein neues Baugebiet mit einzuplanen.

Auch über das Thema Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses (wir berichteten) berieten die Gremiumsmitglieder. Dirk Haß sprach aus, was seine Mitstreiter grundsätzlich bestätigten: „Wir sollten einen anderen Standort suchen und uns mit einem Neubau befassen. Der geplante Anbau an das jetzige Gebäude ist zwar gut durchdacht, wird aber eine sechsstellige Summe verschlingen und wir haben in die Zukunft gedacht doch nur Stückwerk und weniger Platz auf dem Grundstück“, erklärte er. Die Lage sei letztendlich nicht optimal. Ein attraktiver Neubau würde möglicherweise auch mehr Nachwuchskräfte anziehen. „Wir müssen nichts übers Knie brechen. Wir befassen uns ja schon lange damit“, so der Bürgermeister. Man könne sich das noch einmal genauer beim im kommenden Jahr geplanten Ortstermin ansehen. Derweil werde er sich nach möglichen Flächen für einen Bau umsehen.

Er habe ja auch immer noch den Bereich der Grünzäsur in der Drelsdorfer Straße im Auge. Möglicherweise werde Bewegung in die Sache kommen. Bald tage eine Arbeitsgruppe im Amtsgebäude Bredstedt, an der er teilnehmen wird. „Man muss sich aber auch fragen, ob man die grüne Fläche nicht tatsächlich doch erhalten will. Einen gewissen Charme hat sie ja“, so Lass. Alternativ stehe eben eine Entwicklung im Raum, mit der er gut leben könne, möglicherweise für Ansiedlung eines neuen Gerätehauses oder auch einer sozialer Einrichtung, vielleicht eines Ärztehauses.

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