zur Navigation springen

Laune der Natur : Walnuss sieht innen wie eine Haselnuss aus

vom

Besonderer Fund in Breklum: Walnuss kommt als Haselnuss daher. Ist sie etwa eine Mischfrucht oder doch nur eine Zufalls-Form? Elisabeth Sensche schenkte das Fundstück nun dem Naturzentrum.

shz.de von
erstellt am 20.Jan.2010 | 06:14 Uhr

Breklum | Ein ganz normaler Spaziergang beim Christian-Jensen-Kolleg bringt für die Breklumerin Elisabeth Sensche eine Überraschung. Sie reibt sich die Augen, kann es gar nicht glauben, was sie da sieht. Als sie die dicke Schale der soeben gefundenen Walnuss knackt, entdeckt sie etwas, was sie noch nie gesehen hat. Und sie hat wahrlich schon viele Walnüsse in ihrem Leben geknackt und gegessen. Eine klare Sache: Die Walnuss ist augenscheinlich mit einer Haselnuss zusammengewachsen. "Das kann nicht sein, war mein erster Gedanke", so die Rentnerin.

Ihr ließ das keine Ruhe. Sie aß die außergewöhnliche Frucht natürlich nicht. Fein säuberlich legte sie die "Wal-Hasel-Nuss" in eine Schachtel und fragte sich, ob das denn eine Laune der Natur war oder wissenschaftlich erklärbar. Ihr war nämlich beim Aufheben aufgefallen, dass in der Nähe des Walnussbaums auch mehrere Haselsträucher stehen. "Ich dachte an eine biologische Vereinigung, denn zusammengeklebt konnten die beiden Nüsse nicht sein, obwohl mir das durch eine Bekannte selbst unterstellt wurde. Was hätte das aber für einen Sinn gemacht?", so Sensche.
Doch nur außergewöhnlich gewachsen?

Zunächst versuchte sie einen befreundeten Biologen in Kiel zu erreichen. Doch der war im Urlaub. Schließlich wusste Biologe Volker Weinreich, im Naturzentrum Bredstedt ehrenamtlich tätig, Rat. Allerdings raubte er der Breklumerin die Illusion von einer möglichen biologischen Sensation. "Hier hat sich aus irgendwelchen Gründen eine andere Form des Verbindungsstückes gebildet, zufällig die einer Haselnuss", sagt er dazu. Eine Art Mischwesen habe er aufgrund der Farbe und Strukturierung ausgeschlossen. Innerhalb der harten zwei geteilten Fruchtwand, also Schale, entwickelt sich, so Weinreich, der Embryo, der als Walnuss gegessen wird, und der aus zwei ähnlichen Hälften mit einem Verbindungsstück besteht. Und genau dies Stück war eben ein wenig anders. "Ja, die Biologie zeigt immer wieder Erstaunliches", so Weinreich.

Die Rentnerin wird wohl das Fundstück nicht selbst behalten, sondern dem Naturzentrum schenken. Dort ist das Kleinod nicht nur gut aufgehoben, sondern könnte ja vielleicht noch einmal, so ihre Hoffnung, näher untersucht werden. "Vielleicht gibt es ja doch noch eine andere Theorie?", meint die Finderin.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen