Immenstedt : Waldkinder brauchen neuen Unterschlupf

Die Kinder der Waldgruppe müssen bald an einen neuen Platz umziehen.
Die Kinder der Waldgruppe müssen bald an einen neuen Platz umziehen.

Schlechte Nachrichten für die Waldgruppe des Kindergartens Viöl: Die Gemeinde Immenstedt hat die Verlängerung ihres Aufenthaltes im Forst abgelehnt.

shz.de von
17. August 2018, 13:00 Uhr

Seit etwas mehr als einem Jahr ist die Waldgruppe des Viöler Kindergartens im Immenstedter Forst zuhause. Die Holzhütte der Gemeinde Immenstedt, die auch für andere Zwecke genutzt wird, dient ihnen dabei als fester Unterschlupf. Doch die Beschwerden von verschiedenen Seiten häufen sich. Dauerhaft können die Kleinen dort nicht bleiben, wie sich in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung herausstellte. „Von Anfang an war diese Unterbringung sowieso nur als Übergangslösung gedacht, um den Viölern zu helfen“, erklärte der Vize-Bürgermeister Ralf Bahnsen nach der Sitzung.

Eigentlich sollte das Thema „Waldkindergartengruppe im Immenstedter Forst“ an diesem Abend unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt werden. Hintergrund ist, dass der Betreiber des Viöler Kindergartens, das Evangelische Kindertagesstättenwerk (Kita-Werk) Nordfriesland, dieses Unterkunft-Angebot Immenstedts für weitere Jahre fortführen möchte. Doch schon während der Einwohnerfragestunde brachte Andreas Albertsen das Thema auf den Tisch. Der Vorsitzende der Jagdgemeinschaft Immenstedt/Hochviöl verwies darauf, dass die Jäger von einer Verlängerung nicht begeistert seien. „Die Waldkindergartengruppe befindet sich im Kern unseres Jagdreviers“, erklärte er. Die tägliche Unruhe sei für das Wild insbesondere in der Brunftzeit schädlich. Und es schmälere auch die Aussichten auf eine erfolgreiche Jagd. Trotzdem betonte er: „Wir sind nicht kinderfeindlich und halten die Waldpädagogik für sehr gut.“ Man sei bereit, mit den Kindern Führungen durch den Wald zu machen und dabei Tiere zu beobachten. „Der Waldkindergarten hat auf jeden Fall seine Berechtigung und sollte fortgeführt werden, jedoch an einem anderen Standort.“ Dabei schlug Albertsen vor, den Kirchenwald anzuvisieren. „Sicherlich gibt es für die Viöler Kirche die Möglichkeit, auf ihrem eigenen Waldgebiet das Angebot fortzuführen.Wir sind gerne bereit, den Waldkindergarten auf der Suche nach einem anderen Standort zu unterstützen.“

Während der nicht öffentlichen Sitzung wirkten die Äußerungen von Andreas Albertsen offenbar noch lange nach und es wurde lange darüber diskutiert, wie die Protokollführerin Monika Fischer berichtete. Am Ende wurde dann dem Antrag auf Verlängerung bis 2020 nicht stattgegeben. Eine kleine Verlängerung gab es dennoch. Die Waldkindergartengruppe darf noch bis Ende diesen Jahres im Immenstedter Forst bleiben.

Von Seiten der Kindergarten-Leitung in Viöl gab es hierzu keine Stellungnahme. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte der Geschäftsführer des Kita-Werks, Christian Kohnke: „Schon vor den Sommerferien hat sich diese Entwicklung angebahnt.“ Für eine Lösung gäbe es bereits gute Ideen. „Wir führen inzwischen Gespräche mit dem Kreisbauamt.“ Hintergrund dieser Gespräche sind baurechtliche Probleme, wie Kohnke weiter ausführte. „Für eine Naturgruppe, wie es die Waldkindergartengruppe ist, muss eine Schutzunterkunft zur Verfügung stehen.“ Im Immenstedter Forst habe es diese gegeben. „Es war ein idealer Platz für die Naturgruppe.“ Doch die Errichtung einer Schutzhütte an einem geeigneten Platz bereite erhebliche Probleme. So gäbe es die Vorgabe, dass im Radius von 30 Metern um eine Schutzhütte kein Baum stehen darf.

„Das ist eine schwierige Kiste, aber ich bin zuversichtlich, dass wir in den verbleibenden Monaten eine Lösung finden werden“, zeigte sich der Diplom-Sozialpädagoge zuversichtlich.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen