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Thema im Hauptausschuss : Wählergemeinschaft Husum wirbt für Tourismus-Konzept

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Wählergemeinschaft Husum will im Hauptausschuss für ein einheitliches Tourismuskonzept plädieren, an dem sich auch die Wirtschaft beteiligen soll.

Fragen, wie ein großer Schweinemastbetrieb in Finkhaushallig zur touristischen Entwicklung Husums passt oder wie es mit dem Dockkoog weitergehen soll, haben die Debatte um ein einheitliches Tourismuskonzept neu befeuert. Die Wählergemeinschaft (WGH) will den Ball jetzt aufnehmen und die Debatte am Donnerstag, 4. September, ab 17 Uhr im Hauptausschuss (Raum 001, Rathaus) mit Leben erfüllen. Dazu hat sie einen Antrag ausgearbeitet, dessen Inhalt auch Thema eines Pressegesprächs mit unserer Zeitung war. Fraktions-Chef Helmut Stemke erläuterte die Eckpunkte der WGH-Überlegungen.

„Wir brauchen ein Gesamtkonzept für den Tourismus“, sagt Stemke, räumt aber gleichzeitig ein, dass „wir auf diesem Gebiet nicht über das nötige Fachwissen verfügen und externen Rat benötigen“. Die Wirtschaft habe auch schon signalisiert, dass sie sich finanziell an einem solchen Vorhaben beteiligen würde, erläutert Stemke.

Doch woran soll sie sich beteiligen, und wie könnte ein solches Tourismus-Konzept aussehen? Stemke setzt auf „Einheitlichkeit“. Im Augenblick sei die Stadt von einem ganzheitlichen Blick auf die Materie weit entfernt. Vorhaben wie eine mögliche Dockkoog-Bebauung seien ins Stocken geraten, und bei der Diskussion um den Schweinemastbetrieb „sind die rechtlichen Möglichkeiten der Stadt doch sehr überschaubar – und manche Dinge haben wir noch gar nicht in den Blick genommen“, sagt der WGH-Chef unter Hinweis auf die „verbesserungswürdige touristische Infrastruktur“ des Ortsteils Schobüll.

Hier möchte die WGH ansetzen. „Dass die Entwicklung des Tourismus’ für die Zukunft Husums von zentraler Bedeutung ist, „dürfte allen klar und somit kein strittiger Punkt mehr sein“, sagte Stemke. Gleichwohl stelle sich die Frage, ob die Voraussetzungen für eine solche Entwicklung noch zeitgemäß seien oder „ob in dieser Frage Handlungsbedarf besteht.“ Ein Punkt, der auch für andere wichtige Wirtschaftsfaktoren in der Region gelte.

Vom Tourismus profitierten Vermieter und Gastronomie, aber auch Handel und Gewerbe und damit neben Arbeitnehmern auch die Stadt selbst, so Stemke unter Hinweis auf die Gewerbesteuer. Diesen Wirtschaftsfaktor zu stärken und eine Verbesserung der Infrastruktur für den Tourismus in Husum herbeizuführen, „ist Ziel unseres Antrags. Letztlich geht es um unsere Wettbewerbsposition im Vergleich mit anderen Orten“, erläutert er, macht aber gleichzeitig deutlich, dass diese Abgrenzung nicht etwa den Umlandgemeinden gelte. Im Gegenteil. Um eine bessere touristische Infrastruktur zu erreichen, müsse die Stadt eng mit den Umlandgemeinden zusammenarbeiten, ist sich die WGH einig.

Eine Bündelung der Angebote würde das Image und die Wettbewerbsposition der Region mit Sicherheit verbessern, meint Stemke: „Hierzu fallen mir Stichworte wie ein Zweckverband oder eine interkommunale Zusammenarbeit ein.“ Einen Nachbarschaftsausschuss gebe es ja schon, doch dessen Potenzial sei noch lange nicht ausgereizt.

„Wenn wir die Bedeutung des Tourismus’ bejahen, aber feststellen, dass unser Sachverstand für eine umfassende Beurteilung nicht ausreicht, dann bleibt uns nur, das fehlende Wissen einzukaufen oder so weiterzumachen wie bisher“, zitierte Stemke aus der Begründung des WGH-Antrags. Tourismus sei ein derart komplexes Thema, dass sich in dieser Frage sogar das Land externer Hilfe bediene. Allerdings sehe die vorliegende Tourismusstrategie der Landesregierung keine finanzielle Unterstützung der Kommunen vor. Fördermöglichkeiten täten sich nur für private Investoren auf. „Deshalb setzen wir in dieser Frage auch auf eine Beteiligung der Wirtschaft.“

Für die Zukunft der Stadt sei die Debatte umso wichtiger, als die Wertschöpfung aus der Windindustrie rückläufig und mit einem großen Fragezeichen zu versehen sei. Vor diesem Hintergrund hofft die WGH auf eine konzertierte Vorgehensweise von Politik, Verwaltung und Wirtschaft.

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erstellt am 03.Sep.2014 | 07:00 Uhr

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