Husums Dockkookspitze : Wählergemeinschaft Husum: Badesee ersatzlos streichen

.Die Dockkoogspitze bleibt auch weiterhin ein politischer Zankapfel.
.Die Dockkoogspitze bleibt auch weiterhin ein politischer Zankapfel.

Die Wählergemeinschaft Husum will erreichen, dass die Planungen für die Dockkoogspitze noch einmal überdacht werden.

Avatar_shz von
02. Dezember 2019, 15:08 Uhr

Husum | Die Dockkoogspitze und ihre künftige Gestaltung sind Thema in der nächsten Sitzung des Bauausschusses am Mittwoch, 11. Dezember, ab 17 Uhr im Ratssaal des Rathauses. An diesem Tag soll die Umsetzung des ersten Bauabschnitts beraten und beschlossen werden.

Grundsatzfrage: Badesee ja oder nein

Doch für die Wählergemeinschaft Husum (WGH) geht es um mehr. Sie fragt – und das nicht zum ersten Mal –, ob das Vorhaben überhaupt Sinn macht, und hat dafür zuletzt unfreiwillige Hilfe von Kämmerer Dirk Pohlmann erhalten. Grund: Husums Kassen sind leer. Und viele Projekte, die vor ein paar Monaten noch golden glänzten, sind mittlerweile in tristes Grau getaucht. Deshalb will die WGH beantragen, die im besagten ersten Bauabschnitt enthaltenen Planungen für den Badesee einzustellen.

In einem Schreiben, das den Husumer Nachrichten vorliegt, heißt es: Wasserstände und Dynamik der Nordsee nähmen zu. Nicht zuletzt deshalb würden die Landesschutzdeiche an Ost- und Westküste zu Klimadeichen ausgebaut. Dies gelte auch für den Dockkoog.

Mehr Sturmfluten als früher

Die WGH erinnert in diesem Zusammenhang nochmals an das Husumer Meerwasser-Freibad, das aufgrund häufiger Überflutungen am Ende habe zurückgebaut werden müssen. Und just an dieser Stelle solle nun der Badesee entstehen, fragt sie, „obgleich die Sturmfluthäufigkeit seither weiter zugenommen hat?“

In einem Nebensatz geht die Wählergemeinschaft auch darauf ein, dass Reste der alten Fundamente des Bades noch im Boden lägen und somit ihrerseits beseitigt werden müssten. Die Kosten hierfür seien in der Vorlage allerdings noch nicht enthalten, heißt es.

Der Badesee selbst soll ein Volumen von zirka 5000 Kubikmetern Meerwasser haben – mit einem Zu- und Ablauf zur Wasserauffrischung pro Tide (etwa 2,5 Stunden vor und zwei Stunden nach dem Mittleren Tidehochwasser) von einem Drittel dieses Volumens, also rund 1600 Kubikmetern bei normaler Tide. Bei Ostwindlagen mit geringerem Hochwasser fielen die Werte geringer aus.

Durch den täglichen Wasseraustausch wird es nach Einschätzung der Wählergemeinschaft zwangsläufig zu einem Schlickfall im Badesee von geschätzt 1000 bis 2000 Kubikmetern kommen. Bei häufigeren Sturmfluten sei mit noch größeren Mengen zu rechnen.

Kosten noch nicht vollständig geschätzt

Geplant sei die Abfuhr des Schlicks per Lkw. Bagger würden deren Beladung übernehmen. Dafür müsse der Badesee zuvor allerdings trocken gelegt werden. Angesichts von drei bis vier Monaten Badezeit empfindet die WGH dies als überproportional hohen Aufwand. Zudem werde der See nur als solcher genutzt werden können, wenn die Wasserqualität den behördlichen Vorgaben entspreche.

Bekannt sei, dass der Zulauf für den Badesee im Bereich der Schlickwatten neben der Husumer Au liege. Die aber führe insbesondere bei starken Regenfällen aus dem Hinterland sowie bei der Räumung des Husumer Hafens große Schmutzfrachten, die meist mit der ersten Flut zurück vor das Deckwerk gedrückt werde, also direkt vor den Zulauf des Badesees.

Um diese Schmutzfracht zumindest teilweise vom Badesee zurückzuhalten, sei ein personalintensives Wasser-Management nötig – verbunden mit einer Sperrvorrichtung im Zulauf, deren Kosten in der Schätzung auch noch ebenfalls enthalten sei.

Büsum kein gutes Beispiel

Abschließend stellt die WGH fest, dass die Perlebucht in Büsum zwar gern als erfolgreiches Beispiel für die Entwicklung der Dockkoogspitze angeführt werde. Im Gegensatz zu Husum werde sie jedoch durch einen Deich oder ein Deckwerk mit einer Höhe von 6,50 Metern, das heißt rund fünf Metern über MThw, geschützt.

Weiterlesen: 5,5 Millionen Euro für die Dockkoogspitze

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen