Nordfriesisches Institut : Wachwechsel nach drei Jahrzehnten

Instituts-Direktor Prof. Dr. Thomas Steensen (r.) mit seinem Nachfolger Dr. Christoph Schmidt.
Instituts-Direktor Prof. Dr. Thomas Steensen (r.) mit seinem Nachfolger Dr. Christoph Schmidt.

Im Nordfriisk Instituut in Bredstedt tritt Christoph Schmidt die Nachfolge von Direktor Thomas Steensen an.

shz.de von
11. Juli 2018, 08:00 Uhr

Im 1965 gegründeten Nordfriisk Instituut in Bredstedt geht eine Ära zu Ende: Nach mehr als drei Jahrzehnten an der Spitze der zentralen wissenschaftlichen Einrichtung für die Pflege, Förderung und Erforschung der friesischen Sprache, Geschichte und Kultur geht Prof. Dr. Thomas Steensen in diesem Sommer in den Ruhestand.

Seinen letzten Arbeitsbericht gab Professor Steensen, der 1987 die Instituts-Leitung übernommen und seit 1992 als Direktor der Einrichtung fungiert hatte, während der jüngsten Mitgliederversammlung des Trägervereins. Zu den Zuhörern gehörte auch sein Nachfolger Dr. Christoph Schmidt. Dieser soll das Amt als Instituts-Direktor am 15. August übernehmen. Steensen wird noch bis zum 31. August im Instituut tätig sein und seinen Nachfolger einarbeiten.

Christoph Schmidt verdiente sich seine ersten Sporen auf wissenschaftlichem Gebiet als 18-jähriger Ausgrabungshelfer in Braunschweig und in der Pfalz. Im Studium an der Philipps-Universität Marburg belegte er unter anderem die Fächer Archäologie sowie Christliche und Byzantinische Kunst. In seiner Freizeit genießt er es, auf dem Wasser zu sein. Zudem arbeitet er gern mit Holz. „Außerdem mag ich alte und zeitgenössische E-Musik und sprachlich ausgefeilte Texte“, so Schmidt.

Der 44-jährige Braunschweiger leitete zuletzt die Kreismuseen in Gifhorn, war auch einmal für sechs Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter auf Schloss Gottorf in Schleswig. So ganz fremd ist ihm die friesische Sprache denn auch nicht, wie er schmunzelnd erklärt. Und: „Über meine Mutter bin ich halber Ostfriese.“ Die vielfältige Arbeit des Nordfriisk Instituut habe ihn gereizt und sei ausschlaggebend für seine Bewerbung gewesen, schildert er. Insbesondere die Kulturgeschichte und der archäologische Bereich interessieren ihn. „Ganz besonders freue ich mich auf das hoch professionelle und motivierte Team im Instituut.“ Schmidt möchte das Identitätsbewusstsein der Friesen stärken und insbesondere Familien motivieren, die Sprache zu pflegen. Ferner möchte er sich dafür einsetzen, dass sich mehr junge Menschen für die Sprachenvielfalt und die Kulturgeschichte interessieren. „Das ist nicht nur eine Sache für alte Menschen, sondern auch für die jüngere Generation.“

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