Erfolg für Breitbandnetz-Gesellschaft : Vorreiter beim Glasfaser-Ausbau

Das Internet soll in ganz Nordfriesland schneller werden.
Das Internet soll in ganz Nordfriesland schneller werden.

Rund 50 Gemeinden im mittleren und nördlichen Nordfriesland sollen bis 2020 mit schnellem Internet versorgt sein. Über einen Zweckverband NF-Nord können Fördermittel akquiriert werden.

shz.de von
07. Februar 2018, 12:00 Uhr

Wenn es um den Ausbau des schnellen Internets in Deutschland geht, dann ist die Region mittleres und nördliches Nordfriesland inzwischen „ganz vorne mit dabei“: Im Rahmen ihrer Initiative „Breitband für alle“ engagiert sich die regionale Breitbandnetz-Gesellschaft (BNG) aus Breklum seit ihrer Gründung im Jahr 2010 dafür, dass die rund 50 Gemeinden der Ämter Mittleres Nordfriesland und Südtondern sowie die Gemeinde Reußenköge modernste Telekommunikations-Infrastruktur auf Glasfaserbasis erhalten. Mehr als 10.000 hochmoderne Glasfaseranschlüsse sind bereits gebaut worden. Gut die doppelte Menge wird angepeilt: „Bis zum Jahr 2020 soll die Region flächendeckend versorgt sein“, bekräftigte die BNG gestern in einer Mitteilung.

Schnelles Internet in der ländlichen Region sei damit keine Vision mehr, sondern bereits Realität: Durchschnittlich würden Anschluss-Quoten von rund 70 bis 80 Prozent je Gemeinde erreicht und jedes Jahr enstünden mehr als 2000 neue Glasfaseranschlüsse im mittleren und nördlichen Nordfriesland.

„Die Menschen in unserer Region haben verstanden, dass wir den Anschluss an das digitale Zeitalter jetzt nicht verpassen dürfen. Ein moderner Glasfaseranschluss gehört in jedes Haus, genau wie ein Wasser- oder Stromanschluss, und ermöglicht so die Teilhabe an der digitalisierten Welt. Von diesem hochmodernen Glasfasernetz werden heutige und zukünftige Generationen stark profitieren und unsere Region somit noch ein Stück lebenswerter“, betont BNG-Prokurist Daniel Pastewka. Für diesen Gedanken habe die Gesellschaft in mittlerweile 60 Info-Veranstaltungen bei Bürgern, Unternehmern und Gewerbetreibenden geworben und dabei die Vorteile eines modernen Glasfaseranschlusses aufgezeigt.

Voraussetzung für die Erschließung mit moderner Glasfaser-Infrastruktur ist, dass in den jeweiligen Gemeinden der wirtschaftliche Betrieb des neuen Netzes sichergestellt wird und ausreichend viele Haushalte und Unternehmen sich für einen Glasfaseranschluss entscheiden. Dieser ist kostenfrei, wenn ein Telefon- und Internetvertrag bei dem Partner-Unternehmen „nordischnet“ abgeschlossen wird.

Nach eigenen Angaben konnte die BNG bislang in jeder Gemeinde die erforderliche Quote, die für den wirtschaftlichen Betrieb des Netzes notwendig ist, erreichen. Rund 32 Bauabschnitte seien bereits angeschlossen, in einigen Gemeinden stehe die finale Baufreigabe noch aus. Die BNG baut im mittleren und nördlichen Nordfriesland ein komplett neues und hochmodernes Glasfasernetz bis in jedes einzelne Haus.

Die Gründungsinitiatoren der BNG – insbesondere aus dem Bereich der Windenergie, den Kommunen und der Hansewerk AG – haben dieses Projekt möglich gemacht, weil frühzeitig Eigenkapital bereitgestellt wurde. Mittlerweile stehen mehr als 140 Gesellschafter vornehmlich aus der Region hinter der Gesellschaft und „betreiben so eine digitale Daseinsvorsorge für die gesamte Region“, heißt es dazu.

„Unser Projekt ist ein hervorragendes Beispiel für den starken Zusammenhalt in unserer Region. Der flächendeckende Ausbau mit Glasfaser liegt uns allen sehr am Herzen und wir sind stolz, dass wir sogar bundesweit im Breitband-Ausbau eine Vorreiterrolle einnehmen können und als Vorbild für ähnliche Initiativen dienen können“, sagt der Geschäftsführer der BNG, Dr. Heiko Hansen. „Die Breitbandnetz-Gesellschaft ist ein echtes nordfriesisches Erfolgsmodell.“

Bis 2020 sollen alle Gemeinden in den Amtsbereichen Mittleres Nordfriesland und Südtondern sowie die Reußenköge an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Dabei ist die Erschließung der Außenbereiche in den Kommunen auch für die Breitbandnetz-Gesellschaft auf privatwirtschaftlicher Basis der Mitteilung zufolge eine große Herausforderung und war in der Vergangenheit oftmals kaum realisierbar.

Um den Weg eines tatsächlich flächendeckenden Breitband-Ausbaus in der Region zu ebnen, haben die Ämter Mittleres Nordfriesland und Südtondern aber mittlerweile den Breitband-Zweckverband Nordfriesland-Nord gegründet und sich um Fördermittel des Ministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur bemüht. Das Ziel: Auf Basis eines sogenannten Betreibermodells sollen so auch noch die letzten weißen Flecken in der Region mit zukunftssicherem schnellem Internet versorgt werden. Die entsprechende Ausschreibung für die Auswahl des Betreibers läuft demnach bereits.

Informationen zum Ausbau-Status sind im Internet zu finden unter https://www.breitbandnetzgesellschaft.de/die-initiative/ausbauplan/

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