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Kultur in den Gemeinden : Von wahrer Liebe und Erbschleicherei

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Darsteller der Laienspielgruppe Goldebek begeistern ihre Zuschauer mit der Aufführung der plattdeutschen Komödie „Broder Jakob“.

Was wünschen sich Schauspieler mehr, als ein volles Haus – in diesem Fall das Goldebeker Dörpshuus – und ein Publikum, das von der ersten bis zur letzten Sekunde mitgeht. Immer wieder gab es sowohl in der Premierenvorstellung der Laienspielgruppe Goldebek, als auch an drei weiteren ausverkauften Abenden Zwischenapplaus und am Ende tosenden Beifall für die Mitwirkenden. Einmal mehr wurde klar: die jährlichen Aufführungen der Hobby-Schauspieler haben Kult-Charakter – und das seit 27 Jahren. Viele Gäste aus der nördlichen Region waren dabei.

Nicht nur für Stammgast Fritz Hansen aus Flensburg galt: „Einmal jährlich Goldebek – ein Muss.“ Witzige Szenen und Dialoge – und davon gab es genug – lösten immer wieder Lachsalven oder spontane Kommentare aus. Mit der plattdeutschen Komödie in zwei Akten „Broder Jakob“ von Johann Hohlen hatten die Darsteller ins Schwarze getroffen. Spontane Improvisationen bei kleinen Hängern gaben dem Stück Würze und wurden mit Jubel belohnt. Hatte doch in einer Szene der Macher im Hintergrund vergessen, das Telefon läuten zu lassen, folgte stehenden Fußes die Ansage des Darstellers. „Ich glaube das Telefon klingelt“. Egal, es schellte dann eben nur wenig später als geplant.

Verwicklungen bestimmten die Handlung. Unterdrückt wird nicht nur Junggeselle und Bäckermeister Kuno Kleiporg von Schwägerin Alwine. Die hat Ehemann Kuno nicht minder voll im Griff. Obwohl beide Brüder die Bäckerei von ihrem Vater geerbt haben und die wahren Chefs sind, nimmt sich Alwine alle Rechte heraus. Seit Jahren zahlt sie Hungerlöhne. Sie selbst aber lebt in Saus und Braus. Jakob ist das langsam leid. Er möchte heiraten. Nicht von ungefähr schaltet Alwine ein Eheinstitut ein. Schließlich will sie ihren Schwager los werden. Die bald eintrudelnde Kandidatin, Gebke Klöterig, stellt Jakob vor Herausforderungen, denn zeitgleich ist Stientje Semmel, Alwines Cousine, erschienen. Sie soll im Laden aushelfen. Jakob verliebt sich sofort in Stientje. Doch die feine Dame Gebke tut alles, um ihn zu verführen. Letztendlich siegt die wahre Liebe und Erbschleicherei – nichts anderes hat Klöterig nämlich im Sinn gehabt – muss scheitern.

Theater-Chef Heiko Christiansen – er spielte die Rolle des Bäckergesellen Hein Muck – war zufrieden. „Das lief sehr gut“, erklärte er. Er freue sich mit seinem Team schon auf die nächsten Vorstellungen Anfang 2018. Seit dem Frühsommer hatten die Darsteller geprobt. Wie gewohnt war das Stück im demokratischen Sinn ausgesucht worden. Ein Regisseur war überflüssig. Teamwork angesagt. „Ich habe mich köstlich amüsiert. Es war ein tolles Stück mit viel Text. Alle Achtung den Darstellern“, so das Fazit von Högels Bürgermeister Ernst-Peter Carstensen. Viele weitere lobende Worte ernteten die Akteure von den Gästen. In den weiteren Rollen glänzten Martin Andresen (Bäckermeister Jakob Kleiporg), Holger Hansen (Kuno Kleiporg, Jakobs Bruder), Tanja Petersen (Alwine Kleiporg, Kunos Frau), Marina Andresen (Stientje Semmel), Gunhild Christiansen (Elli Klump, Bäckereifachverkäuferin), Finn Christiansen (Max Dögenklöt, Beamter), Anja Ludolphi (Gebke Klöterig). Hinter den Kulissen wirkten mit: Heiko Christiansen und Thorsten Lund (Bühnenbild), Brigitte Hansen (Maske), Erk Christiansen (Souffleur) sowie Andreas Ludolphi (Licht und Ton).

Aufführungstermine

Wer die Vorstellungen verpasst haben sollte, der kann das nachholen. Am Donnerstag (18. Januar) und Freitag (19.) spielt die Truppe jeweils ab 20 Uhr im Festsaal Jonasson in Großenwiehe bei Flensburg.

Fünf Spieltermine wird es im Andersen-Haus in Klockries geben: am Sonntag (4. Februar) um 16 Uhr mit Kaffeetafel, Freitag (9.) ab 20 Uhr, Sonntag (11.) 16 Uhr, Freitag (16.) 20 Uhr sowie Sonntag (18.) 16 Uhr. Info: www.andersen-hues.de oder 04661/2291.










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