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St. Peter-Ording : Von Trampelpfaden und Spielplätzen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Am entwidmeten Bahnübergang Bövergeest hat sich noch immer nichts getan. Viele Zuhörerfragen bestimmten die Sitzung des Bauausschusses.

Es wurde insgesamt eine recht strapaziöse Bauausschusssitzung, deren öffentlicher Teil gegen 21 Uhr endete. Zwölf Tagesordnungspunkte im öffentlichen Teil – mehrere mit Präsentationen – sowie noch neun Punkte im nichtöffentlichen Teil machten es dem Ausschussvorsitzenden Bodo Laubenstein (CDU) nicht gerade einfach. Über die große Anzahl an Bürgern hatte er sich am Anfang noch gefreut, doch diese Freude nahm im Rahmen der Einwohnerfragestunde bei allen ein wenig ab. Mehr als 30 Minuten nahm sie ein und hätte noch länger dauern können. Es war so etwas wie Unmut spürbar, der in den Anliegen mancher Bürger zum Ausdruck kam.


Der Trampelpfad lebt


Bei Punkt 11, den Teil des Antrags der CDU-Fraktion, den bereits entwidmeten Bahnübergang Bövergeest betreffend, gab es eine groteske Abstimmung in dieser sowieso schon irgendwie kuriosen Angelegenheit. Die Gemeindevertretung hatte nämlich bereits in ihrer letzten Sitzung den Rückbau der Zuwegung zum Übergang und die Prüfung einer Zaunverlängerung beiderseits der Gleise in Richtung Tating wegen der unerlaubten Querung durch Fußgänger und Radfahrer beschlossen. Nun beschloss der Bauausschuss das etwas variiert erneut mit einer Ja-Stimme und sechs Enthaltungen, darunter nun auch alle der CDU. Angemerkt sei dazu: Die reale Situation hat sich nicht verändert. Es ist bisher nicht zurückgebaut worden. Der Trampelpfad lebt.

Und da es vor kurzem einen verschreckenden und höchst tragischen Unfall bei der Einmündung vom Fußgänger-Radfahrerweg aus Richtung Dorf an den Bahngleisen entlang auf die Zuwegungsstraße „Op de Geest“ gegeben hat, war wohl auch der neue Spielplatz genau gegenüber dem Unfallort der Grund, die Sicherheitslage des Spielplatzes mit der Buchenhecke und den Zugängen sowie dem rückwärtigen Regenrückhaltebecken in den Blickpunkt zu nehmen. Zweifel an der vorhandenen Sicherheit wurden geäußert. Beschlossen wurde eine Zuwegung mit versetzter Durchlaufsperre – mit fünf Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen.

Schon in der Einwohnerfragestunde war es mehrfach um den B-Plan 64, das Baugebiet Wittendün, gegangen. Die Überquerungshilfe für die Wittendüner Allee bei der Einmündung Wittendüner Geest gegenüber dem Westküstenpark machte Gisbert Raulf unter anderem zum Thema. Merle Steen beklagte die Ungerechtigkeit denen gegenüber, die den legalen Weg um Genehmigung eines Vorhabens beschritten, was dann aufgrund der Gesetzeslage abgelehnt werden müsse, aber bei denen, die es über eine Genehmigungsfreistellung gebaut haben, nicht geahndet werde. Bürgermeister Rainer Balsmeier hatte zu dieser Gerechtigkeitslücke eine klare Meinung und stieß mit dieser nicht nur bei der Fragestellerin auf Zuspruch.

Oberflächenwasserableitung und -beseitigung, mögliche künftige Bebauung landwirtschaftlicher Flächen, Absackungen in der Utholmer Straße sowie Denkmalschutz für den Bahnhof Ording und der Status des B-Planes 1 machten die Palette der Inhalte, mit denen sich ein Bau- und Verkehrsausschuss zu beschäftigen hat, an den Tatsachenbeispielen im Ort mehr als deutlich. Wie diffizil das ist, hatte schon Sönke Sund mit seiner kritischen Einlassung in den Fokus gerückt, ob man die Prioritäten Kanal-/Straßensanierung für die Maßnahme im „Stillen Dorf“ richtig gesetzt habe. Hier aber gab es Erleichterung, als Bodo Laubenstein eine Bürgerrunde zubilligte. Der Exkurs über die Art der Straßengestaltung unter Einbeziehung des Planers Jörg Gutzke und Präsentation hatte zur Beantwortung und Klärung von Fragen nicht ausgereicht. Die Informationsveranstaltung mit den Anwohnern des „Stillen Dorfes“ zum geplanten Straßenausbau dazu hatte am 14. September stattgefunden.

Die Erneuerung des sogenannten „Stillen Dorfes“ in St. Peter-Ording – genauer die Beratung und Beschlussfassung über die dortige Straßen- und Kanalsanierung – wurde dann später auf der Grundlage der ausgearbeiteten Vorlage von allen Mitgliedern des Bauausschusses abgesegnet. Jeweils getrennt gefasst wurden die erneuten Entwurfs- und Auslegungsbeschlüsse für die 3. Änderungen des B-Planes Nr. 19 (Abstimmung 5 gegen 2) und Nr. 25 (einstimmig) sowie die erneute Veränderungssperre für die 6. Änderung des B-Planes Nr. 30 (einstimmig bei einer Enthaltung). Für den B-Plan Nr. 73 (Edeka/Aldi) wurde der Aufstellungsbeschluss gefasst (Abstimmung 6 gegen 1).

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