Tag der Handtasche : Von Stahlwolle bis zum Souvenir – was Husumerinnen so mit sich herumtragen

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Elisabeth Hagopian und ihre chice rote Tasche.  Fotos: Silke Schlüter
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Elisabeth Hagopian und ihre chice rote Tasche. Fotos: Silke Schlüter

Taschen-Kieker: Zum morgigen Tag der Handtasche haben wir nachgeschaut, was Frauen so mit sich herumtragen.

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09. Oktober 2018, 09:32 Uhr

Taschentücher, Geldbörse, Handy… diese Dinge dürfen in keiner Handtasche fehlen, ansonsten zeigt sich die Damenwelt durchaus kreativ, was den Inhalt ihres aktuellen Lieblingsaccessoires angeht. Zum morgigen Tag der Handtasche a haben sich einige Trägerinnen in die Karten – pardon: Taschen – schauen lassen.

Bei Hilke thor Straten ist alles im Leben bunt, auch ihre selbstgenähte Tasche. Die Habseligkeiten der Husumerin umfassen ein viel genutztes Notizbuch, Handcreme, Taschenspiegel, Autoschlüssel mit farbenfrohen Anhängseln und – was für eine Überraschung – eine ganze Tüte voller Stahlwolle. „Die brauche ich zum Putzen meiner Mosaike“, erklärt die Künstlerin dieses ungewöhnliche Fundstück.

Bei Elisabeth Hagopian fällt zuerst ein Bund Petersilie ins Auge: „Den hab’ ich eben noch fix auf dem Wochenmarkt gekauft“, sagt sie lachend und zeigt bereitwillig, was sich unter dem Kraut verbirgt: ein buntes Tuch und eine Baskenmütze (falls Wind aufkommt), Schlüssel, Kosmetiktäschchen, Hustenbonbons, Taschentücher und ein Apfel für den Hunger zwischendurch. „Das ist mein üblicher Inhalt. Sonst habe ich immer auch Häkelsachen dabei, falls ich bei Regen einkehren und Kaffee trinken muss und auf Magazine keine Lust habe“, sagt die Ahrenviölfelderin.

Die schwarze Umhängetasche von Ursula Schmidt sieht geräumig aus, ist aber von der Öffnung her so eng, dass sich selbst beim besten Willen vom Inhalt kaum ein Blick erhaschen lässt. Kurzerhand stülpt sie das edle Stück um und schüttet den Inhalt in den Schal, den ihre Nichte ihr wie ein Sprungtuch hinhält: Nach Geldbeutel, Bürste, Brillenetui, Hustenbonbons und Papiertaschentüchern erblickt ein Notizbuch mit Leuchtturm-Motiv das Licht der Welt, gefolgt von einer Powerbank samt Kabel zum Aufladen des Handys. Der wichtigste Fund plumpst ganz zum Schluss ins Tuch: ein Kassenbon vom „Petrusse Express“ und „Luxtram“-Tickets. „Mein Mann und ich waren gerade in Luxemburg bei unseren Sohn. Er hat mit uns die Stadt per Bus und Bahn erkundet. Die Fahrscheine sind für mich wie Souvenirs, die kommen zusammen mit den Fotos ins Album“, sagt sie.

Ihre Nichte hat eine große, braune Handtasche von Anna Field dabei. „Ich mag dieses Label – es ist nicht zu teuer, aber qualitativ gut“, sagt Jelena Jaß. Die Bremerin mit Bredstedter Wurzeln weiß auswendig, was sich darin befindet: „Portmonee, Handy, Kopfhörer, Handcreme, Nasenspray, Taschentücher, Desinfektionsmittel, Haustürschlüssel, Kugelschreiber, Kaugummi“, zählt sie auf. Das Foto bestätigt die Richtigkeit dieser Angaben.

Vor ihrer Reise zu nordfriesischen Freunden hat Karin Wrage ihre Handtasche noch aufgeräumt und überflüssigen Kleinkram aussortiert. Neben Portemonnaie, Handy samt Hülle und Taschentüchern hat sie einen Fotoapparat und einen „Knirps“ dabei. „Die Kamera war eine gute Idee, bei all den schönen Motiven hier“, sagt sie. „Den Schirm hätte ich aber zu Hause lassen sollen, bei dem Wind kann ich damit ohnehin nichts anfangen“, so die späte Erkenntnis der Itzstedterin. Ihre Begleiterin Elke Wolf wühlt in ihrer Tasche, weil sie glaubt, diesen Fund noch toppen zu können. „Ha, da sind sie ja“, ruft sie aus und zieht triumphierend zwei kleine Plastikbeutel hervor, einer weiß mit schwarzen Pfoten, der andere rosa und mit Knochen bedruckt. „Ich hab zwar selber keinen Hund, aber ich leihe mir manchmal einen aus, da brauche ich solche Tüten zum Gassigehen.“

Auch Susann Pölten lässt sich nicht lang bitten: „Da, gugge mal“, sagt die Frau aus Halle mit hörbar sächsischem Einschlag und hält ihre Tasche weit geöffnet hin. „Ist aber nicht spektakulär“, schiebt sie entschuldigend hinterher. Tatsächlich sieht man fast nur separate Täschchen und Etuis – und die geben nichts von ihren geheimen Schätzen preis. Taschentücher und Portemonnaie liegen greifbar obenauf. Für Einkäufe hat die Urlauberin einen Stoffbeutel und ein Plastiktütchen vom Apotheker dabei. Minimal interessant scheint eine kleine, in die Ecke gedrängte Dose zu sein: „Das ist ein Haarspray-Pröbchen. Der Wind macht mir immer die Frisur kaputt“, gibt auch sie der steifen Brise eine gewisse Mitschuld am Inhalt ihrer Tasche.

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