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Seit sieben Jahren Buckelpiste : Von Schlagloch zu Schlagloch

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Seit sieben Jahren ist die L 281 zwischen den Dörfern Haselund und Löwenstedt eine Buckelpiste. Ein Automobilclub empfiehlt bei Schäden am Fahrzeug auf alle Fälle eine juristische Beratung.

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erstellt am 08.Feb.2017 | 09:00 Uhr

Üblicherweise vergessen Verkehrsteilnehmer den Ärger über eine Straßenvollsperrung und die damit verbundenen Umleitungsstrecken sehr schnell, wenn die Fahrbahn saniert und wieder frei befahrbar ist. Nicht so die Einwohner der Gemeinden Haselund und Löwenstedt. Schließlich „leiden“ sie noch heute unter den Folgen einer Straßenreparatur, die mittlerweile schon sieben Jahre zurückliegt. Denn Angst um das Fahrwerk des eigenen Autos begleitet nahezu jeden Verkehrsteilnehmer aus den Gemeinden, der die Verbindungsstraße zwischen den Dörfern befährt. Kein Wunder, dort reiht sich Schlagloch an Schlagloch – und das, was jetzt zu sehen ist, dürfte erst der Anfang sein. Erfahrungsgemäß zeigen sich die wirklich großen und gefährlichen Straßenschäden immer erst am Ende des Winters, nach dem Ende der Frostperiode – und die hat nach Angaben der Meteorologen gerade erst begonnen und soll mindestens die nächsten zwei Wochen anhalten.

Alle Versuche, das Land für die Straßenschäden an der
L 281 in Verantwortung zu nehmen, sind bislang gescheitert. Auch direkte Gespräche mit Verkehrsminister Reinhard Meyer seien zwar in sehr netter Atmosphäre verlaufen, doch gebracht hätten sie nichts, wie Löwenstedts Bürgermeister Holger Jensen frustriert nach dem letzten persönlichen Kontakt feststellen musste.

Für die Reparatur der Landesstraße gibt es keine Mittel im Haushalt des Ministeriums, da die L281 dort als Straße mit einer unterdurchschnittlichen Verkehrsbelastung geführt wird. Im Sommer vergangenen Jahres teilte das Ministerium dem Löwenstedter Bürgermeister mit, dass auch in absehbarer Zeit wohl keine Mittel bereitstehen werden, da die Prioritätenliste dies nicht vorsehe. Gegen die Argumente des Ministeriums führt die Gemeinde an, dass die Straße nicht mehr so stark befahren werde, weil viele Verkehrsteilnehmer mittlerweile alternative Routen wählen würden.

Wer auf der Buckelpiste sein Auto kaputt fährt, hat nach Ansicht von Ulf Evert, Sprecher des ADAC Schleswig-Holstein, nicht unbedingt die besten Karten, um seine Reparaturkosten von der Straßenverkehrsbehörde erstattet zu bekommen, auch wenn diese die Verkehrssicherungspflicht sicherstellen müsse. Denn der Beweis, dass ein Fahrzeug genau auf dieser Strecke beschädigt wurde, sei sehr schwer anzutreten. Anders sehe dies bei einem Neuwagen aus, der nach wenigen Kilometern genau dort, beispielsweise nach einen Federbruch stehen bleibe. Doch bei älteren Fahrzeugen werde meist eine Vorschädigung angenommen, so dass es sehr schwierig werden dürfte, die Gegenseite vom Gegenteil zu überzeugen. Evert rät allen Verkehrsteilnehmern, deren Fahrzeug auf solch einer Buckelpiste beschädigt wurde, sich zumindest juristisch beraten zu lassen. „Unmöglich ist es nicht, eine Entschädigung zu bekommen, aber sehr schwierig.“ Denn wichtig sei in der Beweissicherung beispielsweise auch, ob es eine Geschwindigkeitsbegrenzung gab, und ob auf die Gefahrenstellen hingewiesen worden ist. Auf alle Fälle sollten Autofahrer, die einen Schaden vermuten, das Schlagloch fotografieren und alle nur denkbaren Beweise sichern, wie etwa auch abgefallene Autoteile.

Zur Erinnerung: Im Jahr 2010/11 wurde der Abschnitt der B 200 zwischen Haselund und Groß Jörl saniert. Vier Monate lang gab es dort eine Vollsperrung für jeglichen Verkehr, der über die L  281 umgeleitet wurde. Der Schwerlastverkehr und die große Anzahl von Fahrzeugen hätten dann, davon ist Jensen überzeugt, die Fahrbahn regelrecht aufgerieben. Auch der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Flensburg, der für die Sanierung zuständig war, stellte nach Ende der Sanierung erhebliche Schäden fest. Allerdings war dann nicht mehr wie versprochen von einer Rückversetzung der Umleitungsstrecke in den alten Zustand die Rede.

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