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Husumer Universitätswoche im Januar : Von Martin Luther bis zum Schwarzen Loch

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die 66. Husumer Universitätswoche vom 12. bis 19. Januar deckt die ganze Bandbreite der Wissenschaften ab. Kieler Professoren geben fundierte Antworten auf relevante Fragen der Zeit.

Referenten aus den acht Fakultäten der Kieler Christian-Albrechts-Universität stellen vom 12. bis zum 19. Januar die neuesten Forschungsergebnisse aus ihren jeweiligen Fachgebieten vor. Die „Woche der Wissenschaften“ im Januar hat in Husum eine lange, gute Tradition. Die örtliche Sektion der Universitätsgesellschaft lädt zu diesem breit angelegten Wissenstransfer von der Landesuniversität zu einer breiten Öffentlichkeit im Lande ein. Sie orientiert sich bei der Auswahl der Themen und Referenten nicht an einer kurzlebigen Aktualität, sondern möchte fundierte Antworten der Wissenschaft auf relevante Fragen der Zeit vermitteln. Das Programm der 66. Universitätswoche bildet diesen Anspruch deutlich ab.

Am Sonntag, 12. Januar, um 16 Uhr eröffnet der scheidende Präsident der Christian-Albrechts-Universität, Professor Gerhard Fouquet, die Woche im Rittersaal des Schlosses. Traditionell nutzt er diese Gelegenheit, selbst Stellung zur Entwicklung seiner Hochschule sowie der gesamten Hochschullandschaft in Schleswig-Holstein zu nehmen. Letztere bereitet immer wieder erhebliche Probleme, über die wiederholt auch in den Medien berichtet wurde.

Den Eröffnungsvortrag hält auch in diesem Jahr ein Theologe. Professor Johannes Schilling ist Kirchengeschichtler und Präsident der Luther-Gesellschaft, sein Thema lautet: „Luther und die Politik“. Martin Luther rückt im Hinblick auf das Jubiläumsjahr 2017 „500 Jahre Reformation“ zusehends ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Aber es geht weniger um eine biografische oder rein theologische Betrachtung zu Luther, sondern um die nachhaltigen Veränderungen durch ihn und die Reformation für das Leben der Menschen – und nicht zuletzt für die Politik. Der Vortrag geht von den Konstellationen der Lutherzeit aus, in denen Luther sowohl Spielball wie auch einflussreicher Akteur war. Seit der Reformation ist die Frage der Zuordnung von Staat, Religion und Kirche fundamental und hat gerade heute eine neue Dringlichkeit gewonnen. Man denke an die erstaunlichen Reformansätze von Papst Franziskus oder an die Vorstellungen gottesstaatlicher Provenienz, wie sie mit dem Islam einhergehen.

Für die musikalische Umrahmung der Eröffnung sorgt das Bläserensemble der Kreismusikschule unter Leitung von Henning Bock.

Die folgenden fünf Vorträge finden allesamt im Nordsee-Museum/Nissenhaus statt. Sie beginnen jeweils um 20 Uhr, bis auf die letzte Veranstaltung am Sonntag, 19. Januar, die bereits um 16 Uhr anfängt.

Am Montag, 13. Januar, spricht Prof. Wolfgang Duschl vom Institut für Theoretische Physik und Astrophysik über das Thema „Wie die schwarzen Löcher ins Universum kamen“. Schon die laienhafte Beschäftigung mit dem Weltall und den Fragen seiner Entstehung vermag ungemein zu fesseln. Wissenschaftler aber haben heute überaus faszinierende Möglichkeiten, zu den Geheimnissen des Universums vorzudringen. Prof. Duschl verbindet hohe Sachkompetenz mit brillanter Rhetorik.

Prof. Thomas Bosch , Zoologisches Institut, berichtet am Dienstag, 14. Januar, über den Stand der Stammzellenforschung und über die Kontroversen, die sie ausgelöst hat. Einerseits sind Stammzellen Hoffnungsträger der Medizin, mit denen vielleicht bisher unheilbare Krankheiten geheilt werden könnten. Andererseits trifft die Stammzellenforschung auf Widerstände aus ethischen Gründen. Aber inzwischen tun sich auch Alternativen auf, über die Prof. Bosch ebenfalls spricht.

Der Vortrag am Donnerstag, 16. Januar, steht im Zeichen eines bei Weitem nicht nur regionalgeschichtlichen Ereignisses: des deutsch-dänischen Krieges 1864. In Dänemark laufen die Vorbereitungen für das Gedenken an die Schlacht von Düppel nach 150 Jahren auf Hochtouren. Eine achtteilige Fernsehserie wird bereits gedreht. Auch die Nachbarn südlich der Grenze sollten sich darüber informieren. Prof. Martin Krieger verhilft dazu. Das Nordfriisk Instituut Bredstedt und der Nordfriesische Verein Husum-Rödemis sind dabei Kooperationspartner.

Pflanzliche Gentechnik erfreut sich in anderen Regionen der Welt bedenkenloser Nutzung. In Deutschland dagegen wird sie perhorresziert. Was sagt die wissenschaftliche Forschung dazu? Prof. Frank Kempken ist Molekularbiologe und nimmt dazu Stellung. Sein Thema am Freitag, 17. Januar: „Pflanzliche Gentechnik – Chancen und Risiken“.

Am Sonntag, 19. Januar, bereits ab 16 Uhr, klingt die Universitätswoche mit einem Beitrag zur Musik aus. Dr. Klaus Volker Mader, Kammerorchester der Christian-Albrechts-Universität, präsentiert „Humor in der Musik – humoristische Werke großer Komponisten“.

Zu allen Vorträgen sind Gäste herzlich eingeladen.

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