"Jugend forscht": Husumer räumen ab : Von Mäusen, Schnecken und Kraftwerken

Parabolspiegel, Turbine und Generator: Antje Walter (r.), Jarla Babbe und Martin Christiansen präsentieren ihr Kraftwerk. Foto: Horst Becker
Parabolspiegel, Turbine und Generator: Antje Walter (r.), Jarla Babbe und Martin Christiansen präsentieren ihr Kraftwerk. Foto: Horst Becker

Hermann-Tast-Schüler sind bei "Jugend forscht" erfolgreich:

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15. Februar 2011, 12:07 Uhr

Rendsburg/Husum | Von Nanopartikeln bis zu Monsterwellen: Ganz schön knifflige Themen, mit denen sich die Wissenschaftler von morgen beim Regionalwettbewerb Schleswig-Holstein Nord von "Jugend forscht" beschäftigen. Die Entwicklung eines optimalen Autos der Zukunft oder einer intelligenten Solarzelle gehörten zu den 40 innovativen Ideen, die 80 Mädchen und Jungen in den Räumen der Eon-Hanse in Rendsburg vor einer Jury und Publikum präsentierten. Ganz vorn mit dabei: die Hermann-Tast-Schule (HTS). "Nebenbei" wurde das Gymnasium sogar als die am meisten forschende Schule im Norden des Landes ausgezeichnet. Ralf Kammann und Thomas Adler, die sich neben Dr. Friedrich Twenhöven als Betreuungslehrer engagieren, nahmen den Schulpreis entgegen.

Der Ideenreichtum der Nachwuchsforscher ist beeindruckend. Da dampft und zischt es: Ein solarthermisches Kraftwerk mit einer Gasturbine und einem Generator haben Anja Walter, Martin Christiansen und Jarla Babbe gebaut. "Unser Ziel ist es, eine Lösung zur Dezentralisierung der Energieversorgung zu finden, die mithilfe kleinerer autarker Module umgesetzt werden soll", erklärt das Trio, das als eines von fünf HTS-Teams in der Kategorie Technik angetreten ist.
Versuch mit Schnecken zeigte gewünschte Wirkung

Als Regionalsieger im Bereich Biologie kehrten Frederik Wulf, Arne Glienke und Bjarne Sauer nach Husum zurück - dank ihres Schneckenvergrämungsmittels. Die Tiere einfach umzubringen, kam für die Schüler nicht in Frage. Also musste man sie mit einem Mittel vom Salat abhalten, ohne dass der dann danach schmeckt. Bei Expeditionen in die Natur haben die drei herausgefunden, dass Schnecken einige Pflanzen meiden - darunter die Brennnessel. Da deren Sud erbärmlich stinkt, galt es herauszufinden, in welcher Konzentration er die Schnecken zwar noch vom Salat abhält, aber so gut wie geruchsneutral wird. Ein Abschluss-Versuch mit lebenden Schnecken hat die Wirksamkeit des Mittels nachgewiesen.

Paul Jordan hat ebenfalls ein Herz für Tiere - und auch er ist einer der Sieger. Nachdem eine Schülerin seiner HTS schon mal ein Mittel gegen den Uringeruch bei Mäusen gefunden hatte, fragte sich der Zwölfjährige, wie die kleinen Nager darauf ansprechen. Mit empirischen Erhebungen hat er nachgewiesen, dass sich die Tiere nicht nur auch, sondern sogar bevorzugt in Bereichen aufhalten, die mit dem Geruchstilger behandelt werden. Damit kann Paul die Anwendung nicht nur befürworten, sondern hat auch schon ein Nachfolgeprojekt: "Mäuse signalisieren sich über den Urin ihre Paarungsbereitschaft", weiß er. "Wenn sie den geruchsneutralen Bereich bevorzugen, vermehren sie sich dort vielleicht auch nicht so schnell."
Bundesfinale in Kiel

Die Rendsburger Sieger treten übrigens Mitte März gegen die Gewinner aus Schleswig-Holstein Süd an. Dabei können sie sich fürs Bundesfinale qualifizieren, das vom 19. bis 22. Mai in Kiel stattfindet.

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