zur Navigation springen

Besuch beim Staatsoberhaupt : Von Lampenfieber keine Spur

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Siegfried Schulze-Kölln und Manfred Carstens vertreten Nordfriesland und das Ehrenamt beim Bürgerfest der Bundespräsidenten in Berlin.

So eine Einladung bekommt man nicht alle Tage. Vor ein paar Wochen flatterte Manfred Carstens und Siegfried Schulze-Kölln ein Brief aus Berlin ins Haus. Darin luden der Bundespräsident und Daniela Schadt die Husumer für den 5. September zum Bürgerfest in den Park von Schloss Bellevue ein. Zuvor hatten die beiden Einrichtungen, die Carstens und Schulze-Kölln vertreten, aus der Staatskanzlei des Ministerpräsidenten entsprechende Anfragen erhalten.

Manfred Carstens ist seit 2009 Erster Vorsitzender der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V., und Siegfried Schulze-Kölln vertritt als Landesvorsitzender die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e. V. (DGM). „Uns war schon klar, dass diese Anfrage keine Garantie für eine Reise nach Berlin ist“, erklärt Carstens. Auch Schulze-Kölln ließ sich von der Anfrage aus Kiel nicht sonderlich beeindrucken und blieb selbst auch noch ganz ruhig, als er von der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke offiziell nominiert wurde. Umso größer war allerdings die Freude, als dann die offizielle Einladung im Briefkasten lag. „Ich war überrascht, aber natürlich auch beglückt über diese große Ehre“, verriet Schulze-Kölln. „Ich finde es gut und wichtig, dass die Ehrenamtler im Fokus des Bürgerfestes stehen“, fasst der Vorsitzende der Lebenshilfe seine Gedanken zusammen. Oftmals fänden ehrenamtliche Tätigkeiten sowohl in der Bevölkerung als auch in der Politik nicht die nötige Anerkennung.

„Die Liste seiner eigenen ehrenamtlichen Tätigkeiten ist lang“, wie Carstens’ Antwortschreiben nach Berlin beweist. Seine freiwillige Mitarbeit bei der Lebenshilfe begann als Hausmeister. Einige Jahre später war er bereits Vorstandsmitglied. Seit 2009 ist der 73-jährige Vorsitzender der Organisation. Zudem hatte er von 2005 an für sieben Jahre das Amt des Behindertenbeauftragten der Stadt Husum inne und war vier Jahre Behindertenbeauftragter des Kreises Nordfriesland. Die Reise nach Berlin wird er zusammen mit seiner langjährigen Freundin antreten.

Die DGM schlug der Staatskanzlei in Kiel ihren Landesvorsitzenden Schulze-Kölln vor. Seit 1998 ist der ehemalige Lehrer der Theodor-Storm-Schule ehrenamtlich im Landesvorstand tätig und seit 2005 Vorsitzender der Gesellschaft. Die Sozialberatung für Menschen mit neuromuskulären Erkrankungen in Schleswig-Holstein wurde vom ihm selbst ins Leben gerufen. „In Zusammenarbeit mit Kliniken und zahlreichen Ehrenamtlichen haben wir diese Beratung zu einem Netzwerk vor allem für Menschen mit schwerer amyotropher Lateralsklerosse (ALS) ausgeweitet.“ Schulze-Kölln wird das Bürgerfest zusammen mit Ehefrau Margret besuchen. Aufgeregt sei er nicht, beteuert er. Doch je näher der Tag rücke, desto eher könnte sich so ein Gefühl vielleicht noch einstellen, gesteht er lachend.

Groß vorbereiten könne man sich auf so ein Ereignis eh nicht, findet Carstens, der aber schon einmal im Internet nach dem Tagesprogramm Ausschau gehalten hat. „Die Planungsphase ist noch nicht abgeschlossen. Wir werden uns also überraschen lassen“, sagt er.

 „In der Einladung sind wir freundlich auf die Kleiderordnung hingewiesen worden“, erklären Carstens und Schulze-Kölln mit einem Schmunzeln. Aber die dürfte für keinen der beiden ein ernsthaftes Hindernis darstellen. Dessen ungeachtet reisen sie mit Erwartungen zum Bürgerfest: „Für mich ist es wichtig, mit anderen Ehrenamtlern ins Gespräch zukommen und so weitere Selbsthilfeeinrichtungen kennen zu lernen“, sagt der DGM-Landesvorsitzende. „Und dann ist da auch noch die hauchdünne Chance, den Bundespräsidenten einmal persönlich kennen zu lernen und vielleicht ein paar Worte mit ihm wechseln zu können“, sagt Carstens. Doch bei gut 4000 geladenen Gästen dürfte das schwierig werden, gibt er sich realistisch. Dessen ungeachtet haben sich beide fest vorgenommen, in Berlin für ihre Sache beziehungsweise für ihre jeweiligen Vereine zu werben.

Nach seinem Amtsantritt hat Bundespräsident Joachim Gauck das traditionelle Sommerfest durch ein zweitägiges Bürgerfest auf Schloss Bellevue ersetzt. Damit will er die Bedeutung des Ehrenamtes als unverzichtbaren Bestandteil der Zivilgesellschaft hervorheben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen