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Selbstgestalteter Gottesdienst : Von Jugendlichen für Jugendliche

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein zwölfköpfiges Team aus Mädchen und Jungen gestaltet vier- bis fünfmal im Jahr einen eigenen Gottesdienst für Junggebliebene in Breklum.

Gibt es eine Liturgie mit Predigt, Lobpreisgesänge und Gebete, wenn Jugendliche ohne Pastoren oder erwachsenen Gemeindemitglieder einen Gottesdienst planen und veranstalten? Selbstverständlich und auch die Themen der jungen Teilnehmer haben einen reellen Bibelbezug. Die Jugendgottesdienste (JuGo) in Breklum werden von einem zwölfköpfigen Team aus 13- bis 18-jährigen Mädchen und Jungen vier- bis fünfmal im Jahr zu einem komplett selbstgestalteten Jugo präsentiert.

Aus einer Idee des damaligen Jugendreferenten Henrik Stiens entstand 2010 diese Reihe, die sich seitdem enorm weiterentwickelt hat. Kamen anfangs oft nur Familie und Freude, so liegt die Teilnehmerzahl mittlerweile bei 80 bis 130 Jugendlichen, die aus dem ganzen Kreisgebiet ins Christian-Jensen-Kolleg kommen.

Der elfjährige Phillip geht zur Gemeinschaftsschule in Leck. Dort erfuhr er von seinem Religionslehrer von dem Gottesdienst. Gemeinsam mit seinen zwölfjährigen Freunden Jawed und Samon kam er am Sonnabend nach Breklum und wartete voller Spannung auf die Geschichte des Abends. Er meinte die Predigt, die das JuGo-Team geschickt mit einer alterstypischen Spielszene einläutete: Hannah hat sturmfreie Bude. Was liegt da näher als ein Mädelsabend? Ihre Freundinnen rücken mit Kissen und Decken an und machen es sich vor dem Fernseher gemütlich. Ein Horrorfilm soll es sein. Die gruselige Stimmung steht kurz vor ihrem Höhepunkt, als ein Stromausfall, Geräusche im Haus und lautes Klopfen am Fenster die Mädchen in Angst und Schrecken versetzen.

Das war der Punkt, an dem die Predigt begann: „Warum haben wir eigentlich Angst?“, fragte Hannah (17) und gestand, dass sie im Dunkeln ein Angsthase sei. „Angst lähmt mich, sie schränkt mich ein“, sagte sie und verwies auf einen Vers in der Bibel, in dem es um das Licht in der Finsternis geht. Weil „Jesus unsere Angst erträglicher macht“ bat sie ihre Zuhörer: „Lass sein Licht in Deinem ganzen Leben scheinen.“ Und weil Hannah wusste, dass zu grelles Licht auch Angst erzeugen kann, wenn es die eigenen Fehler zu sehr an den Tag zerrt, schloss sie mit den beruhigenden Worten: „Gott ist kein Scheinwerfer. Er ist ein ganz sanftes Licht. Ein Licht der Vergebung und Gnade.“

Im zweiten Teil der Predigt beschäftigte sich ein anderes Mitglied des JuGo-Teams mit der Frage, warum es ihm manchmal so schwer fällt, zu dem Kreuz zu stehen, das er an einer Kette um den Hals trägt. Einmal, so erzählte Flemming, hätte er behauptet, er trage die Kette nur, „weil ich das ganz nett finde“. Tatsächlich aber sie das Symbol seines christlichen Glaubens. „Ich trage das Kreuz, weil Jesus mein Leben verändert hat“, fand er schließlich die richtige Antwort auf die eingangs gestellte Frage. Zu seinem Glauben zu stehen und sein Licht scheinen zu lassen, „heißt, sein Inneres preiszugeben und Gefühle zu zeigen. Das braucht Mut“, gestanden die Beiden ein.

Gefragt nach ihrer Motivation, den Abend aktiv mitzugestalten, sagte die 17-Jährige, die auch in der JuGo-Band singt und wunderbar Keyboard spielt: „Christ-Sein hat für mich ganz viel mit Gemeinschaft zu tun und deswegen finde ich die Idee des Jugendgottesdienstes so aufregend. Es geht nicht darum, dass wir uns selbst darstellen mit allem, was wir können, sondern, dass wir Gott loben, so wie es Jugendliche tun; dass wir unseren Glauben frei ausleben und mit anderen unsere Liebe teilen können.“

Das JuGo-Team macht alles selbst, von der Planung über die Organisation bis hin zur Moderation und Gestaltung des Abends. Nur bei Fragen zur Predigt wenden sie sich an Pastor Hannes Steffen aus dem Breklum-Nord-Bezirk.


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