Millionen-Umbau : Von der Fähre zum Party-Schiff

Heute wird es von der Leine gelassen: das „MS Koi“ soll künftig sowohl in der Nord- als auch der Ostsee unterwegs sein.
Heute wird es von der Leine gelassen: das „MS Koi“ soll künftig sowohl in der Nord- als auch der Ostsee unterwegs sein.

Zwei Millionen Euro hat der nordfriesische Reeder Sven Paulsen in den Umbau einer ehemaligen Fähre investiert, die am Freitag, 11. Juli, als Event-Schiff „MS Koi“ von der Husumer Werft zur Jungfernfahrt nach Sylt startet.

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11. Juli 2014, 06:30 Uhr

Nicht abgewrackt und verschrottet, sondern aufpoliert. Äußerlich blitzt und blinkt der ehemalige Ausflugsdampfer schon, der noch in der Husumer Werft (HDR) an der Rödemishallig liegt. Aber am Freitag, 11. Juli, soll das Event-Schiff „MS KOI“ in seinem runderneuerten Zustand von Sylt aus zur Jungfernfahrt in See stechen. Insgesamt seien die Arbeiten bereits vier Wochen in Verzug, sagt Reeder Sven Paulsen. Aber er ist sich sicher, dass nun alles klappt. Denn unter Deck laufen die Arbeiten bis zur letzten Minute.

Künftig wird die „Koi“ auf der Nord- und der Ostsee zu Hause sein. Sven Paulsen, der Geschäftsführer der Adler-Schiffe GmbH & Co. KG mit Sitz in Westerland, hat sich durch eine Agentur beraten lassen, um sich in einem neuen Geschäftsfeld zu etablieren: mit einem Event-Schiff. „Das gibt es in ganz Norddeutschland noch nicht“, betont der gebürtige Nordstrander verheißungsvoll.

Völlig verändert präsentiert sich das ehemalige Fährschiff „MS Adler Dania“. Schiffe dieses Fabrikats wurden seinerzeit zuhauf verschrottet, als der zollfreie Einkauf auf See eingestellt wurde. Die 55 Meter lange „MS KOI“ – so heißt das ehemalige Fährschiff jetzt – glücklicherweise nicht.

Auf etwa 1100 Quadratmetern lädt ein vollkommen aufgehübschtes Ambiente auf drei Decks für mehr als 500 Personen dazu ein, private Veranstaltungen oder kommerzielle Events zu veranstalten. Aber auch Firmenfeste können dort stattfinden – zu jeder Jahreszeit. Das Soundsystem und das komplett neue Licht-Design sorgen laut Paulsen für die richtige Stimmung. „Für jede Veranstaltung ist alles individuell veränderbar“, beschreibt der seit 1982 auf Sylt lebende Geschäftsmann.

Der 54-Jährige hat zwei Millionen Euro in den Umbau investiert. Vor etwa einem halben Jahr hat sich der Insulaner das Geschäftskonzept erarbeiten lassen. Idee und Umsetzung stammen aus den Niederlanden. In Deutschland sind laut Sven Paulsen nur auf dem Rhein sogenannte Event-Schiffe unterwegs.

Die Gäste können nun über die Decks flanieren (200 Quadratmeter Außenbereich mit Achter- und Sonnendeck), sich an großen Bars mit reichlich Platz und komplett neuer Einrichtung bedienen lassen. Das Schiff könne auch den skandinavischen Raum anfahren, skizziert der Reeder Möglichkeiten, die der Markt bietet. Dass Flensburg (18. Juli), Kiel (19.) und im August Hamburg angefahren werden, ist bereits im Programm nachzulesen. Auch die Ostseehäfen von Rügen, Usedom und Wismar gehören zu den Startpunkten künftiger Touren, so Paulsen.

Sein Projektleiter Andre Cardell wird aber auch die Nordseehäfen stark frequentieren. Die Partys laufen zunächst vermehrt unter dem Namen „House Boat“ und starten dann auch von Föhr und Nordstrand. Paulsens heutige Veranstaltung trägt allerdings den Titel „Summer Boat Party“ und startet von Sylt. „Mit dem bekannten DJ Phil Fuldner“, informiert der Reeder. Morgen startet Projektleiter Cardell dann von der Storm-Stadt aus die zweite Fahrt auf die Nordsee. Die Feier „Houseboat“ in Husum sei binnen weniger Stunden so gut wie ausverkauft gewesen.

Weitere Informationen und Restkarten gibt es im Internet unter www.ms-koi.de. Dort startet morgen auch der Vorverkauf für weitere Veranstaltungen.

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