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Teilzeit-Model aus Husum : Von der Arztpraxis auf den Laufsteg

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Husumerin Melanie Hennings arbeitet als Model. Allerdings nur in Teilzeit, denn eigentlich ist sie gelernte Arzthelferin. Ein Casting-Wettbewerb in Hamburg gab ihr jetzt aber nochmal die große Chance.

Husum | Alles muss schnell gehen, denn Zeit hat hier eigentlich niemand. Ein paar Hände glätten noch die letzten Falten und machen sich an den Reißverschlüssen zu schaffen. Hektisch wird noch etwas Wimperntusche aufgetragen, der letzte Handgriff kommt dann vom Designer selbst. Jetzt kann die Husumerin Melanie Hennings den Laufsteg betreten und ihr Abendkleid präsentieren. Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, macht sie sich gut. So gut, dass die Jury ihr beim World of Media Modelcasting 2013 in Hamburg den dritten Preis verleiht. Bei mehr als 1000 Bewerbern ist das ein weiterer toller Erfolg für das Teilzeitmodel.

„Die Gewinnerin durfte ihr Designer-Kleid wohl behalten“, verrät Hennings, die schon einige Erfahrungen in der Welt der Models sammeln konnte. Sie war 2009 schon zur Miss Husum gewählt worden und räumte danach noch gleich den Titel in Itzehoe ab. „Als ich bei der Wahl in Husum ankam, trafen mich schon einige fiese Blicke, aber am Ende waren alle doch sehr nett“, erzählt die gelernte Arzthelferin.

Beim Modelcasting in Hamburg gab es überhaupt keinen Zickenkrieg, sagt Hennings. Alles sei sehr professionell gewesen und die vielen Fotografen und Agenturmitarbeiter gaben dem Ganzen einen Hauch von Paris, Mailand oder New York. „Es war hinter der Bühne immer sehr hektisch, aber die Atmosphäre immer gut. So kam nie wirklich Stress auf“, berichtet die 27-Jährige. Insgesamt 30 Models waren zum Finale im Hamburger Club Privileg eingeladen worden. Neben Hennings schaffte es übrigens auch Lara-Marlen Kuhrt aus Oldenswort unter die Top 30. Der dritte Platz im Finale eröffnet Hennings jetzt die Chance auf einen sechsmonatigen Modelvertrag.

Die Blondine ist aber keineswegs ein unbeschriebenes Blatt: „Ich habe schon viele Foto-Shootings gemacht“, erzählt sie. Werbefotos für internationale Modekonzerne wie H&M inklusive. „Inzwischen sprechen mich auch manchmal Leute auf der Straße an“, sagt Hennings. Der Erfolg bringt auch einen anderen Lebensstandard mit sich. Von diversen Promi-Partys auf Sylt oder in Hamburg kann sie einiges berichten. Meist fährt sie dabei in Limousinen vor, die ihr von den Veranstaltern spendiert werden, erzählt sie. Ihre Reiseziele sind auch nicht gerade eintönig: „Im Frühjahr fliege ich nach Rio de Janeiro und danach will ich nochmal nach Los Angeles“, blickt das Teilzeitmodel voraus.

Dass sie dabei hin und wieder von zu Hause weg ist, daran hat sie sich langsam gewöhnt. Wenn die Bar ihres Vaters und das Restaurant, in dem sie arbeitet, von November bis Februar geschlossen bleiben, zieht Hennings nach Berlin. „Ich kann dort bei einer Freundin wohnen und kenne auch schon einige Manager in der Stadt“, erklärt die Husumerin. Früher stand sie auch bei einer Berliner Modelagentur unter Vertrag. Aber alles auf eine Karte setzen – das wollte die Arzthelferin, die auch gelernte Nageldesignerin ist, nicht. „Ich liebe Husum und meinen Vater einfach zu sehr, um vollständig von hier wegzuziehen“, sagt sie.

Als Teilzeitberuf sei das Modelleben aber genau das Richtige. Sonst merke sie den Stress des Geschäfts auch zu sehr: „Früher musste ich immer meine freien Tage für Shootings nutzen“, erzählt die Drittplatzierte. Jetzt sucht sie sich ihre Termine aus. Auch weil sie weiß, dass sie sich auf Modeschauen oder Foto-Shootings vorbereiten muss. „Umso schneller dabei alles geht, desto besser ist es für alle Beteiligten.“

So auch bei ihrem letzten Projekt, bei dem sie die neue T-Shirt-Kollektion eines Hamburger Designers präsentiert. Im Winter kommen vielleicht noch weitere Aufträge dazu, wenn sie wieder in Berlin wohnt. Genau weiß Hennings das aber noch nicht – und will es auch nicht: „Ich lasse das einfach alles auf mich zukommen“.

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erstellt am 10.Okt.2013 | 12:00 Uhr

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