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Filet-Grundstück im Fokus : Von der Altensiedlung zum Stadtquartier

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Entwurf der Dithmarscher Investoren soll umgesetzt werden, so Bürgermeister Vogt. Jedoch gibt es eine Alternative - weg vom Pflegeheim: 30 Wohnungen in 20 Häusern könnten entstehen.

Der Vertrag mit den beiden Investoren Friedhelm B. Kretschmann und Harald Schmidt aus Dithmarschen, die auf dem Gelände des ehemaligen Ausfluglokals Großer Garten in Friedrichstadt ein Seniorenheim, 17 altengerechte und 17 Ferienwohnungen errichten wollen, steht kurz vor der Unterschrift, teilte Bürgermeister Eggert Vogt auf Anfrage mit. „Die Vertragsentwürfe liegen den Investoren und der Stadt zur Prüfung vor, ich rechne in etwa vier Wochen mit der Unterzeichnung“, sagt Vogt. Großen Beifall fand das Projekt in einer Einwohnerversammlung in der Kultur- und Gedenkstätte Ehemalige Synagoge. Selbst die Anlieger, die einem vorausgegangenen Projekt, einem Hotelbau, sehr kritisch gegenüber standen, lobten den Entwurf (wir berichteten).

Nach der Einwohnerversammlung wurde wenige Tage später Bürgermeister Eggert Vogt eine Alternative zu dem Entwurf der Dithmarscher Investoren vorgelegt. Die Architekten Dethlefsen und Lundelius aus Bredstedt haben in Zusammenarbeit mit den Seniorenzentren Treeneblick aus Friedrichstadt und Dahrenhof aus Seeth ein Modell erarbeitet. In einer Informationsveranstaltung zeigten sich viele Teilnehmer aus den Reihen der Friedrichstädter Kommunalpolitik sehr angetan von dem Planungsentwurf.

Auf der Basis von Daten aus Ämtern, Behörden und Ministerien sowie privatwirtschaftlicher Unternehmen hatte „Geoport“, eine Firma die sich auf die Optimierung von Prozessen rund um die Immobilienbewertung spezialisiert hat, einen Bericht zur Situation vor Ort erarbeitet. Danach wird es 2035 einen Bedarf von etwa 115 Pflegeplätzen im Umkreis von sechs Kilometern um den geplanten Standort geben – aus Friedrichstadt selber kommen dabei 50 Pflegebedürftige für die vollstationäre Pflege. Für alle Arten der Betreuung dagegen sieht der Bericht 263 Personen, davon 110 aus Friedrichstadt. Diese Zahlen verdeutlichen nach Ansicht der Auftraggeber, dass der Trend weg vom reinen Pflegeheim geht. Senioren möchten so lange es irgend möglich ist eigenständig leben. Überwiegend sind ihre jetzigen Wohnungen aber nicht seniorengerecht.

Hier greift nun das Alternativkonzept. In vier kurzen Häuserreihen in lockerer Bebauung sollen 30 Wohnungen in 20 Häusern errichtet werden, die zu ortsüblichen Mieten vermietet werden sollen. Dazu kommt ein Gemeinschaftshaus als Treffpunkt. Auch ein Mehrgenerationenwohnen ist möglich und die Nutzung als Stadthaus für junge Familien ist ebenfalls denkbar, so dass der Charakter einer isolierten „Altensiedlung“ aufgebrochen werden kann. Das Entwurfsbild zeigt die Ansicht der typischen giebelständigen Häuser in Friedrichstadt. Damit setzt sich der Baustil der vergangenen Jahrhunderte nahtlos in das 21. Jahrhundert fort und passt sich der umgebenden Bebauung an. Ein Stilbruch im Hinblick auf die touristische Strahlkraft der Stadt wird damit vermieden. Großzügige Freiflächen unter Erhalt des jetzigen alten Baumbestandes sollen zum Flanieren an diesem markanten Punkt der Stadt einladen, heißt es in dem Alternativentwurf. Und weiter: Solide Investoren stehen genügend bereit, um diesen Entwurf Wirklichkeit werden zu lassen.

Der Bürgermeister bestätigte den Eingang des Alternativentwurfs. Er unterstreicht, dass er von allen Fraktionen geprüft und als sehr gut bewertet worden sei. Allerdings, mehr als ein Jahr habe man auf Angebote gewartet, es sei nichts gekommen. „Irgendwann müssen wir und für etwas entscheiden“, sagt Vogt. „Wir haben uns für den Entwurf aus Dithmarschen entschieden. Man kann doch nicht immer wieder alles beiseite schieben, nur weil wieder ein neuer Plan eingereicht wird. Sollten aus irgendeinem Grund die Dithmarscher Investoren abspringen, dann stehe ich dem alternativen Konzept aufgeschlossen gegenüber.“

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erstellt am 23.Mai.2014 | 11:00 Uhr

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