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Erfolgreicher Auswanderer : Vom Tellerwäscher zum Millionär

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Nordfriesland-Museum/Nissenhaus in Husum ehrt seinen Namensgeber Ludwig Nissen mit einer Sonderausstellung.

von
erstellt am 27.Mai.2017 | 16:00 Uhr

Vom Tellerwäscher zum Millionär – die Biografie des Husumer Auswanderers Ludwig Nissen (1855-1914) steht wie kaum eine andere für den „amerikanischen Traum“ vieler Einwanderer. Als 16-Jähriger verließ Nissen 1872 seine nordfriesische Heimat und brach über das „Tor zur Welt“, die Hansestadt Hamburg, in die „Neue Welt“ auf – nach New York. Zu diesem Zeitpunkt konnte er allenfalls hoffen, dass er 50 Jahre später zu einem der erfolgreichsten Auswanderer Schleswig-Holsteins zählen würde. Im Nordfriesland-Museum in Husum zeigt eine Sonderausstellung das facettenreiche Leben des Deutsch-Amerikaners, der nach anfänglichen beruflichen Fehlschlägen in das internationale Edelstein- und Perlen-Geschäft einstieg und sich später als erfolgreicher „Selfmade-Man“ in den exklusiven Kreisen der New Yorker Wirtschaftselite bewegte. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Leiter des Auswanderer-Archivs im Bredstedter Nordfriisk-Instituut, Dr. Paul-Heinz Pauseback (siehe Interview unten).

Dass mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs und nicht zuletzt mit dem Kriegseintritt der USA am 6. April 1917 auf Nissen neue Herausforderungen zukamen und seine bislang durchgehende Erfolgsgeschichte hart auf die Probe gestellt wurde, ist in dieser Ausstellung ebenso Thema wie es seine vielfältigen Aktivitäten in Vereinigungen und Interessenverbänden sind.

Die Werkschau präsentiert zudem ausgewählte Werke amerikanischer Kunst aus der Sammlung des Mäzens, gibt Einblicke in das Privatleben von Katharine und Ludwig Nissen und zeichnet ein Bild von New York in jenen bewegten Jahren: die Stadt als Hotspot von Einwanderung und Integration, zwischen Bürgerkrieg und Weltwirtschaftskrise, die aufsteigende schillernde Weltmetropole, die niemals schläft. In ausgewählten Film-und Audio-Sequenzen wird all dies deutlich gemacht und zugleich ein Bogen in die Gegenwart gespannt.

Darüber hinaus begibt sich Regisseurin Martina Fluck, regelmäßiger Gast der Husumer Filmtage, auf Spurensuche in New York und Husum. Ihre knapp 40-minütige Dokumentation „Ludwig Nissen“ ist im museumseigenen Kino zu sehen.

Heute verweist das Nordfriesland-Museum im sogenannten Nissenhaus auf die bedeutende Integrationsleistung seines Gründers, denn dieser vermachte testamentarisch sein Vermögen und seine bedeutende Kunstsammlung der Stadt Husum. Nissen verband die Schenkung mit dem Wunsch, ein „Volkshaus“ mit Bibliothek, Museum und Kunstgalerie bauen zu lassen. Den Bau und die Einweihung des dreistöckigen Museumsgebäudes erlebte er nicht mehr. Ludwig Nissen starb 1924 in New York. Die groß angelegte Sonderausstellung würdigt sein Vermächtnis. Sie wird morgen, 28. Mai, um 11.30 Uhr eröffnet und bleibt bis 29. Oktober in der Herzog-Adolf-Straße 25.

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