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Husum Wind 2015 : Vom Puzzle-Teil zum großen Ganzen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Vorbereitungen für die Husum Wind 2015 gehen in die heiße Phase. Der Aufbau auf 25.000 Quadratmetern Fläche ist eine logistische Meisterleistung. Auch viele regionale Unternehmen profitieren von dem Ereignis.

Es geht zu wie in einem Bienenstock. Dutzende Menschen schwirren zwischen etlichen Lastwagen und kleinen roten Gabelstablern umher. Jeder weiß genau, was er zu tun hat und wo er hin muss. Dabei ist es gar nicht so einfach, sich nicht auf dem 25.000 Quadratmeter großen Veranstaltungsgelände zu verirren. Die Vorbereitungen für die Husumer Windmesse gehen in die heiße Phase. Es ist die wichtigste Veranstaltung der Branche in diesem Jahr. Ab dem 15. September trifft sich die Windindustrie im Nordsee-Congress-Centrum (NCC) und den angeschlossenen Hallen. Allein 20.000 Besucher werden erwartet.

„Die Logistik ist eine Riesen-Herausforderung. Wir haben zwei Jahre lang auf dieses Ereignis hingearbeitet“, erklärt Messe-Geschäftsführer Peter Becker. „Ich bin ganz schön aufgeregt“, gibt er offen zu. „Es ist spannend zu beobachten, wie jetzt alle Stränge zusammenlaufen“, sagt Projektleiter Thomas Seifried. „Alles läuft nach Plan. Wenn jetzt noch etwas fehlen sollte, lässt es sich nicht mehr kaschieren. Dann müssen wir eben improvisieren.“ Seit Juli haben die rund 100 Mitarbeiter des Messeteams Urlaubssperre. Wenn das Windbranchen-Spektakel am Freitag (18.) endet und der Abbau geschafft ist, haben die meisten von ihnen ein klares Ziel vor Augen: Ab in den Urlaub. Doch nach der Messe sei vor der Messe, betont Becker. Nachdem sich alle erholt haben, wird die nächste Husum Wind in Angriff genommen. Die ersten Unternehmen haben bereits Plätze für 2017 gebucht.

Doch bevor es soweit ist, hat das Messe-Team alle Hände voll zu tun. Technik-Leiter Malte Neben sorgt mit seiner 15-köpfigen Mannschaft dafür, dass von der Heizung über den Stromanschluss und die Wasserversorgung bis hin zur Internet-Anbindung alles funktioniert. Am Ende sollen Aussteller und Besucher in den Leichtbauhallen nichts mehr von all den Kabeln und Rohren bemerken, die unter Holz-und Teppichboden verlegt und versteckt werden. Mit seinem Elektro-Roller düst Neben von A nach B und wieder zurück und koordiniert das Geschehen. Die meisten Mitarbeiter sind mit Rollern oder Golf-Caddys unterwegs – die Kilometer summieren sich eben auf dem weitläufigen Messegelände.

Für eine Messe dieser Größenordnung reicht das Gebäude des Nordsee-Congress-Centrums bei Weitem nicht aus. Deshalb mussten zusätzlich vier große Leichtbauhallen aus dem Boden gestampft werden. Dazu kommen vier kleine Lagerhallen. Allein die Exponate fordern viel Platz ein. Allen voran eine Windturbine der Firma Windergy, die 50 Tonnen auf die Waage bringt. Insgesamt 300 Tonnen an Material werden auf dem gesamten Gelände verbaut. Auf die Frage, was für ihn die größte Herausforderung sei, antwortet Neben: „Das große Ganze ist die größte Herausforderung. Wir müssen viele kleine Puzzleteile zusammenfügen, um aus der grünen Wiese einen funktionierenden Messekomplex zu machen. Die Hallen müssen genauso funktionstüchtig sein wie ein Haus“. Dann schwingt sich der technische Leiter auf seinen Roller und eilt zu einem Hubsteiger, um den Fahrer zum Haupteingang zu lotsen, über dem ein riesiges Banner angebracht werden soll.

Elektriker, Logistiker, Speditionsfahrer, Caterer, Gärtner – sie alle tragen ihren Teil dazu bei, dass das Puzzle zusammengefügt werden kann. Rund 30 Dienstleister wirken mit. Die meisten von ihnen stammen aus Nordfriesland. „Die Messe beflügelt nicht nur die Windwirtschaft, auch die Region profitiert“, ist Becker überzeugt. Der Geschäftsführer der Messe Husum & Congress erinnert sich noch gut an die erste Husumer Windmesse im Jahr 1989, als die Windenergie noch in den Kinderschuhen steckte. „Damals hatten wir hier 30 Aussteller, die für Anlagen mit einer Leistung von 30 Kilowatt warben. Heute handelt es sich um Acht-Megawatt-Anlagen. Was für eine faszinierende Entwicklung“, sagt Becker, den es vor 31 Jahren von München nach Husum verschlug.

In Halle 4 bauen Uwe Eckebrecht und seine acht Mitarbeiter vom Messedienstleister Zeissig aus Hannover bauen den Stand für die Firma Enercon auf. Der Anlagenhersteller präsentiert sich auf knapp 200 Quadratmetern – und hat damit den größten Stand auf dem Gelände. Es gibt aber auch Aussteller, die sich mit fünf bis sechs Quadratmetern begnügen. Jeder einzelne Zentimeter der Fläche wird ausgenutzt. 150 riesige Holzkisten mit Bauteilen haben Eckebrecht und sein Team nach Husum verfrachtet, um den Stand zu bestücken. Zu den Attraktionen zählt hier eine Turbine, die sich die Besucher per Computer-Simulation von innen anschauen können. Mit Hilfe eines Gerätes, das an ein überdimensioniertes Handy erinnert, können sie die Maschine röntgen.

Der Countdown läuft. Spätestens am Montag (14.) müssen alle Aufbauten abgeschlossen sein. Dann bringen sich die rund 600 Aussteller aus 25 Ländern in Position. Nun hoffen die Organisatoren, dass auch das Wetter mitspielt – denn das ist das einzige Puzzle-Teil, auf dessen Gestaltung sie keinen Einfluss haben.

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erstellt am 14.Sep.2015 | 14:00 Uhr

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