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Immenstedt : Vom Melkstand zum Biker-Treff

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Vor 17 Jahren wurde die Freie Fahrgemeinschaft 2000 gegründet. Die Mitglieder laden am 27. Mai zur großen Sommerparty nach Immenstedt ein.

Wenn die Freie Fahrgemeinschaft 2000 (FFG 2000) am 27. Mai ab 18 Uhr an ihrem Treffpunkt an der B 200 (schräg gegenüber Gaststätte Immenstedt-Kiel) zur traditionellen Sommerparty mit Lagerfeuer, Livemusik und Camping einlädt, freuen sich nicht nur die Motorradfahrer aus nah und fern auf einen Abend voller „Mucke und Mampf“. Auch Groß und Klein aus Immenstedt und Umgebung sind herzlich willkommen. Denn der lustige Haufen aus mehr als 30 motorisierten „Jungs und Mädels“ erfreut sich in der Region auch deshalb großer Beliebtheit, weil die Biker, die sich hier vor zehn Jahren ihren Treffpunkt geschaffen haben, sich für die Belange der örtlichen Feuerwehr, der Jugendfeuerwehr oder des Kindergartens engagieren.

Sven Heegardt, der die FFG vor 17 Jahren mit gegründet hat und seitdem unumstrittener „Vorschnacker“ der Truppe ist, erzählt, wie alles begann: „Ende 1999 saßen wir zu sechst in geselliger Runde zusammen, als die Idee aufkam, dass wir uns regelmäßig treffen, zusammen Touren planen und auf Reisen gehen.“ Die damals aus fünf Männern und einer Frau bestehende Runde entwarf ein Emblem für die Bikerkutten: Es zeigt einen rasenden Gockel unter dem Schriftzug.

Anfangs traf man sich in Schwesing, später in einer Garage in Immenstedt-Bahnhof. Die Suche nach einem festen Treffpunkt für die wachsende Gemeinschaft führte Heegardt im Jahr 2007 zu dem alten Melkstand an der Husumer Chaussee, den die vielen talentierten Handwerker aus den eigenen Reihen kurzerhand zu einer zünftigen Unterkunft umbauten. Wochenlang wurde gehämmert, gemauert und gefliest. Die „Hütte“ bekam einen Kamin und Toiletten, Indoor- und Outdoor-Bar-Bereiche und so manche Besonderheit, die vom Einfallsreichtum der Biker zeugen. Auch zehn Jahre später sind alle noch sichtlich stolz auf diese Leistung.

Einen Vorstand oder gar Vorsitzenden gab und gibt es nicht: „Wir sind kein Club und kein Verein, alle haben die gleichen Rechte“, betont Sven Heegardt, stolz darauf, dass der Frauenanteil im Vergleich zu anderen Cliquen hoch ist. „Unsere acht Ladys haben großen Anteil daran, dass die Stimmung bei uns so gut ist“, davon ist er überzeugt. Für ihn ist es selbstverständlich, dass auch sie die sonst häufig nur Männern vorbehaltenen Kutten tragen. Dass Gleichberechtigung bei der FFG 2000 Vorfahrt hat, macht Undine Bohlsen unmissverständlich klar: „Mutti fährt selbst!“ steht auf ihrer Kutte.

Der Gemeinschaft gehören Männer und Frauen zwischen 23 und 64 Jahren an, darunter auch einige Polizisten und Bundeswehr-Angehörige. Fast alle fahren Sporttourer. Chopper- oder Harleyfahrer sieht man hier weniger, wohl aber Partner-Mitglieder, die mit (statt selbst) fahren. „Auch die sind uns willkommen“, betonen die FFG-ler, die bei ihren regelmäßigen Treffen nicht nur Klönschnack halten, sondern auch mit viel Elan die großen Feste planen, die in der Bike-Szene längst zur Tradition geworden sind: „Immer am letzten Wochenende im Januar und im Mai laden wir zu unseren Partys ein“, erzählt Undine Bohlsen. Über soziale Netzwerke informiert die Fahrgemeinschaft über die nächsten Events und verteilt auf Touren Flyer. Die Party-Gäste – zuletzt waren es mehr als 300 – kommen aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen sowie Dänemark – und einer reist sogar aus Indien an. „Der Kollege lässt es sich nicht nehmen, Ende Mai nach Deutschland zu kommen, sich hier ein Motorrad zu leihen und mit dabei zu sein, wenn wir auf der Koppel die Zelte aufbauen, der Imbisswagen anrollt und die Band Deichbrecher uns so richtig einheizt“, sagt Heegardt. Mit dem Erlös der Feier will die FFG erneut die Immenstedter Feuerwehr zu sich einladen, die den Treffpunkt gerne für Übungsszenarien nutzt.

Danach geht die FFG 2000 schon bald wieder auf Tour. Dieses Jahr soll es für vier Tage in die Rhön gehen. Damit sich jeder diese Reisen leisten kann, werden gute und günstige Quartiere ausgesucht. Heegardt: „Wer mitmachen möchte, kommt am besten an einem Mittwochabend um 19.30 Uhr zu unserem Treffpunkt“.

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