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Friedrichstadt : Vom Hausmarken-Fieber gepackt

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Seit Wochen verfolgen Vorschulkinder die Serie „Friedrichstädter Hausmarken“ der Husumer Nachrichten – jetzt gestalten sie mit Hilfe von Töpferin Doreen Stümpel ihre eigene.

„Da ist wieder eine“, ruft die sechsjährige Johanna aufgeregt. Sie zeigt auf ein weißes Gebäude, das Am Fürstenburgwall 8 steht. Hoch über ihrem Kopf ist eine Hausmarke zu sehen. „Und was ist darauf zu erkennen?“, fragt Erzieherin Petra Harders. „Die große Marktpumpe“, antworten gleich zwei Kinder. Unterdessen hat Emil (6) am Nachbarhaus mit der Nummer 10 ein weiteres Exemplar entdeckt. „Eine hübsche Ente“, sagt er. Auf dem Weg vom Kindergarten bis zum Fürstenburgwall haben sie schon mindestens 20 Hausmarken gefunden, sind sich die Kinder sicher. „Das ist ein bisschen wie Ostereier-Suchen“, sagt Johanna.

Was dieses Thema angeht, sind die Vorschulkinder aus dem Kindergarten an der Brückenstraße mittlerweile zu richtigen Experten geworden. „Seit Wochen verfolgen wir gebannt die Reihe ‚Friedrichstädter Hausmarken‘ der Husumer Nachrichten“, erklärt Leiterin Catrin Jensen. „Und das brachte uns auf die Idee, für unser Kindergarten-Gebäude eine eigene Hausmarke zu entwickeln.“ Es sei ein sehr spannender und kreativer Prozess, an dem die Kinder intensiv beteiligt sind, erklärt Projektleiterin Petra Harders. „Und die Kleinen gehen mit offenen Augen durch die Stadt.“ Mit ins Boot geholt hat der Kindergarten die Friedrichstädter Töpferin Doreen Stümpel.

Heute sind „Die Kreidemaler“, so nennt sich die Vorschulgruppe, zu Gast in der Keramik-Werkstatt der 39-Jährigen. Im Gepäck haben die Kinder bunt gemalte Bilder und eine selbst modellierte Vorlage aus Knetgummi. Und sie haben ganz genaue Vorstellungen, wie ihre Hausmarke später aussehen soll. „Es gab jede Menge Ideen – vom Eisbären, der an einem Eis leckt, bis hin zum Fußballplatz“, sagt Petra Harders. „Aber dann haben wir uns für etwas entschieden, was richtig gut zur Kita passt“, fügt sie hinzu und die Kinder nicken. Eine Brücke und ein Boot sollen auf der Hausmarke zu sehen sein. „Weil unser Kindergarten in der Brückenstraße ist“, erklärt Milena (6). Und auch die Zahl 1973 darf nicht fehlen, das Baujahr. „Mit so einer tollen Vorlage kann es ja nur klappen“, sagt Doreen Stümpel und studiert die Bilder. Ihr Anspruch sei, wie sie später erklärt, dass die Kleinen am Ende ihren Entwurf auch wiedererkennen. „Sonst sind sie enttäuscht“, betont die 39-Jährige, die selbst Mutter von drei Kindern ist.

Zwei bis drei Tage wird die gelernte Töpferin brauchen, um die Hausmarke, die etwas größer werden soll als A  4-Format, aus Ton zu modellieren. Danach muss sie ein bis zwei Wochen trocknen. „Der erste Brand ist immer am spannendsten – das Produkt muss hier schonmal 900 Grad überstehen“, so Stümpel. Klappt alles, werden Glasur und Farbe aufgetragen. Dann folgt der zweite Brand – bei 1230 Grad. „Sonst ist es kein Steinzeug“, betont die Keramikerin, die schon mehrere Hausmarken für die Einwohner der Holländerstadt gestaltet hat. Allerdings komme es jetzt immer öfter vor, dass auch Touristen bei ihr Hausmarken bestellen. „Erst vor Kurzem hat mich Familie Winzer aus dem Rheinland beauftrag, eine Hausmarke zu gestalten. Darauf sind natürlich Trauben und ein Weinglas zu sehen“, erklärt sie augenzwinkernd.

Bis kurz vor den Sommerferien soll die Hausmarke des Kindergartens fertig sein. „Dann wollen wir sie feierlich aufhängen und mit dem ganzen Kindergarten eine Hausmarke-Party feiern“, kündigt Erzieherin Harders an.

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erstellt am 18.Jun.2017 | 13:00 Uhr

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