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Bundeswehr-Standort Husum : Vom Bataillon zum Regiment

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Husumer Spezialpionier-Verband der Bundeswehr wird aufgestockt – und bekommt den Beinamen „Nordfriesland“. Außerdem wird eine Partnerschaft mit der Garnisonsstadt besiegelt.

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erstellt am 07.Jan.2016 | 18:50 Uhr

Eine neue Ära beginnt: Das in der Julius-Leber-Kaserne beheimatete Spezialpionierbataillon 164 wird am Montag im Rahmen eines feierlichen Appells aufgelöst. Und als Spezialpionierregiment 164 neu aufgestellt. 250 zusätzliche Dienstposten wird der vergrößerte Verband dann haben und damit auf 1500 Köpfe anwachsen. „Die kommen aber nicht sofort dazu, weil das Personal ja erst für unsere Aufgaben ausgebildet werden muss“, sagt Oberstleutnant Björn Panzer, der Kommandeur des Bataillons. Er wird nicht an der Spitze des neuen Regiments stehen, sondern wechselt an das Amt für Personalmanagement der Bundeswehr nach Köln. Stattdessen übernimmt Thomas Gröters das Kommando. Kein Unbekannter in Husum: Schon von 2008 bis 2010 befehligte er als Oberstleutnant die Spezialpioniere und kehrt jetzt als Oberst zurück. „Mein Vorvorvorgänger wird mein Nachfolger“, sagt Panzer lachend. Ein Heimspiel also für den „alten Neuen“, und zugleich ein Glücksfall für ihn: Denn Familie Gröters wohnt in Witzwort.

Die Storm-Stadt ist damit nach Kiel der zweitgrößte Standort der Bundeswehr in Schleswig-Holstein. Denn neben den Spezialpionieren ist noch das Flugabwehrraketengeschwader 1 in Husum beheimatet – und rund 700 von den insgesamt 2300 Angehörigen des Luftwaffen-Verbandes verrichten ihren Dienst vor Ort. An dessen Spitze stehen übrigens zwei Oberste, womit Husum gleich auf drei Offiziere dieses Dienstgrads verweisen kann – das gibt es wohl in keiner anderen deutschen Stadt dieser Größe.

„Und beide Verbände sind einzigartig in der Bundeswehr“, weist Panzer auf eine weitere Besonderheit des Standortes hin. Ursprünglich gab es zwei Spezialpionierbataillone, doch das in Speyer wurde 2015 aufgelöst. Und auch die Flugabwehrraketentruppe der Luftwaffe ist schon vor Jahren auf ein einziges Geschwader reduziert worden – eben das in Husum.

Das künftige Spezialpionierregiment 164 ist Teil der Streitkräftebasis und unter anderem verantwortlich für den Bau und Betrieb von Feldlagern in Einsatzgebieten. Dort richtet es bei Bedarf auch Tanklager für Kraftstoffe sowie stationäre Pipeline-Anlagen ein. Zudem verfügt der Verband über einen Stützpunkt für Zivil-Militärische Zusammenarbeit (ZMZ). Mit diesem sind die Spezialpioniere im Fall von Katastrophen oder schweren Unglücksfällen in der Lage, auf Antrag des Bundes oder der Länder zivile Kräfte zu unterstützen. Letztere Möglichkeit war bei der Strukturreform der Bundeswehr wohl ausschlaggebend für die Entscheidung für Husum und gegen Speyer, denn im sturmflutbedrohten Land zwischen den Meeren wird eine solche Truppe dringender gebraucht als in Rheinland-Pfalz. Und die ist derzeit fast vollständig vor Ort, denn im Auslandseinsatz sind nur 13 Angehörige des Verbandes. Das kann sich aber bald ändern, nachdem der Bundestag vor zwei Tagen eine Verstärkung des Kontingents in Mali beschlossen hat. „Es deutet sich an, dass wir die dortige Uno-Friedensmission Minusma ab Frühjahr mit 60 Soldaten unterstützen“, so Panzer.

Wenn der Kommandeur des Erfurter Logistikkommandos, Generalmajor Hans-Erich Antoni, das Kommando über das neue Regiment an Oberst Gröters übertragen hat, steht ein weiterer Festakt an, nämlich die feierliche Verleihung des Beinamens „Nordfriesland“. Landrat Dieter Harrsen wird für den Kreis ein entsprechendes Band an die Truppenfahne heften. „Wir haben im Sommer 2014 einen Ideenwettbewerb gestartet, welcher Name für diesen einzigartigen Verband wohl am passendsten wäre und am Ende darüber abstimmen lassen“, erzählt Oberstleutnant Panzer. Der Vorschlag „Theodor Storm“ konnte nicht zum Zug kommen, weil die Benennung nach Personen nicht zulässig ist. Und der Vorschlag „Nordsee“ musste sich am Ende der höheren Stimmenzahl von „Nordfriesland“ geschlagen geben. „Ein sehr treffender Name“, so der scheidende Kommandeur. Was im Sommer auch der Kreistag fand und seine Zustimmung gab.

Aber das ist immer noch nicht alles, was an Feierlichkeiten am Montag ansteht. Auf dem im Anschluss an den Appell stattfindenden Empfang wird noch eine Urkunde unterzeichnet, die die Patenschaft des Regiments mit seiner Garnisonsstadt besiegelt. „Das freut mich besonders“, so Panzer, der schon mit der Aufstellung des Bataillons im Juli 2003 für zwei Jahre nach Husum gekommen war und Anfang 2014 als Kommandeur zurückkehrte. „Denn ein solch gutes Verhältnis, wie es diese Stadt zu ihren Soldaten hat, so offen und freundlich, das habe ich selten erlebt.“ Auch der Kontakt zu den Vertretern des öffentlichen Lebens sei stets vorbildlich gewesen. „Das alles wird mir sehr lebhaft in Erinnerung bleiben.“

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