St. Peter-Ording : Voller Erfolg für das Museum

Miriam und Maritta Hoffmann (v. l.) waren sehr gefragt, Museumsleiterin Sabine Graetke (3. v. l.) und Kulturtreff-Vorsitzende Hilke Herzberg (3. v. r.) freuen sich über die große Resonanz.
Miriam und Maritta Hoffmann (v. l.) waren sehr gefragt, Museumsleiterin Sabine Graetke (3. v. l.) und Kulturtreff-Vorsitzende Hilke Herzberg (3. v. r.) freuen sich über die große Resonanz.

Nach der ersten Kunstsprechstunde zog nun auch auch die Porzellansprechstunde Wissbegierige aus nah und fern nach St. Peter-Ording.

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28. März 2017, 09:30 Uhr

Das war eine echte Marktlücke, die das Museum Landschaft Eiderstedt in St. Peter-Ording da aufgetan hatte. Museumsleiterin Sabine Graetke und Hilke Herzberg, Vorsitzende des Vereins KulturTreff, der das Museum betreibt, hatten Maritta Hoffmann MA aus Neumünster und ihre Tochter Dr. Miriam Hoffmann, Kunsthistorikerin aus Plön, als Experten für die allererste Porzellan-Sprechstunde gewinnen können. Die Nachfrage war groß, und so saßen die Expertinnen eine Stunde länger im Museum als geplant.

Irmela Brodersen aus Garding eröffnet die Sprechstunde. Kaum hat sie ausgepackt, sorgt Maritta Hoffmann für die Klarheit. Das erste Stück ist Rosentha. „Dieses hier ist das Wertvollste, das sehe ich schon jetzt. Tillowitz Prussia Porzellan aus Schlesien. Das ist sehr gesucht.“ Sie blättert in einem Buch. „Da müsste ich noch ein anderes zu Rate ziehen. Der Stempel ist in diesem nicht drin. Dieses Porzellan wurde viel gefälscht, weil es sehr beliebt war. Ich denke mal, dass das hier aber echt ist. Es ist aus der Zeit zwischen 1904 und 1938. Aber auch hier finde ich den Stempel nicht.“ Das dritte Stück ist ein blauer Wandteller mit Männerporträt aus der Zeit um 1900. „Der steht im Zusammenhang mit der Rembrandt-Begeisterung“, berichtet Maritta Hoffmann. „Er ist im Ganzen in Ordnung, nur hier ein bisschen rau geworden. Das ist ein altes Stück, so 120 Jahre.“

Extra aus Marne sind Hayo Garrelts und seine Frau angereist. Ohne Wert ist ein Teller von Rosenthal Porzellan Bahnhof Selb, den er mitgebracht hat, denn er ist zu stark beschädigt, wie die Expertin auf den ersten Blick erkennt. Bei seinem nächsten Stück, einem Teller eines vollständigen Service mit grün verziertem Rand, hellt sich sein Gesicht wieder auf, als er erfährt: „Wenn Sie das nicht benutzen, dann packen Sie es für Ihre Nachkommen weg. Das ist echter Familienschmuck.“ Dagmar Duggen aus St. Peter-Ording besitzt zwei besondere Raritäten, wie sich herausstellt. Von der „Prunkschale“ – einem Erbstück von der Schwiegermutter – sind die beiden Expertinnen regelrecht begeistert. „Die war gedacht für Trockengebäck. Die Schale stand als Blickfang in der Mitte des Tisches. Das ist Meissener Porzellan aus der Pfeifferzeit, so 1924 oder etwas später. Sie hat keine Absplitterung“, so Miriam Hoffmann. Die Tasse mit dem Zwiebelmuster ist wieder etwas für Maritta Hoffmann. „Die Nummer bezeichnet nur den Maler. Das ist Meissener Porzellan. Da müssen wir aber genau hinsehen. Es gibt ganz viele Fälschungen. Am Stamm, da unten, sind die Schwerter gemalt.“

Von nah und fern, unter anderem aus Averlak, Tating, Kating, Lütjenholm, Meldorf, Bordelum, Wesselburen, Husum, Kiel und Weddingstedt, waren die Interessierten gekommen und warteten geduldig, denn die beiden Porzellan-Kennerinnen ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Zum dritten Mal – nach Plön und Hohenlockstedt – klärten sie die Besitzer in einer solche Porzellansprechstunde über deren Schätze auf. Sabine Graetke und Dr. Miriam Hoffmann hatten sich bei einer Museumstagung kennengelernt. Nicht nur die Besucher, sondern auch Maritta und Miriam Hoffmann zeigten sich überaus angetan von dem Ambiente und der Atmosphäre: „Wir waren wirklich überrascht von der hohen Qualität. Es gab altes Meissen, KPM Berlin und Porzellan von Kloster Veilsdorf/Thüringen. Dass so viele Platt sprachen, hat uns überrascht. Und die Leute waren total nett und geduldig. Wir fühlten uns offen empfangen und haben uns richtig wohl gefühlt.“

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