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Neues Angebot in Friedrichstadt : Volkshochschule startet durch

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Jahrelang war von der Friedrichstädter Volkshochschule nichts zu sehen, jetzt soll sie reaktiviert werden. Zwei Neubürger wollen die Erwachsenenbildung wiederbeleben.

Zustimmung und große Freude im Ausschuss für Schule, Jugend, Sport und Soziales im Friedrichstädter Rathaus. Dem neuen Vorsitzenden Burkhard Beierlein war das sehr recht, kritische Diskussionen gab es an diesem Abend nicht. Warum auch, schließlich stellten Gabriela Ortega-Sanchez und Michael Kiefhaber ihre Pläne vor, die Friedrichstädter Volkshochschule zu reaktivieren. Und was die beiden Neubürger da präsentierten, versetzte so manchem Kommunalpolitiker in Staunen.

Schließlich hatten die beiden gemeinsam mit Bürgermeister Eggert Vogt erst seit drei Wochen an den Plänen gearbeitet. Doch was dabei herausgekommen ist, lässt die Stadtvertreter sehr optimistisch in die Zukunft blicken. Den Stein ins Rollen brachte dabei indirekt die Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft Nordfriesland, die in ihren Räumen am Marktplatz einen Workshop zum Thema Leerstand in der Stadt angeboten hatte. Auch Kiefhaber zeigte Interesse, denn „kritisieren kann jeder, aber man muss aktiv werden, wenn man etwas ändern will“. Und wie es der Zufall wollte, dort kam der Mitarbeiter des Südwestrundfunks (SWR) mit dem Bürgermeister ins Gespräch. Die Idee der Reaktivierung der VHS war geboren.

Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Gabriele Ortega-Sanchez, die bis zu ihrem Umzug nach Friedrichstadt im vergangenen Jahr Schauspiel in Kassel unterrichtet hatte und vorher 30 Jahre lang als Schauspielerin tätig gewesen war, wurden Ideen entwickelt, die die beiden Neubürger dem Gremium im Rathaus vorstellten.

Bis Mai muss das Angebot stehen, damit es noch in dem Programmheft der Husumer Volkshochschule berücksichtigt werden kann. Von dort kommt auch Hilfestellung beim Aufbau, denn in den praktischen Dingen sind Kiefhaber und Gabriela Ortega-Sanchez etwas unerfahren – zwar nicht ganz, denn sie hat bereits mehrfach Theaterkurse mit Jugendlichen, Workshops und Schauspielkurse gegeben. Das soll auch in Friedrichstadt stattfinden. Erstaunlich dabei war, unterstrich Gabriela Ortega-Sanchez, dass die Jugendlichen keine Kinderstücke, wie etwa Momo einstudieren wollten, sondern lieber die echten Klassiker.

Angedacht sind unter anderem verschiedene Angebote: von Thai-Chi über Yoga, Sprachen, Fitness bis zu Computerkursen. Auch eine Sommerakademie sei vorstellbar. Zumindest stellten die Ausschuss-Mitglieder fest, dass die Pläne schon sehr konkret sind, zumal es auch bereits Absprachen mit Kursleitern gibt.

Bevor es nun richtig losgehen kann mit der Volkshochschule Friedrichstadt, muss allerdings der noch bestehende Volkshochschulverein aufgelöst werden. Erste Kontake mit dem Amtsgericht seien bereits geknüpft, wie Bürgermeister Eggert Vogt sagte. Denn der Verein habe seines Wissens seine letzte Jahresversammlung Mitte der 1970er Jahre abgehalten. Und heute gebe es eine Vorsitzende, die gar nicht wisse, dass sie diesen Posten innehabe. Startkapital sei auch vorhanden, denn auf dem Vereinskonto würden sich noch einige 1000 Euro befinden, zudem zahle die Stadt jährlich für die VHS 1500 Euro. „Am Finanziellen soll es also nicht scheitern“, stellte das Stadtoberhaupt fest. Es solle auch kein neuer Verein ins Leben gerufen werden, sondern die VHS werde unter städtischer Regie laufen.

Burkhard Beierlein, selbst an der Eider-Treene-Schule in Friedrichstadt tätig, unterstrich, dass die Schule die VHS unterstützen wolle. Auch Vogt stellte fest, dass für Theater- und Schauspielkurse die Kultur- und Gedenkstätte Ehemalige Synagoge geeignete Räume biete, was von Gabriela Ortega-Sanchez bestätigt wurde.

Wenn im Frühjahr eine Entscheidung über den Einzug der Polizei in das Friedrichstädter Rathaus gefallen ist, dann erhält dort die VHS auch ein festes Büro. Bis dahin dient Christiane Loges im Rathaus der Stadt unter Telefon 04881/99040 oder c.loges@amt-nordsee-treene.de als Ansprechpartnerin für Vorschläge und Ideen.

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erstellt am 15.Mär.2015 | 07:00 Uhr

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