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Offene Ganztagsschulen in Husum : Volkshochschule, bitte übernehmen!

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die offenen Ganztagsangebote an Husums weiterführenden Schulen sollen künftig zentral koordiniert werden. Ein entsprechendes Konzept wurde im Schulausschuss vorgestellt. Die Politik entscheidet darüber endgültig in einer Sondersitzung am 18. März.

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erstellt am 28.Feb.2014 | 09:00 Uhr

Bis auf das Förderzentrum – also die Pestalozzischule – sind in Husum alle Schulen als Offene Ganztagsschulen (OGTS) anerkannt. Während die Grundschulen die diesbezügliche Koordination und Organisation Kooperationspartnern wie dem Kinderschutzbund (siehe Projekt Max & Milla) und dem Schulverein Rödemis übertragen haben, halten die weiterführenden Schulen ihr Angebot bislang in Eigenregie vor. Dabei helfen ihnen zum Teil Schul- und Fördervereine, Eltern-Initiativen oder beauftragte Steuerberater. Belastungen und Verantwortlichkeiten stoßen in diesen Konstellationen schon seit langem an Grenzen.

An dieser Stelle kommt die Volkshochschule (VHS) ins Spiel – eine kommunal verankerte Bildungseinrichtung, die das Geschäft der Weiterbildung mit der Organisation von Kursen aus dem Effeff beherrscht. Eine Einrichtung also, die geradezu dazu prädestiniert ist, die Fäden der Gymnasien Theodor-Storm- und Hermann-Tast-Schule sowie der Gemeinschaftsschulen Husum Nord und Ferdinand-Tönnies-Schule zusammenzuführen. Ein Kooperationspartner in Sachen OGTS, der natürlich auch ganz im Sinne der Stadt als Schulträger ist.

Gesagt, gefragt, getan. VHS-Direktor Hans-Peter Schweger und Mitarbeiterin Kirsti Thiessen stellten in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport Details eines OGTS-Konzeptes unter Federführung der VHS vor. „Es ist ein Anfang“, erklärte Schweger in der Schobüller Außenstelle der Klaus-Groth-Schule: „Der Auftrag ist ein Projekt, das sich mit der Zeit entwickelt.“ Grundsätzlich, so machten die Referenten einleitend klar, soll die OGTS – ergänzend zum planmäßigen Unterricht – die Bildungschancen erhöhen, individuelle Fähigkeiten fördern, Interessen wecken und Benachteiligungen abbauen. Deutlich gemacht wurde in der ehemaligen Bornschool, dass die OGTS auf den beiden Leistungen Bildung und Betreuung sowie Mensabetrieb basiert. Die zuletzt genannte Säule klammert das vorgestellte Modell zunächst einmal bewusst aus. „Weil unsere Mensen funktionieren“, wie Dieter Boe als Chef der Gemeinschaftsschule Nord auch im Namen seiner ebenfalls anwesenden Kollegen Sibylle Karschin (TSS-Direktorin) und Uwe Carstensen (stellvertretender HTS-Leiter) erklärte. Was den anderen Bereich angehe, so Boe, „sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir das nicht mehr alleine können“.

Schweger und Thiessen haben eine Bedarfsanalyse vorgenommen, aus der sich folgender Dienstleistungskatalog ergibt: Unter anderem fungiert die VHS für das eingesetzte Personal als Arbeitgeber, plant an allen vier Standorten zwei Mal pro Schuljahr das Programm und erstellt Flyer für jede Schule. Darüber hinaus arbeitet der Träger mit externen Anbietern wie etwa Sportvereinen oder der Diakonie zusammen, entwickelt das Konzept weiter und bildet die Kursleiter fort. Das neue Angebot müsse am individuellen Entwicklungsstand einer jeden Schule ansetzen – intensive Kommunikation inklusive.

Zu den finanziellen Aspekten: Die Ausgaben für das Personal beliefen sich auf 85.620, die Sachkosten auf 44.300 Euro – jeweils pro Schuljahr. Der Finanzierungsplan geht von einem Zuschuss des Schulträgers in Höhe von 107.000 und einer Landesförderung von 16.000 Euro aus. Dazu kämen 6920 Euro an Teilnehmerentgelten. „107.000 Euro hören sich zunächst einmal gewaltig an“, sagte Axel Fischer, Mitarbeiter des Schulamtes im Rathaus. „Aber dieser Betrag fließt künftig zu 100 Prozent in die Berechnung der Schulkosten ein.“ Unter dem Strich sei die Summe, die bei der Stadt hängen bliebe, bei Weitem nicht so hoch.

Die anvisierte Zeitschiene bezeichnete Schweger als „sehr sportliche Herausforderung“: Danach würde der Vertrag ab 1. April laufen, Ende Juni das Programm für das erste Schuljahr und kurz vor Weihnachten jenes für das zweite Semester vorliegen. „Wir fühlen uns ganz schön gehetzt“, räumte SPD-Ausschussmitglied Torsten Schumacher fraktionsübergreifende Probleme mit einem solch engen Zeitplan ein, den auch Peter Knöfler (SSW) kritisierte. Gleichwohl handele es sich um ein gutes, ambitioniertes Projekt. Eines, das freilich nicht erst seit gestern im Gespräch ist – und über das der Ausschuss nun am 18. März in einer Sondersitzung abschließend zu befinden hat. Bürgermeister Uwe Schmitz bedankte sich am Ende für die umfangreichen Vorarbeiten: „Die Volkshochschule traut sich zu, das Ganze mit breiter Unterstützung der Schulen auf den Weg zu bringen. Lasst uns jetzt einfach mal anfangen – nach dem Prinzip ,try and error‘.“

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