Langenhorn : Volker Weinreich Bürger des Jahres

Die Auszeichnung traf den Efkebüller Volker Weinreich völlig überraschend.
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Die Auszeichnung traf den Efkebüller Volker Weinreich völlig überraschend.

Langenhorns Bürgermeister Horst Petersen ehrt den Gründer des Dörpsvereen Efkebüll für sein Engagement.

shz.de von
15. Januar 2018, 12:00 Uhr

Es blieb spannend bis zuletzt. Nach einem Jahr Pause kürte Bürgermeister Horst Petersen beim gemeinsamen Neujahrsempfang des Gewerbevereins Langenhorn und der Gemeinde wieder einen Bürger des Jahres. „Volker Weinreich ist es diesmal“, verkündete er dem Publikum und einem völlig überraschten Vorsitzenden des von ihm 2005 gegründeten Dörpsvereen Efkebüll. Petersen: „Er hat sich unter drei Kandidaten nach eingehender Beratung in der Gemeindevertretung durchgesetzt.“

Bis zuletzt war nichts durchgesickert. Der Bürgermeister würdigte den pensionierten Lehrer und Biologen als einen Mann, der mit seiner Frau 1998 im Ortsteil Efkebüll genau den richtigen Platz in der ehemaligen Schule gefunden habe. Als Weinreich zufällig herausgefunden hatte, dass Efkebüll erstmals urkundlich im Jahre 1306 erwähnt wurde, organisierte er unter der Flagge des Vereins für 2006 eine dreitägige 700-Jahr-Feier, von der man auch künftig noch lange sprechen werde. Als Erinnerung wurden Gedenkstein und Flaggenmast aufgestellt sowie eine Chronik verfasst.

Doch damit nicht genug. Mit den traditionellen Veranstaltungen, wie Boßeln oder Klootstockspringen, sei der Dörpsvereen nicht mehr aus dem gesellschaftlichen Leben wegzudenken und in der Region bekannt. „Sie haben als erster Vorsitzender dazu beigetragen, die Menschen im Ortsteil Efkebüll enger zusammenzuführen. Jeder fühlt sich für den anderen verantwortlich“, so Petersen.

Zu Beginn des 20. Empfangs hatte der zweite Vorsitzende des Gewerbevereins, Mike Breuel, Gäste aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Verbänden sowie der Kirche begrüßt. Er lobte die Zusammenarbeit zwischen Gewerbeverein und Kommune. Die Gemeinde habe rechtzeitig die Weichen für die digitale Zukunft durch den Breitbandausbau gestellt und weise zukunftsorientiert regelmäßig Gewerbeflächen aus. Alle Betriebe könnten auf ein positives Jahr zurückblicken. Die meisten Unternehmen bilden aus und wirken so der Herausforderung Fachkräftemängel entgegen. Der Vorstand arbeite innovativ, insbesondere weil erfahrene und jüngere Kräfte zusammenarbeiten. Das zum ersten Mal im vergangenen Jahr angebotene Oktoberfest sei ein Erfolg gewesen sowie erneut das traditionelle Sommerfest, an dem viele Vereine mitwirken. Die regelmäßigen Stammtische werden gut angenommen. Dank gebühre dem bisherigen Vize-Chef Janne Petersen für seinen engagierten Einsatz im Vorstand. Im vergangenen Jahr habe er sich aus Zeitgründen zurückgezogen, weil er sich stark in der Freiwilligen Feuerwehr Langenhorn engagiert.

Großes Lob zollte Gemeinde-Chef Horst Petersen den Gewerbetreibenden. Einmal mehr hätten die Gewerbesteuereinnahmen ein Rekordhoch erzielt. „Wir waren von 1,9 Millionen Euro ausgegangen, im Nachtrag stieg die Summe auf 2,1 Millionen Euro, zum Jahresende kamen 2,4 Millionen Euro zusammen, fast unvorstellbar“, so der Bürgermeister. Im Jahr seines Amtsantrittes 2008 lag die Gewerbesteuer bei 665.446 Euro, stieg erstmals 2012 über eine Million und konnte bereits zum zweiten Mal die Zwei-Millionen-Grenze übersteigen. Davon allerdings bliebe bei der Kommune dank der festen Ausgaben und nötigen Investitionen nur etwa 20 Prozent.

Zur Entwicklung Langenhorns berichtete Horst Petersen unter anderem: „In 2018 sind beispielsweise Teil-Erschließungen des Gewerbegebietes mit 200.000 Euro sowie Baugebiet 21 über 300.000 Euro geplant, ferner Instandhaltungen von Wegen für 280.000 Euro oder die Tartanbahn-Erneuerung auf dem Schulgelände 25.000 Euro.“ Im Baugebiet Am Pastorat sei noch ein Grundstück frei. An der Umsetzung der Erweiterung des Gewerbegebietes werde gearbeitet. Sieben Bewerber gibt es schon. Im neuen Baugebiet 21 werden etwa 46 Grundstücke entstehen, die in drei Abschnitten abgearbeitet werden. Für die ersten 15 Flächen sind schon über 20 Voranfragen eingegangen.

„In diesem Jahr muss ein neues Kindergartenkonzept her“, erklärte Petersen. Es werden voraussichtlich zwei neue Krippen entstehen und mindestens eine weitere Gruppe. Mit den Gemeinden Bargum, Lütjenholm und Ockholm wird über sechs Varianten nachgedacht. „Eine Sache, die mir am Herzen liegt, wird in diesem Jahr hoffentlich umgesetzt: das ehemalige Amtsgebäude in ein Ärztehaus umzufunktionieren. Zwei Investoren sind gefunden (wir berichteten).“

„Ich möchte mich bei allen ehrenamtlich tätigen Personen für ihre Arbeit bedanken. Ohne Euch wären wir ein Stück ärmer“, schloss der Bürgermeister.



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