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Schweller zermalmt : Viöler Kreisverkehr mit Tücken

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Schwerlastverkehr riss im neuen Viöler Kreisverkehr Fahrbahnbegrenzungen ab - sie wurden von den Fahrzeugen zermalmt. Nun muss die Gemeinde nachbessern. Reflektierende Kegel sollen das Kreisel-Zentrum künftig vom Verkehr frei halten.

Mittlerweile haben sich die Verkehrsteilnehmer an den Kreisel im Zuge der B 200 in Viöl gewöhnt. Seit nunmehr einem Jahr rollt der Verkehr problemlos, vor allem freuen sich die Autofahrer, die von der L28 auf die Bundesstraße wollen, denn es gibt kaum noch längere Wartezeiten. Allerdings hat es mehr als ein Vierteljahrhundert gedauert, ehe der Wunsch der Gemeinde Viöl in die Tat umgesetzt wurde, dort im Einmündungsbereich der Landes- in die Bundesstraße einen Kreisverkehr zu bauen.

Und obwohl der Kreisel seit einem Jahr genutzt wird, ganz fertig ist er noch immer nicht, wie der Leiter des Bauamtes im Amt Viöl, Uwe Heinsen, einräumt. Allerdings unterstreicht er, trage daran nicht die Gemeinde Viöl als Bauherrin die Schuld. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr habe Vorgaben gemacht, die strikt eingehalten worden seien, sich im Nachhinein aber als nicht praktikabel erwiesen hätten. Da es sich um eine viel befahrene Bundesstraße, die Verbindung zwischen Husum und Flensburg, handelt, legte die Straßenbauverwaltung Wert darauf, dass auch Spezial-Lkw (bis zu 65 Meter Länge), die Windkraftanlagen transportieren, ungehindert Viöl passieren können. Zum Konzept gehörten daher unter anderem spezielle Schwellen, die im Innen-Kreisel die „normalen“ Verkehrsteilnehmer daran hindern sollten, quasi geradeaus zu fahren. Doch die auf der Asphaltfläche verbolzten Schweller gibt es längst nicht mehr. Schuld daran seien die überlangen Schwertransporter, die vorwiegend in der Nacht die B 200 befahren. Deren Spezialauflieger können vielfach hydraulisch abgesenkt oder angehoben werden. Beim Durchfahren des Kreisels, so erläutert Heinsen, sei aber häufig vergessen worden, die Auflieger anzuheben, „Die haben uns dann die aufgeschraubten Schwellen immer wieder regelrecht abrasiert“, beklagt der Viöler Bauamtsleiter.

Dabei waren die schwarz-gelben Bauteile eine Bedingung des Landesbetriebs, damit überlange Lkw ohne Probleme den Kreuzungsbereich durchfahren können. Der eigentliche Radius von 45 Metern sei nämlich zu eng, „die schweren Geschütze fahren einfach geradeaus“, erklärt Heinsen.

Mittlerweile hat sich die Gemeinde mit dem Landesbetrieb darauf geeinigt, in Doppelreihen im Inneren des Kreisverkehrs reflektierende Kegel zu kleben. Die können dann, wie auf Autobahnen, von Lkw im Schritttempo überrollt werden. Sobald die Kegel montiert seien, erläutert Heinsen, übernehme der Landesbetrieb auch die Trägerschaft für das Bauwerk, das die Gemeinde auf eigene Kosten gebaut hat. Mehr als 700 000 Euro hat die Erfüllung des lang gehegten Wunsches gekostet. Eingerechnet sind in diese Summe aber alle Baumaßnahmen, wie etwa auch die Umlegung der Einmündung der K 66, der Lärmschutzwall und die Bepflanzungen. Mit einem Ende der „Kreiselgeschichte“ rechnet der Bauamtsleiter aber ganz fest in diesem Jahr.

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erstellt am 18.Okt.2013 | 07:00 Uhr

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