Viöl beharrt auf Windkraft

Gemeinde will Eignungsflächen beim Land erneut beantragen

Avatar_shz von
15. Oktober 2011, 07:41 Uhr

Viöl | "Man hört nichts mehr vom geplanten Kreisel auf der Bundesstraße." Mit dieser Aussage eines Bürgers begann die Einwohnerfragestunde in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung. Im Hintergrund werde ständig an diesem Projekt gearbeitet, entgegnete Bürgermeister Hans Jes Hansen. Derzeit habe man jedoch mit einem Anlieger ein Problem, was die ganze Sache verzögere. Einen Satzungsbeschluss zur ersten Änderung des Bebauungsplans Nr. 15 für das Gewerbegebiet konnte der Gemeinderat dann noch nicht beschließen. Grund hierfür waren fehlende Stellungnahmen insbesondere der Landesplanung. "Der Kreis hat uns darum gebeten, den Satzungsbeschluss auf die nächsten Sitzung zu verschieben", erläuterte Hansen. Die Änderung ist erforderlich, da der Kreisverkehr in den B-Plan aufgenommen werden soll.

In seinem obligatorischen Bericht ging der Bürgermeister auf die Bade saison ein. Das schlechte Sommerwetter habe für ein Minus in der Abrechnung gesorgt. "Trotzdem konnten wir mit den erzielten Einnahmen die Badeaufsicht bezahlen." Auch die Zahlenentwicklung im Kindergarten war ein Thema. Sie sei drastisch rückläufig. Doch es gebe derzeit noch ein ganz anderes Problem. Für die in kirchlicher Trägerschaft befindlichen Kindergärten erhöhen sich die Geschäftsführungskosten dramatisch. "Der Kirchenkreis Nordfriesland hat mit den betroffenen Gemeinden zuvor keine Gespräche geführt, so geht man eigentlich nicht miteinander um", sagte Hansen. "Wir werden auf jeden Fall Gespräche führen, um zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen."

Das Ergebnis der Teilfortschreibung des Regionalplans für den Planungsraum V (Windkraft) habe ein Nachspiel, sagte der Bürgermeister. Die angemeldeten Windeignungsflächen seien im Regionalplan nicht berücksichtigt worden. Als Grund sei eine Riegelwirkung zur Nachbargemeinde hin angegeben worden. Der freie Blick zwischen Hase lund und Viöl würde durch Windkraftanlagen fast vollständig zugebaut. Die inzwischen gegründete Windpark-Gesellschaft Obere Arlau hat bereits ein Gutachten erstellen lassen. Hier werde dieses Argument der Riegelwirkung widerlegt, erklärte Hansen. Aus diesem Grund werde man die angemeldeten Windeignungsflächen mit dem Gutachten und einer fundierten Begründung nochmals zur Genehmigung vorlegen, kündigte der Bürgermeister an.

Dann ging es um das künftige Tourismus-Marketing. Der Gemeinderat unterstützt die Bildung einer Lokalen Tourismusorganisation (LTO). Nur diese erhalten künftig noch Zuschüsse, so will es die Landesregierung. Einstimmig stimmte das Gremium für die Gründung der LTO Eider-Treene-Sorge/Grünes Binnenland. Für die Kosten der Umstrukturierung übernimmt im Amt Viöl der Wirtschafts- und Tourismusverein Viöl die Kosten von 4500 Euro. Mit diesem Zusammenschluss soll das Marketing effektiver und erfolgreicher sein.

Auch mit der Hundesteuer musste sich der Gemeinderat beschäftigen. Nach 20 Jahren Gültigkeit muss nämlich eine neue Satzung beschlossen werden, so will es die Landesregierung. Nach kurzer Beratung wurden die neuen Steuersätze festgelegt. Für den ersten Hund sind ab dem kommenden Jahr 50 Euro fällig, für den zweiten Vierbeiner 75 Euro und für jeden weiteren 100 Euro.

Die endgültige Abrechnung des Haushaltsjahrs 2010 brachte es an den Tag. Fast 284 000 Euro konnten in die Rücklage überführt werden. Diese erfreu liche Nachricht beruht auf hohen Gewerbesteuer-Einnahmen, erläuterte Kämmerer Uwe Linau. Mehr als 746 000 Euro seien im vergangenen Jahr ein gegangen. "So lange ich Bürgermeister bin, gab es noch nie so viel", stellte Hans Jes Hansen erfreut fest.

Und was die Investitionsmaßnahmen für die Jahre 2012 bis 2015 betrifft, hat sich die Gemeinde viel vorgenommen. So ist für das kommende Jahr die Erweiterung und Modernisierung der Kläranlage und der erste Bauabschnitt für die Sportanlage Muschen vorgesehen. Für 2013 ist der zweite Bauabschnitt geplant. Außerdem soll ab 2013 die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED vorgenommen werden. Hierfür gebe es eine 40-prozentige Förderung und zinsgünstige Kreditmöglichkeiten, erläuterte Linau. In zwei Abschnitten sollen dann alle 438 Straßenlampen umgerüstet werden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen