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Einkaufszentrum Husumer Innenstadt : Villa Fabelhaft: Ein Haus steht im Weg

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Vor der Debatte der Stadtpolitiker über den Abriss des Gebäudes Großstraße 16 für das Shopping-Center melden sich die Planer zu Wort. Eine Integration der Fassade wäre ein „schlechter Kompromiss“.

Das geplante Shopping-Center in der Innenstadt ist heute, 14. Oktober, das ganz große Thema bei der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses. Martin Mörl, Geschäftsführer des Hamburger Einzelhandels-Spezialisten Prelios Immobilien Management, berichtet über die Fortschritte bei dem Projekt. Und es geht um den Denkmalschutz des Gebäudes Großstraße 19, der Villa Fabelhaft, das dem Einkaufszentrum weichen soll. Für dessen Abriss haben sich nicht nur Bürgermeister und Bauverwaltung ausgesprochen (wir berichteten). Auch die Firma Prelios sieht keine Zukunft für das Gründerzeit-Gebäude.

„Als Architekten, Projektentwickler und spätere Betreiber des Shopping-Centers sind wir sehr an einer architektonisch stimmigen und funktional tragfähigen Gestaltung interessiert, die das historische Zentrum insgesamt aufwertet, sich möglichst umfassend in das Stadtbild integriert und die vorhandenen Standortqualitäten optimal nutzt“, versichert Mörl. Und warnt: Sollte die Fassade der Villa Fabelhaft erhalten werden müssen, wäre dies aus architektonischer, planerische und funktionaler Hinsicht ein schlechter Kompromiss für diesen besonderen Standort im Zentrum der Stadt. „Durch die Unterschiedlichkeit der Fassaden würde die ruhige, gegliederte Wirkung sowie der abgestufte Übergang zu den benachbarten Häusern verloren gehen“, so Mörl. Stattdessen würde das Objekt Großstraße 19 „wie eine Attrappe“ wirken und so der Eindruck städtebaulicher Beliebigkeit entstehen.

Darüber hinaus würde das architektonische Gesamterscheinungsbild unter mehreren unterschiedlichen Baustilen, Gebäudehöhen und Geschosshöhen sehr leiden, ist sich Mörl sicher. „Denn die unterschiedlichen Deckenhöhen hätten zur Folge, dass entweder jede einzelne Geschossdecke – und mithin nur die Beine der Besucherinnen und Besucher – in den Fenstern des Gebäudes Großstraße 19 sichtbar wären, oder alle Fenster abgeklebt werden müssten.“ Beides würde einer stimmigen, der zentralen Altstadtlage angemessenen Gestaltung entgegenstehen.

Auch handfeste wirtschaftliche Gründe sprächen gegen einen Erhalt der Fassade unter diesen Bedingungen: „Ein zeitgemäßes Shopping-Center hat uneingeschränkt funktionsfähig zu sein. Die Anforderungen der Mieter an Deckenhöhen und Ladeneingangsfassaden müssen daher unbedingt berücksichtigt werden.“ So wäre „ein schlechter Kompromiss“ in seinen Augen keine sinnvolle Option. „Wir präferieren ganz klar eine stadtbildverträgliche Lösung aus einem Guss.“

Ob die Mitglieder des Ausschusses Mörls Einschätzungen folgen, wird sich heute, 14. Oktober, zeigen. Die öffentliche Sitzung im Raum 001 des Rathauses beginnt um 17 Uhr.

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erstellt am 14.Okt.2015 | 09:00 Uhr

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