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Nordstrand : Vierbeinige Spürnasen helfen Wehr

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zur Freiwilligen Feuerwehr Nordstrand gehört seit kurzem auch eine Rettungshundestaffel mit sieben aktiven Mitgliedern.

Plötzlich bleibt Tomte wie angewurzelt stehen. Kurz zuvor hat der vierjährige Border Collie noch zügig jede Ecke der Stichstraße, die durch das Feriengebiet auf Nordstrand führt, abgesucht. Nur kurz hält er vor einer Spaziergängerin inne, hält die Nase in die Luft, wendet sich ab und zieht an der Leine von Hundeführerin Jutta Schumann, und die folgt. Zielstrebig führt Tomte sie auf den Spielplatz an der gegenüberliegenden Straßenseite. Ruckartig bleibt er stehen und hält seine Spürnase geradewegs auf einen dichten Strauch am Rande des Areals gerichtet. Starr und angespannt steht der Rüde da, bewegt sich keinen Zentimeter mehr. Nur mit den Augen sucht er jetzt Kontakt zu seiner Herrin.

„Einfrieren nennen wir das. So zeigt der Hund mir genau, wo er etwas gefunden hat“, erklärt Schumann. Die Freude ihres Vierbeiners ist groß, als sie ihn lobt. Er hat einmal mehr einen guten Job gemacht und zum richtigen Ort geführt, denn hinter dem Gebüsch liegt der „vermisste“ 23-jährige Marvin Schönsee, der bei dieser Übung der neuen Rettungshundestaffel der Freiwilligen Feuerwehr Nordstrand Opfer spielt. Täuschend echt sieht seine Handverletzung aus, die ihm zuvor Rettungssanitäterin Térèsa Elaine Eigler fachgerecht verpasst hat. Wie immer vor solchen Suchaktionen hat der Hund an einem der Kleidungsstücke des Gesuchten schnuppern müssen, um überhaupt die Fährte aufnehmen zu können. Als Belohnung für den treuen Border Collie gibt es am Ende die „Beißwurst“ – ein robustes Hundespielzeug – und ein kurzes, intensives Streicheln von seiner Besitzerin. Nun wisse er, so erläutert Schumann, dass die Arbeit getan ist, und er wieder ganz „normaler Familienhund“ sein dürfe.

Noch nicht lange – seit März genau – ist die Rettungshundestaffel auf Nordstrand, zu der derzeit sieben Mitglieder mit ihren Hunden zählen, aktiv. Regelmäßig üben sie zweimal wöchentlich dienstags und freitags unter der Leitung von Jutta Schumann. „Wer Interesse hat, darf gern Kontakt mit mir aufnehmen. Fast alle Hunderassen sind für die Ausbildung zum Rettungshund geeignet. Wir haben hier eine bunte Mischung aus Dobermann, Border Collie und Parson Russell“, erläutert die engagierte Frau, die wie alle anderen in die Freiwillige Feuerwehr Nordstrand eingetreten ist. Unter deren Flagge steht die Staffel nun.

Für Nordstrands Wehrführer Peter Schroeder ist die kleine Einheit eine Bereicherung. Obwohl die Hunde mit ihren Herrchen erst einmal eine zweijährige Ausbildung durchlaufen müssen, sei bereits einer der Tiere erfolgreich bei einer Personensuche zum Einsatz gekommen. Mit Hunden ist das in der Regel effektiver. Oft genug befinden sich vermisste Menschen an Orten, wo sie kaum jemand vermuten würde, sagt er. Die vierbeinigen Spürnasen ließen sich davon nicht beeindrucken und führten direkt dorthin. „Ich freue mich, dass hier motivierte Menschen mitmachen, auf die wir künftig direkt zurückgreifen können“, sagt der Feuerwehr-Chef. Außerdem werde die Staffel über die Polizei zu Einsätzen im gesamten Kreisgebiet gerufen werden können.

Übrigens, die Hundeführer werden nach sechsmonatiger Probezeit zum Truppmann ausgebildet, so dass sie auch zu jedem anderen Einsatz der Wehr gerufen werden können. „Es macht mir einfach Spaß, mit Hunden zu arbeiten. Neben Tomte habe ich noch eine vierjährige Border-Collie-Hündin namens Kelly“, so die Leiterin der Staffel. Karin Bendixen aus Breklum ist mit einem Parson Russell namens Yulice dabei. Sie sei mit Hunden aufgewachsen. „Mir macht die Arbeit in der Truppe und das gesellige Miteinander mitsamt Austausch untereinander große Freude“, sagt sie. Weitere Informationen unter Telefon 0172/3815747 (Jutta Schumann)





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