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Deutsche Meisterschaften : Vierbeiner kämpfen um den Titel

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Deutschen Meisterschaften der Hütehunde finden im Oktober in Ahrenviöl statt. Border Collies müssen dabei beweisen, wie man verschiedene Gruppen von Schafen ordentlich zusammenhält.

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erstellt am 04.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Dieser Tage hat Biobauer Metzer-Petersen seine Ernte nahezu eingefahren. Viel Platz also auf den Feldern. Den braucht der 58-jährige Wolfgang Albertsen aus Ahrenviöl auch. Der Schäfer und Landwirt organisiert nämlich die Deutsche Meisterschaft der Hütehunde. Vom 9. bis zum 11. Oktober treffen sich die Halter der besten Border Collies Deutschlands zum nationalen Hütewettbewerb des Jahres in Ahrenviöl und Wester-Ohrstedt.

Große Flächen, auf denen diese Hunde der höchsten Hüte-Leistungsklasse zeigen können, was sie drauf haben finden sich nicht so oft, denn einen Kilometer weit entfernt stehen dann im Oktober die Schafe, die die Hunde zusammentreiben. Nur gelenkt von Pfiffen absolvieren die Border Collies mit dem Schaftrupp vor der Nase einen Parcours, teilen einzelne Tiere ab. Schluss ist, wenn die Schafe eingepfercht sind.

Die Schafe für den Wettbewerb stellt Wolfgang Albertsen. Denn nicht nur viel Fläche, sondern auch viel Vieh wird für den Wettbewerb gebraucht. Schließlich ist so ein Trial auch für Schafe anstrengend. Daher läuft eine Schafgruppe immer nur einmal täglich. Albersten, seine Familie und Freunde zeichnen für die Ausrichtung und Organisation verantwortlich. Veranstalter ist die Arbeitsgemeinschaft Border Collie Deutschlands (ABCD). Die Deutsche Meisterschaft ist der Höhepunkt der Wettbewerbe.

„Handler“ – so nennt man die Menschen, die mit ihren Border Collies am Vieh arbeiten – aus ganz Deutschland wetteifern, um den Titel mit nach Hause zu nehmen. Nur die Besten der Besten haben sich qualifizieren können. Mit Hunden, Zelten und Wohnmobilen reisen sie an. Einer kommt sogar aus Wales: Colin Gordon, der Richter des Wettbewerbs.

„Quasi direkt gegenüber der Europameisterschaft-Fläche“, so weist Wolfgang Albertsen den Weg zum Ort des Geschehens, denn vor sieben Jahren haben dort die internationalen Wettkämpfe stattgefunden. Diesmal sind die deutschen Teilnehmer unter sich, aber sie sammeln auf diesem Trial Qualifikationspunkte für die EM 2016. Die Border Collie-Leute aus ganz Deutschland wissen nämlich, wenn Albertsen ein Trial ausrichtet, dann müssen alle zeigen was sie können.

Faszination Border Collie: nirgendwo in Deutschland kann man so viele erstklassig arbeitende Hütehunde sehen, wie an diesem verlängerten Wochenende am Rande von Wester-Ohrstedt, in Bremsburg. Dort zeigen die Hunde, wozu sie ursprünglich im englisch-schottischen Grenzland gezüchtet worden sind: zur Arbeit am Vieh.

Dazu gehören das sorgsame Heranholen einer Schafgruppe auf große Distanz, durch das „Fetchgate“ in gerader Linie auf den Hundeführer zu, um den Besitzer herum, das Wegtreiben und Quertreiben durch zwei „Treibtore“, das Abtrennen einzelner, markierter Schafe und schließlich das Einpferchen. Der Höhepunkt am Finaltag: Der Hund muss mitten im Parcours zurückschauen, eine zweite Schafgruppe heranholen und mit ihnen weiterarbeiten.

Nicht nur im Wettbewerb arbeiten die Teilnehmer mit ihren Hunden. In den Betrieben und in der Hobby-Schafhaltung sind die Border Collies im Alltag längst auch in Deutschland zu unverzichtbaren Helfern geworden. Albertsen: „So viele Leute, wie ich brauchen würde, wenn meine Hunde nicht mitarbeiten, könnte ich gar nicht bezahlen.“ Übrigens: Zuschauer sind willkommen, Zuschauer-Hunde auch – an der Leine und mit gültigem Impfausweis.

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