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Auch Online-Medien : Vielfältiges Angebot für Bücherfreunde

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bredstedts Bücherei-Leiterin sieht Potenzial in der „Onleihe“. Für Sabine Gaack stehen die Online-Medien nicht in Konkurrenz zum Buch.

Weiter im Sinkflug ist die Zahl der Entleihungen in der Bücherei Bredstedt. Allerdings konnte ihn die neue Leiterin, Sabine Gaack etwas abbremsen. Ihre Vorgängerin, Monika Voß, die bis zum 31. Mai vergangenen Jahres noch verantwortliche Diplom-Bibliothekarin im Luftkurort war, bezeichnete den Rückgang um seinerzeit neun Prozent als historisch. „Erstmals seit langem ist ein deutlicher Rückgang in fast allen Segmenten der Bücherei betroffen“, beschreibt die derzeitige Lektorin in einer Flensburger Bücherei das Jahr 2013. Im vergangenen Jahr gingen laut den Berechnungen der jetzigen verantwortlichen Diplom-Bibliothekarin, Sabine Gaack, die Entleihungen um sechs Prozent zurück. Insgesamt gab es 2014 in absoluten Zahlen 75  277 Ausleihen.

Die Mildstedterin interpretiert den Rückgang nach ihrer Recherche und Statistik bei den DVD mit den zusätzlichen Gebühren, bei den Musik-CD‘s und PC-Spielen eher mit dem gewandelten Medienangebot. „Spiele und Musiktitel sind für kleines Geld per Smartphone zu erwerben“, erklärt die 56-Jährige. Wohingegen die wenigen attraktiven PC-Spiele aufgrund komplizierter Registrierungen nicht geeignet für eine Bücherei seien. Ferner sind durch Schließungen von Kindergärten in der Stadt respektive einer eingerichteten Bücherei an der Gemeinschaftsschule, den Rückgang der Ausleihen zu begründen. „Zwangsläufig muss eine Bücherei auch den Geburtenrückgang zu spüren bekommen“, ist sich die verheiratete Mutter von zwei Kindern sicher, dass sich dadurch natürlich auch die Ausleihen verringern bei rückläufiger Nachfrage. Ihr Ziel ist es entgegenzuwirken, eine Kooperation mit den Schulen in Bredstedt zu vereinbaren. Der Förderverein unterstützt Sabine Gaack und ihr Team von zwei Bibliotheks-Assistentinnen dabei.

Zusätzlich ist für die passionierte Reiterin und Züchterin, die sieben Pferde ihr eigen nennt, die Erhöhung des Online-Medienetats auf fünf Prozent jährlich (zuvor vier Prozent) als Mitglied im Verbund „Onleihe zwischen den Meeren“ zukunftsweisend. „Dieses Segment muss bekannter werden“, betont die gebürtige Hamburgerin. Denn für Sabine Gaack stehen Online-Medien nicht in Konkurrenz zum Buch: „Ich habe keine Angst, dass das Buch vom E-Book ablöst wird.“ Die Bibliothekarin bezeichnet die „Onleihe“ als zusätzliches Angebot, dass das Segment erweitert, mehr nicht. Viele Nutzer der Bücherei wüssten noch nicht, dass sich alle Leser auch in der „Onleihe“ E-Books oder E-Zeitschriften herunterladen könnten. „Mit Erklärung für die unterschiedlichsten Endgeräte“, fügt Sabine Gaack an, die vor Ort auch hilft, falls sich kleine Fehler bei der Installation ergeben. Zudem gibt es in diesem Bereich keine Fristen. „Es kann kein Termin überzogen werden“, verdeutlicht die Leiterin einen zusätzlichen Vorteil der „Onleihe“. Wenn eine Frist von zwei Wochen vergangen sei, schaltet sich die Nutzungsmöglichkeit ab.

Die Stadtbücherei bietet ferner ihren Nutzern seit dem vergangenen Jahr auch einen kostenlosen Wlan-Zugang an. Die Einrichtung wurden vom Förderverein der Bücherei gesponsort. Der Verein unterstützte zudem die Bücherei unter anderem beim Ferien-Leseclub, Vorlese(s)pass sowie mit Geldspenden für Literatur.

Auch die Kinder- und Jugendbuchwoche war für die Leiterin ein voller Erfolg. Die Kinderbuchautorin Corinna Harder las einen Kriminal-Rätselfall vor 130 Kindern der Grundschule Bredstedt im Saal des Bürgerhauses. Derzeit bestehen für Mädchen und Jungen zwei weitere Möglichkeiten, sich mit Büchern und Medien zu beschäftigen. Jeden letzten Freitag im Monat findet von 14 bis 18 Uhr kostenloses Wii-Spielen statt. Teilnehmen kann jeder ab sechs Jahren. „Die Kinder kennen sich oft nicht, regeln aber, welches Spiel dran ist“, beschreibt Sabine Gaack eine zusätzliche Förderung der Sozialkompetenzen. Ferner werden freitags von 15 bis 15.30 Uhr in der Kinderecke für Mädchen und Jungen zwischen fünf und sieben Jahren Geschichten vorgelesen, Stempel gesammelt und etwas gewonnen. „Wer fünf Stempel gesammelt hat, darf sich eine kleine Überraschung aussuchen“, wirbt die Leiterin abschließend um weitere Besucher.

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erstellt am 25.Feb.2015 | 15:00 Uhr

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