Husumer Stadtvertretung : Viele Neuanfänge und ein Abschied

Die neu gewählten Stadtvertreter saßen in ihrer ersten Sitzung zusammen. Fotos: Bandixen
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Die neu gewählten Stadtvertreter saßen in ihrer ersten Sitzung zusammen. Fotos: Bandixen

Konstituierende Sitzung der Husumer Stadtvertreter: Peter Empen übergibt das Amt des Bürgervorstehers an Martin Kindl.

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13. Juni 2018, 09:47 Uhr

Sie ist geprägt von Formalien – und trotzdem war sie im Husumer Fall auch eine emotionale Angelegenheit: Die erste Sitzung einer frisch gewählten Stadtvertretung. Bevor die 27 Senatoren in absoluter Einigkeit Ausschüsse und Gremien besetzten, verabschiedete sich Peter Empen aus seinem Ehrenamt als Bürgervorsteher. „Abschiedsworte sollten so kurz sein wie Liebeserklärungen“, zitierte der SPD-Politiker Fontane. Was folgte, ließe sich auch beinahe als Liebeserklärungen beschreiben – zumindest waren es sehr wertschätzende Worte, mit denen sich Empen an die Kommunalpolitiker, die Verwaltung und nicht zuletzt an die Husumerinnen und Husumer wandte: „Sie haben mir vertraut, dass aus der Herausforderung und Verpflichtung, die das Amt des Bürgerworthalters verlangt, eine ganz enge Bindung wurde.“ Der pensionierte Schulleiter plädierte für eine bürgernahe Gemeindepolitik, an der er unter anderem als stellvertretender Bürgervorsteher gern weiter mitwirken will – und wünschte seinem Nachfolger Martin Kindl (CDU) alles Gute „für dieses wunderschöne Amt“.

Der 40-jährige Bundeswehroffizier wurde einstimmig gewählt. Nach der Sitzung erklärte er in einem schriftlichen Grußwort, wie wichtig es für die Zukunft Husums sei, „dass Bürgerschaft, Politik und Verwaltung im Dialog stehen und sich gemeinsam, Hand in Hand statt gegeneinander, dafür einsetzen, die Lebensqualität in Husum zu erhalten und weiter zu verbessern“.

Grundsätzliche Worte fand auch Lothar Pletowski, der die Sitzung als ältester Senator zunächst leitete: Er mahnte, sachbezogen zu streiten „und politische Angriffe zu unterlassen“. Außerdem müsse es zu denken geben, dass nur 43 Prozent der Husumer bei der Kommunalwahl gewählt haben. Zunächst aber philosophierte Pletowski über die Frage, wann man wohl zu alt für die Kommunalpolitik sei – ein Thema, das bei einer Stadtvertretung, in der acht Mitglieder zwischen 70 und 80 Jahre alt sind und die im Schnitt 61 Lenze zählt, nicht ganz uninteressant ist. Beantworten wollte Pletowski seine rhetorische Frage schlussendlich aber nicht.

Und sonst? Gab’s nur kurz Aufregung, als sich herausstellte, dass unter anderem die Besetzung des Aufsichtsrates der Tourismus- und Stadtmarketing Husum GmbH auf der Tagesordnung vergessen worden war. Ein insofern pikantes Versäumnis, weil sich Stadtpolitik und Verwaltung wegen der paritätischen Besetzung eben dieses Gremiums vergangenes Jahr vor Gericht gegenüber standen. Aber auch dieses Maleur wurde ohne große Schwierigkeiten beseitigt – und auch dieser Aufsichtsrat wurde besetzt. Sogar mit genügend Frauen – auch wenn der Frauenanteil in der neuen Stadtvertretung nicht überragend ist: Er liegt bei sechs von 27.

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