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110 Müllsammler unterwegs : Viele Helfer sorgen für sauberen Strand

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

110 freiwillige Teilnehmer beteiligten sich in St. Peter-Ording an der Aktion „SPO klart auf “. Zweimal im Jahr werden die Strände gereinigt. Diesmal fanden sich sogar alte Fischernetze und Druckerpatronen.

„Wir wollen doch, dass unsere Strände sauber bleiben. Deshalb bin ich dabei“, erklärte Sonja Behrend von der Wassersportstation. 110 Teilnehmer, darunter viele Familien mit Kindern, vorwiegend Urlaubsgäste, waren der Einladung der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording und ihrer Chefin, Constanze Höfinghoff, zur Aktion „SPO klart auf“ gefolgt. „Ich freue mich riesig, dass uns so viele helfen wollen, unseren schönen Strand vom Müll zu befreien“, begrüßte sie die Freiwilligen im Dünen-Hus. Bei der Aktion im vergangenen Jahr seien weit weniger dabei gewesen. Mit im Boot waren auch Freiwillige der Schutzstation Wattenmeer unter der Leitung von Armin Jeß, sowie DLRG-Ehrenamtler.

Der hatte die Akteure eingewiesen und ließ Handschuhe und Müllsäcke ausgeben. „Heute werden wir uns in vier Gruppen aufteilen und dort sammeln, wo sonst weniger gemacht wird“, so Jeß. Los ging es in die Bereiche Böhl, Ortsteil Bad in Höhe Arche Noah, Südstrand und direkt in die Salzwiesen im Bad, teilweise mit Bussen von Schäfer Tours. Schnell füllten sich die stabilen Restmülltüten. Besonders die Kinder hatten Erfolgserlebnisse, wenn sie einmal mehr etwas fanden, was da nicht hingehörte. „Ich habe Stacheldraht aus den Salzwiesen rausgeholt, unmöglich“, entrüstete sich Urlaubsgast Finn Meyer aus Hamburg. Die neunjährige Sandra Heinsen und ihre Mutter Esther fanden es nicht witzig, wie gedankenlos man Müll entsorge. „Ich habe ganz viele Plastikflaschen eingesammelt“, erzählte Sandra. Von Plastikmüll, Styropor bis hin zu Deckel- oder Behälterresten war schließlich alles zu finden, ebenso wie Tauwerk, verheddert in trockenem Seetang, oder Glasflaschen, Getränkedosen, Bretter mit Nägeln, Netzreste, Blechdosen sowie Tetrapacks. Sogar Druckerpatronen und eine Gardinenstange kamen zum Vorschein. „Sie haben gesehen, dass es immer wichtiger wird, mehr zum Schutz der Meere und des Weltnaturerbes Wattenmeer zu tun. Das muss in die Köpfe aller Menschen“, resümierte die TZ-Chefin während der Besprechung nach fast drei Stunden Arbeit. Jeder Strandnutzer könne seinen Beitrag dazu leisten. Er trage Mitverantwortung für das Geschenk Natur. Das Zauberwort hieße Müllentsorgung, allerdings ordnungsgemäß und nicht wild. Mit einem Trecker, so erläuterte Jeß, werden die Strände im Nordsee-Heilbad laufend abgeharkt. 2012 wurde eine Spezialmaschine angeschafft. Sie reinigt den Strandboden bis in eine Tiefe von 30 Zentimetern und befreit ihn so von Kleinmüll und Glasscherben, die Ursache für viele Verletzungen sind. Die Gäste erfuhren von Jennifer Timrott aus Friedrichstadt, was es mit dem Projekt „Küste gegen Plastik“ auf sich hat. Sie berichtete, dass bis zu 150 Millionen Tonnen Abfälle in den Ozeanen lagern. 15 Prozent finden sich am Spülsaum, 15 Prozent an der Wasseroberfläche und 70 Prozent am Meeresboden. Von den jährlich 20.000 Tonnen Müll in der Nordsee sind drei Viertel Plastik. 98 Prozent der verendeten Eissturmvögel wiesen in ihren Mägen Kleinplastik auf. Der Abbau zu Mikroplastik ist ein ganz großes Problem, denn an ihm befinden sich vor allem haftende Schadstoffe, die über die Nahrungskette auch den Menschen schaden. Nach so viel Input taten heiße und kalte Getränke sowie Kuchen und Snacks sehr gut, gesponsert und organisiert vom „StrandGut Resort“, „die Zweite Heimat“ und das „Beach Motel“.

Schließlich gab es Teilnahme-Urkunden für alle Helfer. Die nächste Aktion, kündigte Constanze Höfinghoff an, wird es am 19. September geben.

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