Viel Trubel um den Schreibtisch im Kindergarten

Tanja Weilbach-Hornburg am Schreibtisch in der Tagesstätte Löwenstedt-Haselund.

Tanja Weilbach-Hornburg am Schreibtisch in der Tagesstätte Löwenstedt-Haselund.

Schreibtische schultern Akten, balancieren Familienfotos oder ertragen Schläge. Eine Schreibtisch-Besitzerin erzählt.

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13. September 2019, 17:51 Uhr

Wenn Schreibtische erzählen könnten: Sie schultern Akten, balancieren Familienfotos oder ertragen Schläge, wenn ihre Besitzer sich ärgern. Eine Nordfriesin beschreibt ihr Verhältnis zu dem Möbel.

Rund um den Schreibtisch von Tanja Weilbach-Hornburg geht es gerade besonders turbulent zu, denn nicht nur die 68 Kinder der Evangelischen Tagesstätte Löwenstedt-Haselund fordern tagtäglich ihre volle Aufmerksamkeit, sondern auch die Baustelle, die sie von ihrem Bürofenster aus fest im Blick hat.

In dem Anbau, den die Kita gerade erhält, wird sie dann endlich auch ein eigenes Büro bekommen. Im Moment teilt sich die Kita-Leiterin ihren Schreibtisch noch mit einer Bürokraft, die ihr zweimal pro Woche zur Hand geht. „Ab und zu dürfen mir aber auch die Kinder bei der Arbeit helfen“, sagt Tanja Weilbach-Hornburg und lobt ganz besonders die Loch- und Tackerfähigkeiten ihrer Schützlinge.

Doch auch wenn Aufgaben umfangreicher und die Dokumentation immer komplizierter wird: So oft es geht stürzt sich die Chefin selbst für einige Stunden in das Getümmel, denn der „Draht zur Basis“ ist ihr wichtig. Das merken offenbar auch die Lütten, denn sie laufen ihr freudestrahlend entgegen, sobald sie in den Gruppenräumen oder im Garten nach dem Rechten schaut.

Dass auch der Draht zu ihrem 15-köpfigen Team stimmt, beweisen die kleinen Leckereien, die regelmäßig auf ihrem Tisch landen. Vor allem, wenn klar ist, dass sie mal wieder nicht pünktlich Feierabend machen kann oder noch einen Außentermin wahrnehmen muss. Gespräche mit den Eltern und den Mitarbeitern gehören ebenso zu den Aufgaben der Kita-Leiterin wie die Teilnahme an Sitzungen der Kirche, des Kita-Werkes und anderen Institutionen.

Nach Feierabend kümmert sich Tanja Weilbach-Hornburg gerne mit allen Sinnen um ihren Garten. Sie tut etwas für ihre Fitness und geht zum Yoga. Ihre Arbeit versüßt sie sich am liebsten mit frischem Obst, einem Glas Ingwerwasser und Kaffee, der dank Thermobecher nie kalt wird. Optisch überrascht ihr sehr aufgeräumter Schreibtisch mit dezenten Engelsfiguren und einem Tonkrug mit Sonnenmotiv für die Stifte – das Geschenk einer lieben Freundin.

Rundum fällt der Blick auf motivierende Spruchkarten und eine Staffelei mit Lucia Feiders „Erziehungsratgeber aus Sicht des Kindes“, den sich alle Eltern gerne einprägen dürfen. Um nur mal eine der zwölf spannenden Thesen zu nennen: „Versuche nicht immer, so zu tun, als seist du perfekt oder unfehlbar. Der Schock ist für mich zu groß, wenn ich herausfinde, dass du es doch nicht bist.“

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