Richard Wester in Husum : Viel mehr als schlichte Beatles-Cover

Richard Wester spielt gemeinsam mit dem Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchester.  Pressefoto
Richard Wester spielt gemeinsam mit dem Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchester. Pressefoto

Heute Abend präsentiert Richard Wester „Beatlemania“ im Husumer NCC. Karten gibt es unter anderem noch an der Abendkasse.

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22. Februar 2018, 08:46 Uhr

Quizfrage: Musikalischer Weltenbummler mit Wohnsitz in Steinbergkirche? Richtig: Das kann nur Richard Wester sein. Seit Jahrzehnten ist der gebürtige Linzer mit Musikprojekten aller Art unterwegs, spielte an der Seite von Ulla Meinecke, aber auch von Udo Lindenberg, Hannes Wader, Reinhard Mey oder Joe Cocker. Heute ab 20 Uhr spielt der gefragte Saxofonist mit seiner Band und dem Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchester in die Messe Husum & Congress. Im Reisegepäck ein Cross-over-Projekt mit dem Titel „Beatlemania“ und zweiteiligem Programm: „Im ersten Set spielen wir ausschließlich Beatles, im zweiten ausschließlich Wester.“

Herr Wester, gibt es eigentlich irgendetwas, was Sie nicht machen, wenn es mit Musik zu tun hat?

Ich mache ganz vieles nicht. Ich mag zum Beispiel keine Unterhaltungsmusik oder würde nie als Backrounder bei Empfängen spielen. Ich mache auch keinen American-Folk-Abend oder solche Geschichten. Aber jetzt mal umgekehrt: Die Beatles spiele ich, weil die einfach eine unglaubliche Vielfalt an tollen Melodien haben, die man als Saxofonist, als „instrumentaler Sänger “ – Klammer auf „Lieder ohne Worte“, Klammer zu – wunderbar interpretieren kann.

Wie kam es speziell zu diesem Projekt?

Der Intendant des Landestheaters, Peter Griesebach, mich gefragt hat, ob ich nicht Lust hätte, so etwas zu machen . . .

. . . und da haben Sie sofort Ja gesagt?

Na logisch. Also ich glaube, es gibt für Instrumentalisten, für Musiker, nichts Besseres, als ihre eigenen Stücke in Begleitung von 60 wunderbaren Musikerin zu hören. Das klingt einfach super-toll.

So wie Sting vor ein paar Jahren mit dem Royal Philharmonic Orchestra live in Berlin?!

Ja, das haben schon viele Künstler von Weltrang gemacht. Und wenn man so eine Gelegenheit bekommt, dann darf man dazu gar nicht Nein sagen. Ich habe Griesebachs Idee mit den Beatles jedenfalls begeistert aufgenommen, weil die Beatles auch für meine musikalische Kindheit stehen . . .

. . . jetzt übertreiben Sie aber . . .

Ja, stimmt. Eigentlich bin ich zu jung für die Beatles. 1968 war ich zwölf. Und die Beatles waren zu Beginn auch kein großes Thema (lacht) – mit vielen, vielen Ausnahmen: Ich hatte zum Beispiel in Linz am Rhein eine Schülerband, die hieß Crindül und einer meiner Lieblingstitel war Eleanor Rigby. Den habe ich auf der Flöte gespielt. Wunderbar. Toller Titel, tolle Melodie. Mit 19 war ich dann als junger studierender Musiker in Berlin und bin immer wieder von einem Kinderheim in Norgaardholz eingeladen worden. Deshalb wohne ich überhaupt hier. Die hatten einen musikbegeisterten, wunderbaren Leiter. Ungefähr 80 Prozent des Repertoires, das wir damals gespielt haben, waren Beatles-Songs. Und dann gab es diese tollen Abende in der Kneipe Habernis. Das war einfach ein Rausch. Danach dann 25 Jahre Käpt’n Kümos Marching Band: Und auch hier waren 80 Prozent der Titel von den Beatles.

Wenn sich also jemand eingehend mit den Beatles beschäftigt hat, dann Sie?

Vorsichtig ausgedrückt: Ja.

Und als nächstes kommen die Stones? Oder sind die nicht sinfonisch genug?

Neeee. Die Stones mit Sicherheit nicht, obwohl ich die als Kid viel lieber mochte als die Beatles. Brown Sugar zum Beispiel ist ein genialer Titel, aber diese Musik hat nicht so eine Vielfalt, so ein Spektrum wie Beatles-Songs. Für ein Orchester bieten die Beatles ein unerschöpfliches Repertoire von wunderbaren Harmonien und Melodien.

Beatles-Coverbands gibt es ja genug. Was macht Ihr „Beatlemania“-Projekt zu etwas Besonderem?

Na ja, Cover ist das mit Sicherheit nicht. Und die Kombi Beatles-Wester ist mir sehr wichtig. Ohne die hätte ich es nicht gemacht. Ein reiner Beatles-Abend ist zwar auch toll, aber das reicht mir nicht. Ich muss mich als Person in so ein Projekt mit einbringen können. Dann erst fühle ich mich wohl. Übrigens: Wenn es eine sinfonische Beatles-Coverband gäbe, wäre die wahrscheinlich weltweit unterwegs, weil es einfach unglaublich ist, mit so einem Sound auf die Bühne zu gehen. Die Arrangements von Rolf Hammermüller, Pianist aus Berlin, sind ja auch nicht eins zu eins, wie Coverbands das tun. So ist aus Ob-La-Di, Ob-La-da ein kleines sinfonisches Werk geworden. Das macht das Ganze für alle, die Beatles und Beatles-Melodien mögen, ohne alles ein zu eins haben zu müssen, extrem spannend.

Es gibt noch Tickets: Im Kundencenter der Husumer Nachrichten, Markt 23, Telefon 04841/89650 oder im NCC an der Abendkasse.

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