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180 Bürger zur Einwohnerversammlung : Viel Beifall für Bürgermeister Horst Feddersen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In der Rantrumer Kultur- und Sporthalle unterstützten die knapp 180 Bürger, die zur Einwohnerversammlung gekommen waren, ihren Gemeinde-Chef. Horst Feddersen warb um Vertrauen und wurde mit Beifall bedacht.

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erstellt am 24.Feb.2015 | 10:00 Uhr

„Ich übernehme die volle Verantwortung und möchte mich dafür entschuldigen“, sagte Rantrums SPD-Bürgermeister Horst Feddersen vor etwa 180 Bürgern in der Einwohnerversammlung in der Sport- und Kulturhalle, als das Thema Blumenkonto auf der Tagesordnung stand – die Gemeinde unterhielt bis vor kurzem ein sogenanntes Blumenkonto, das nicht im Haushalt aufgeführt war, und über das lediglich der Bürgermeister eine Vollmacht besaß. Gleichzeitig unterstrich Feddersen aber auch, dass er das Geld dieses Kontos nicht für sich selbst verwendet habe. Davon, so sagte er weiter, seien verschiedendste Dinge bezahlt oder angeschafft worden. Es habe Unterstützung für Vereine und die Jugendarbeit gegeben. Die Liste sei zu lang, um sie komplett aufzuzählen. Sollte er aber spüren, dass das Vertrauen in seine Person nicht mehr vorhanden sei, dann werde er die Konsequenzen tragen.

Von einem Vertrauensverlust gegenüber dem Bürgermeister war in der Eventhalle nichts zu spüren. Ganz im Gegenteil, Feddersen wies rhetorisch geschickt darauf hin, dass die Diskussion über das Blumenkonto, welches bereits seit 30 Jahren in der Gemeinde geführt werde, unter anderem von der CDU angestoßen worden sei. „Aber, es ist nicht ein einziges CDU-Gemeinderatsmitglied hier im Saal, so dass ich mir das Vortragen von zwei Seiten meines Manuskripts schenken kann“, sagte er. Das wurde von der Einwohnerschaft mit großem Befremden aufgenommen. Beifall für den Bürgermeister, der erläuterte, dass es sich auf dem Konto um relativ kleine Summen gehandelt habe – und ihm ein Zuhörer beiseite sprang, der betonte, dass man einem Bürgermeister auch einmal vertrauen müsse, genauso wie den Gemeindearbeitern, die eine Rechnung ausstellen.

Bernd Franke, Vorsitzender der SPD/FDP-Fraktion im Rantrumer Gemeinderat, unterstrich in seiner Erläuterung, dass auch die gewählten ehrenamtlichen Gemeindevertreter Fehler machen würden. Allerdings bezweifelte er, dass nur die Ratsmitglieder seiner Fraktion von dem Blumenkonto gewusst hätten. Zudem beklagte er die Veröffentlichung darüber in unserer Zeitung, denn unter anderem sei aus einem noch nicht genehmigten Sitzungsprotokoll zitiert worden. Franke unterstrich, dass es wieder zu einem besseren Miteinander im Gemeinderat, zum Wohle Rantrums kommen müsse, unterschlug dabei aber, dass es in der jüngsten Vergangenheit immer wieder zu Zoff in dem Gremium gekommen war. Selbst eine Mediation brachte offensichtlich nicht das gewünschte Ergebnis.

Dass das schlechte Miteinander im Gemeinderat von den Bürger nicht akzeptiert und gewollt wird, zeigte sich an dem starken Applaus für den Vorsteher des Amtes Nordsee-Treene, Ralf Heßmann. Denn der hatte ganz klar in seiner Rede festgestellt: „Bundestag können die in Berlin spielen, das brauchen wir hier nicht.“

Doch nicht nur das Blumenkonto war Inhalt der Einwohnerversammlung. Feddersen berichtet, dass es demnächst mit dem Windpark Ipernstedt losgehen werde. Sechs Anlagen mit einer Leistung von jeweils 3,2 Megawatt (MW) sollen dort errichtet werden. Die Gesamtinvestition belaufe sich auf rund 20 Millionen Euro. Die Gemeinde erwartet dadurch Gewerbesteuereinnahmen von weit mehr als 200  000 Euro jährlich.

Ferner stellte er kurz den Bebauungsplan Nr. 8 vor. 19 Grundstücke sollen im ersten Anlauf erschlossen werden, 45 sind insgesamt vorgesehen. Und der starke Zulauf zeige, dass Rantrum eine beliebte Gemeinde sei.

Heftige Kritik dann an der CDU-Vize-Bürgermeisterin Karin Harmsen, die als Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins beim Neujahrsempfang Rantrum schlecht gemacht habe. Die Erhöhung der Gemeindesteuern dürften kein Unternehmer in den Ruin führen, stellte Feddersen klar. Und wer die Gemeinde so heftig kritisiere, solle doch lieber im neuen Markt-Treff einkaufen und dort das Geld lassen, als immer in den Nachbarort zu fahren. Denn der Markt-Treff sei bei der Bevölkerung eigentlich sehr gut angenommen worden.

Schulausschuss-Vorsitzender Hans-Jürgen Becker unterstrich, wie wichtig eine eigene Schule für eine Gemeinde sei und lobte den Schulförderverein für die Unterstützung. Auch lobte er die Zusammenarbeit mit dem DRK-Kindergarten, dessen Leiterin Ulrike Kühl-Tychsen darauf hinwies, dass die Einrichtung immer weiter wachse und nun schon die sechste Gruppe eingerichtet werden müsse.

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