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Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Husum : Verwaltungs-Karriere statt Chemie-Labor

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Chefwechsel im Bundeswehr-Dienstleistungszentrum: Wolfgang Schlieker geht nach zehn Jahren an der Spitze, Eckhardt Ahlborn kommt.

von
erstellt am 14.Dez.2015 | 19:42 Uhr

Ein Jahrzehnt stand er an der Spitze des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Husum, heute übergibt er die Verantwortung für die Dienststelle mit 750 Mitarbeitern an seinen Nachfolger: Regierungsoberamtsrat Wolfgang Schlieker wird nach insgesamt 41 Dienstjahren in der Bundeswehr-Verwaltung in den Ruhestand verabschiedet.

Diese Laufbahn war dem Dithmarscher alles andere als vorherbestimmt: „Eigentlich wollte ich Chemie-Laborant werden“, erzählt er lachend. Tatsächlich aber landete er – bei der Bundesbahn. Und wurde dort von 1971 bis 1973 zum Assistenten ausgebildet. Dass es eine Bundeswehr-Verwaltung gab, war ihm damals noch gar nicht richtig bewusst: „Davon hat mir erst ein Onkel erzählt, der in diesem Bereich tätig war.“ Und dieser Bericht war offenbar interessant genug, um den damals 19-Jährigen zur Bewerbung zu animieren.

„Während der Ausbildung zum Regierungsinspektor musste ich noch gleichzeitig meinen Grundwehrdienst absolvieren – schon aus Gründen der Wehrgerechtigkeit“, erinnert er sich. Der wurde am Ende jedoch eher ein 15 Monate dauerndes Praktikum: „Als die damals im Aufklärungsgeschwader 52 in Leck spitzgekriegt haben, was ich für eine Ausbildung mache, haben sie mich dort gleich in die Truppenverwaltung gesteckt.“

Dabei waren für ihn die interessantesten Kapitel seiner Karriere immer die, wenn er nahe bei „seinen“ Soldaten war: So konnte er in seiner Zeit als Leiter der Truppenverwaltung der Husumer Flugabwehrraketengruppe 26 auf Übungen in Norwegen, Spanien, Griechenland und sogar in den USA dabei sein: „Das war 1996, die Großübung Roving Sands mit 2300 Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet in Texas und New Mexico, für die wir die Leit-Truppenverwaltung stellten“, erzählt er. „Eine gewaltige Herausforderung für uns.“ Schließlich sei seine Dienststelle damals nur „eine kleine Familie von 20 Köpfen“ gewesen. Aber da hätte halt alles gepasst, die Tätigkeit, die Leute, mit denen man zu tun hatte, das Umfeld – es war alles perfekt: „Das ist so der Augenblick, wo man eigentlich auf die Pausentaste des Lebens drücken und alles, wie es ist, festhalten möchte.“ Und im Auslandseinsatz war Schlieker auch: Das war im Jahr 1998, mit dem Einsatzgeschwader 1 der Luftwaffe im italienischen Piacenza und mit den Krisenreaktionskräften in Ex-Jugoslawien.

Dennoch sei seine letzte Position als Leiter des Dienstleistungszentrums in Husum natürlich „die Krönung“ der Laufbahn gewesen, sagt Schlieker. „Als ich 1974 meine Ernennungsurkunde zum Anwärter vom Leiter der Standortverwaltung Hamburg entgegen nahm, hätte ich nicht im Traum daran gedacht, einmal selbst diese Funktion zu bekleiden.“ Und dazu noch mit einer so „tüchtigen und motivierten“ Belegschaft. „Dafür gebührt meinen Leuten Dank und Anerkennung“, sagt Schlieker.

Sein Nachfolger wird Regierungsdirektor Eckhardt Ahlborn, der den Platz als Leiter des Dienstleistungszentrums Hamburg jetzt mit dem in der Storm-Stadt vertauscht. Und Wolfgang Schlieker damit Zeit gibt, sich mehr mit seiner Familie und seiner 14 Monate alten Enkelin zu beschäftigen.

Info:

Das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Husum ist nicht nur das nördlichste in Deutschland, sondern auch das größte in Schleswig-Holstein. Es betreut fast alle militärischen Dienststellen nördlich des Kanals. 8300 Soldaten und Zivilangehörige der Bundeswehr verlassen sich auf die Arbeit des Zentrums mit Hauptsitz in der Industriestraße 15. Die 750 Mitarbeiter sind für das Management von Personal und Liegenschaften der Bundeswehr sowie für Finanzen und interne Dienste zuständig. Sie beraten und betreuen in dienst-, sozial- und versorgungsrechtlichen Angelegenheiten, helfen bei der Wohnungssuche und buchen Tickets und Unterkünfte bei Dienstreisen. Für Zivilangestellte nehmen sie zusätzlich Arbeitgeberfunktionen wahr. Sie verwalten und bewirtschaften die militärischen Anlagen, sorgen für deren Erhalt, nötige Reparaturen und Dienstleistungen und stellen die Versorgung mit Verbrauchsgütern sicher.

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