Bargum : Verursacher haftet für Schäden

59 Masten sind geplant.
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59 Masten sind geplant.

Im Zuge des Baus der 380-kV-Leitung stimmt Bargum einem Sondernutzungsvertrag zu. Hierfür wird der Ist-Zustand der Straßen dokumentiert.

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25. Januar 2018, 07:00 Uhr

Die Firma Tennet TSO GmbH wird im Bereich der Gemeinde Bargum eine neue Hochspannungs-380 kV-Leitung verlegen, leitete Bürgermeister Bernd Wolf in der jüngsten Gemeindevertreter-Sitzung einen wichtigen Tagesordnungspunkt ein. Für die Baumaßnahme sei es erforderlich, dass die Straßen und Wege der Gemeinde zum Teil mit Fahrzeugen, die über den sogenannten Gemeingebrauch, also über das gewöhnliche Nutzungsmaß hinausgehen, genutzt werden. Da die Gefahr bestehe, dass Straßen und Wege dabei beschädigt werden, sei ein Sondernutzungsvertrag nötig. Mit diesem wird gleichzeitig eine vorherige Beweissicherung des aktuellen Straßenzustandes sowie eine anschließende Wiederherstellung nach möglichen Beschädigungen vereinbart.

Ortstermin war in dieser Woche. Gemeinsam mit Gemeindevertretern wurden die betroffenen Straßen und Wege (siehe Infokasten) in Augenschein genommen und der Ist-Zustand in Foto und Video als Beweissicherung dokumentiert. „Das Unternehmen will bei seinen Arbeiten möglichst wenig in die Fläche eingreifen“, erklärte Bernd Wolf. „Sollten dennoch Schäden entstehen, übernimmt Tennet die Kosten für die Wiederherstellung.“

Die Baugrund-Hauptuntersuchung, so der Bürgermeister, solle im kommenden Juni abgeschlossen sein. Alle betroffenen Gemeinden würden übrigens denselben Vertrag bekommen. Insgesamt betrage die Strecke der 380 kV-Leitung 51,2 Kilometer. „Die Fundamente werden mit einer Ramme eingebracht, anschließend werden die Masten aufgestellt.“ 59 Masten an der Zahl. Für die Arbeiten werden ein 20 Meter langer Kran, 2,75 Meter breit und 30 bis 40 Tonnen schwer, eingesetzt. Pro überspannten Kilometer Gemeindefläche erhielten die Kommunen eine Entschädigung zwischen 25.000 und 40.000 Euro. Der Bürgermeister: „Das ist abhängig von der Systemen-Zahl. Was das genau bedeutet, das hat sich mir bisher noch nicht erschlossen.“

Wolf auf Nachfrage aus dem Gremium: Bei der Beweisaufnahme zähle der Ist-Zustand der Straßen und Wege – auch wenn Baubeginn erst in einem Jahr sein sollte.

Die einstimmige Zustimmung zum Einnahme- und Ausgabeplan der Kameradschaftskasse der Freiwilligen Feuerwehr Bargum war für die Gemeindevertreter eine Formsache. Bernd Wolf verlas die Zahlen: Gesamteinnahmen 7.620 Euro, Rücklagen 6.200 Euro. Davon gingen noch einmal 200 Euro ab, so dass schließlich 6.000 Euro blieben. Wolf: „Wir müssen nur zustimmen, und damit ist dem Genüge getan.“

Eine neue Verwendung soll der ehemalige Schützenstand im Gemeindehaus bekommen. Künftig möchte ihn die Freiwillige Feuerwehr – das Gerätehaus ist ebenfalls Teil des Gemeindehauses – nutzen, um hier ihre Ausrüstung unterbringen. Dafür aber sind neben einer Baugenehmigung sowie einem Antrag auf Nutzungsänderung auch umfangreiche Umbaumaßnahmen von Nöten. Das hatte ein Ortstermin mit Bürgermeister, Feuerwehr und dem Amt Mittleres Nordfriesland ergeben. Bei der Gelegenheit wurde festgestellt, dass die derzeitige Deckenhöhe mit 2,16 Metern Höhe eine Nutzung als Aufenthaltsraum nicht zulasse, eine Änderung der Deckenhöhe aber auf Grund der Brettbinderkonstruktion nicht zu realisieren sei. Nach erfolgter Baugenehmigung soll die Maßnahme umgesetzt werden. Wie der Zeitplan aussieht und in welcher Form, steht derzeit noch nicht fest. Man sei noch nicht soweit, signalisierte Wehrführer Niss-Ketel Sönksen in der Sitzung.

Erste Kostenschätzungen für die Maurer-, Zimmerer-, Heizungs-, Elektro-, Maler- und Tischlerarbeiten beliefen sich auf brutto 8.610 Euro. Die Gemeinde hat für diesen Zweck zunächst 6.500 Euro in den Haushaltplan für das laufende Jahr gestellt.

Hintergrund: Der Bargumer Schützenverein, gegründet 1966, hatte sich bereits vor einigen Jahren aufgelöst, das Vereinsvermögen sei damals an die Gemeinde gegangen, so Bürgermeister Bernd Wolf. Sie müsse es nun zehn Jahre lang verwahren. Ein Teil des ehemaligen Schützenstandes wird schon von der Gemeinde genutzt.

Betroffene Straßen
und Wege in Bargum

Folgende Gemeindewege und -straßen sind

von der 380 KV-Maßnahme betroffen:

> Bensmoor

> Sottweg

> Norderende

> An de Kanal

> Scheinmark 2

> Norderweg

> Weg südlich der Soholmer Au

> Bargumer Deichweg

> Hardenweg

> Bahnweg 1

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