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Strenge Auflage für Tierhalter : Verordnung gegen Katzenelend

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nur noch kastrierte Katzen dürfen ab Januar im Amt Nordsee-Treene frei und unkontrolliert herumlaufen. Damit ist es das erste Amt in Land, dass eine solche Verordnung erlässt.

Jährlich werden in Schleswig-Holstein gut eine Viertel Million Euro in Kastrationsprogramme für Hauskatzen gesteckt. Der Erfolg sei jedoch mehr als fraglich, betonte Kreisjägermeister Thomas Carstensen, der auch Bürgermeister von Olderup ist, in der jüngsten Sitzung des Amtsausschusses Nordsee-Treene in Horstedt. Schließlich würde nur ein kleiner Teil der Katzen sterilisiert, die anderen würden sich munter weiter vermehren. Das Geld sei wahrlich zum Fenster hinausgeworfen und die „Pest von Menschenhand, plündert weiter die Natur“. Bei Füchsen, unterstrich Carstensen, lasse die trächtige Fähe die Föten absterben. Katzen dagegen würden einfach zum Menschen zurückkehren, denn dort warte ja Nahrung. Das sei ein Teufelskreis, der durchbrochen werden müsse. Wildernde Hauskatzen seien eine große Plage, und Tierschutzaktionen mit Lebendfallen seien nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein. Hinzu komme, dass die Allgemeinheit für die Nachlässigkeit und Uneinsichtigkeit vieler Katzenhalter zahlen müsse. Schließlich mutiere eine Katze zu einer Sache, wenn sie in die Falle tappe. Dann nämlich sei das jeweilige Ordnungsamt für das Tier, juristisch eine Sache, zuständig.

Damit soll nun im Bereich des Amtes Nordsee-Treene Schluss sein. Als erste Amtsverwaltung in Schleswig-Holstein setzt sie mit Beginn des neuen Jahres eine „Verordnung zum Schutz von Katzen im Amt Nordsee-Treene“ in Kraft.

Als Schutzgebiet für Katzen gilt der gesamte Bereich des Verwaltungsbezirkes. Vorrangiges Ziel ist es, so steht es in der neuen Verordnung: „Das Elend der in Nordfriesland und somit auch im Amtsbereich Nordsee-Treene lebenden Katzen zu reduzieren und auch die Anzahl an Fundtieren zu verringern, die in Tierheimen untergebracht werden müssen.“ Vorgeschrieben wird in der Verordnung, dass Personen, die im Schutzgebiet eine Katze halten, dieser nur dann unkontrollierten Auslauf gewähren dürfen, wenn sichergestellt ist, dass es zu keiner Fortpflanzung kommen kann. Die Tiere müssen also kastriert sein.

Nun, bemerkte Amtsvorsteher Ralf Heßmann, werde niemand extra Personal zur Kontrolle einstellen, aber es könnten im Einzelfall Anordnungen getroffen werden, die zur Beseitigung festgestellter oder zur Vermeidung zukünftiger Verstöße notwendig seien. So muss nach Aufforderung der Katzenhalter den Nachweis der Kastration und der Registrierung mit einem Chip vorlegen. Der Amtsausschuss sprach sich einstimmig für diese Verordnung aus.

Anschließend berichtete der Kreisjägermeister von einem Besuch in der Landeshauptstadt Kiel. Dort seien in einem Park mehr als 70 wilde Katzen von Menschen gefüttert worden. „Das ist falsch verstandene Tierliebe. Viele der Tiere waren krank und steckten sich gegenseitig an, vermehren sich ungehindert und räumen die Natur aus.“

Amtsvorsteher Ralf Heßmann regte sich in der Sitzung über das Vorgehen der Telekom richtig auf. Denn diese mache in jüngster Zeit verstärkt Werbung in genau dem Ausbaugebiet der Bürger-Breitband-Netzgesellschaft und verspreche, wie beispielsweise, wie jüngst in Garding, ein schnelles Internet. Dabei verchweige sie dann, dass die Kupferleitungen niemals das Datenvolumen von Glasfaser erreichen könnten. Viele Ausschuss-Mitglieder zeigten sich enttäuscht, dass die Gardinger Bürgermeisterin offensichtlich vom Glasfaser-Anschluss ihrer Stadt nichts mehr wissen wolle.

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erstellt am 17.Dez.2016 | 16:00 Uhr

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